TV-Duell zwischen Merkel und Schulz Kanzlerin verhindert Änderungen am Sendekonzept

Die Modalitäten zur Fernsehdebatte zwischen Merkel und Schulz stehen fest: Es bleibt alles beim Alten. Gegen Änderungsvorschläge, durch die mehr Spontaneität möglich gewesen wären, sperrt sich die Kanzlerin.

Angela Merkel, Martin Schulz (2014 in Brüssel)
DPA

Angela Merkel, Martin Schulz (2014 in Brüssel)


In den Chefredaktionen von ARD und ZDF soll man nicht begeistert sein. Die Sender-Oberen hatten angeregt, den Aufbau der TV-Debatte von Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) zu verändern, um mehr Platz für Überraschendes zu schaffen. Doch das Begehren wurde von Seiten der Bundeskanzlerin abgeschlagen.

Drei Wochen vor der Bundestagswahl treffen sich Merkel und Schulz zum TV-Duell. Die beiden Moderatorenpaare dieses Jahres, Maybrit Illner (ZDF) und Peter Kloeppel (RTL) sowie Sandra Maischberger (ARD) und Claus Strunz (Sat.1), werden sich wie schon 2013 mit ihren Fragen im Laufe des Duells häufiger abwechseln.

Auf Initiative von ARD und ZDF hatten die Sender zunächst beabsichtigt, für die Liveübertragung am 3. September (20.15 Uhr) jeweils 45 Minuten für ein Moderatorenpaar einzuplanen. "Ziel war eine klarere Struktur und mehr Raum zu Spontaneität und Vertiefung", hieß es in der Mitteilung. Die Vertreter der Bundeskanzlerin seien damit nicht einverstanden gewesen und hätten eine Teilnahme unter diesen Bedingungen abgelehnt.

Zuvor hatte die Kanzlerin den Wunsch der Sender nach zwei TV-Duellen abgelehnt. Die Moderatorinnen und Moderatoren der vier Anstalten würden die Sendung "wie in der Vergangenheit ohne weitere inhaltliche Absprachen über konkrete Fragestellungen journalistisch unabhängig gestalten", hieß es.

In SPD-Kreisen ist man dem Vernehmen nach über Merkels Blockadehaltung gegenüber wesentlichen Änderungen und Erweiterungen des Sendungskonzepts enttäuscht. Wären sie durchgesetzt worden, hätte sie der SPD-Kandidat möglicherweise nutzen können, um den erheblichen Abstand in den Meinungsumfragen zu verringern.

Das TV-Duell wird von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 gleichzeitig übertragen.

cbu/dpa



insgesamt 31 Beiträge
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josho 04.07.2017
1. Merkel wäre schön dumm....
......wenn sie ihrem Herausforderer mehr Zeit und Gelegenheit geben würde als unbedingt notwendig!
sven2016 04.07.2017
2.
Keine Experimente wagen, denkt Frau Merkel - und sie wird wissen, weshalb. Eine langweilige Selbstdarstellungssendung vor der Wahl wird das wohl werden. Wer sich davon beeinflussen lässt, verdient es politisch nicht besser. Vielleicht sollte Herr Schulz den Trump geben. Dann könnte er beim Trash-TV-Publikum punkten.
tomlex27 04.07.2017
3. Klar, dass Merkel gegen Änderungen ist
Hat hier jemand wirklich mit Überraschungen gerechnet? Die Frau agiert hier genauso wie sie regiert. Außerdem, wie spontan kann jemand reagieren, der nicht in der Lage einen Satz geradeaus rauszubringen.
epiktet2000 04.07.2017
4. Wer regiert die Sender?
War es Merkel als Kanzlerin, die Änderungen ablehnte? Oder Merkel als CDU-Bundesvorsitzende? Und was hat die SPD noch medial zu sagen? Warum findet man nicht zu alten Sendeformaten - die Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien diskutieren miteinander- zurück. Wäre doch auch für die Kanzlerin besser, da müsste sie weniger sagen, würde also weniger über die eigenen Sätze stolpern. Oder haben wir nur noch Schwarzsender?
guertzi 04.07.2017
5. Überflüssig
... wie ein Kropf ist dieses sogenannte 'TV Duell' ja damit wohl. Da kann Frau Merkel dann schön ihre vorgefertigten Worthülsen absondern und ihr wohlbekanntes "Sie kennen mich" wieder als Abschluss über den Äther schicken. Überraschungen mag sie halt nicht. Könnte ja sein, dass sie bei unangenehmen Fragen 'ins Schwimmen' kommt und das könnte sich ja unvorteilhaft auf das Projekt Machterhalt auswirken. Wahrscheinlich lässt sie sich auch die Fragen schon vorab schicken.
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