Vorwurf des Betrugs Anklage gegen ehemaligen MDR-Unterhaltungschef erhoben

Jahrelang soll er einen freien Autor begünstigt haben - dafür ist der ehemalige MDR-Unterhaltungschef Udo Foht jetzt angeklagt worden. Auch der Autor soll sich nach Willen der Staatsanwaltschaft vor Gericht verantworten.

Manager Foht: Autor soll damit gedroht haben, alles auffliegen zu lassen
DPA

Manager Foht: Autor soll damit gedroht haben, alles auffliegen zu lassen


Leipzig - 13-facher Betrug, zweifache Untreue im besonders schweren Fall sowie Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung: Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Anklage gegen den ehemaligen Unterhaltungschef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Udo Foht, erhoben, teilte die Behörde mit. Foht soll jahrelang einen selbständigen Autor beruflich und finanziell begünstigt haben. Er habe diesem meist auf Umwegen über verschiedene TV-Produktionsfirmen Geld zukommen lassen.

Nachdem der Vertrag beendet und die Finanzierung schwieriger wurde, hatte der Autor nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft damit gedroht, alles auffliegen zu lassen und "die berufliche Existenz des Unterhaltungschefs" zu vernichten. Foht habe daraufhin bei Produktionsfirmen weiteres Geld eingeworben, das später teilweise durch überhöhte Rechnungen zurückgeflossen sei.

Die Anklage richtet sich daher auch gegen den Autor und einen Rechtsanwalt. Ihnen wird laut Staatsanwaltschaft Erpressung beziehungsweise Beihilfe dazu vorgeworfen.

Ferner beantragte die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsführer einer beteiligten Produktionsfirma einen Strafbefehl wegen Beihilfe zur Untreue. Gegen zwei weitere Chefs von Produktionsfirmen wurde am Amtsgericht Leipzig Anklage wegen Bestechung erhoben.

Foht wurde im Jahr 2011 fristlos gekündigt. Eine Verhandlung am Arbeitsgericht endete mit einem Vergleich. Der Ex-Unterhaltungschef galt unter anderem als Entdecker und Förderer zahlreicher TV-Talente wie etwa Florian Silbereisen.

vks/dpa/AFP

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