Rundfunkrat kritisiert "Anne Will" "Vollverschleierung kein Forum geben"

"Extremen Positionen und der Vollverschleierung hätte kein Forum gegeben werden müssen." Der Rundfunkrat kritisiert Anne Will für die Einladung der Muslimin Nora Illi - sieht aber keinen Verstoß gegen NDR-Grundsätze.
Nora Illi bei "Anne Will"

Nora Illi bei "Anne Will"

Foto: NDR/Wolfgang Borrs

Der NDR-Rundfunkrat hat die Einladung der vollverschleierten Schweizer Muslimin Nora Illi in die ARD-Talkshow "Anne Will" deutlich kritisiert.

"Den von Frau Illi vertretenen extremen Positionen und auch einer Vollverschleierung hätte in der Gesprächssendung kein Forum gegeben werden müssen", zitierte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Freitagabend in Hamburg aus einem Beschluss des Rundfunkrats.

"Der Rundfunkrat stimmt der nachträglichen Bewertung des NDR zu, dass eine deutlichere Einordnung des Vereins 'Islamischer Zentralrat Schweiz' erforderlich gewesen wäre", heißt es weiter.

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Der Auftritt von Nora Illi in der Sendung vom 6. November hatte heftige Reaktionen hervorgerufen. Zahlreiche Zuschauer kritisierten Moderatorin Anne Will, sie habe dem radikalen Islam eine breite Plattform geboten. (Lesen Sie hier einen Kommentar auf SPIEGEL ONLINE.)

Es ging in der Sendung im Anschluss an einen "Tatort" über eine deutsche Schülerin, die zum Islam konvertieren möchte, insbesondere um die Frage, warum sich junge Muslime radikalisieren.

Der Rundfunkrat habe aber - nach ausführlicher Diskussion unter Beteiligung von Anne Will - den Beschluss gefasst, dass die Sendung nicht gegen die Grundsätze der Programmgestaltung des NDR-Staatsvertrags verstoßen habe, heißt es in der Mitteilung.

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Beschwerden gegen die Sendung, die einen Verstoß gegen den Staatsvertrag geltend machen, weise das Gremium zur Programmkontrolle damit zurück.

Die Vorsitzende des Rundfunkrats, Ursula Thümler, begrüßte, dass sich Anne Will für ein Gespräch in der Sitzung zur Verfügung gestellt habe. Thümler erklärte zudem, das Thema der umstrittenen Sendung müsse im Zusammenhang mit dem vorausgegangenen "Tatort" gesehen werden.

sun/dpa
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