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ARD-Talks: Will kommt!

Foto: NDR/ Wolfgang Borrs

ARD-Polittalk Anne Will übernimmt Sendeplatz von Günther Jauch

Der prominenteste Talk-Platz im deutschen Fernsehen ist neu besetzt: Nach SPIEGEL-Informationen wird in Zukunft Anne Will am Sonntagabend moderieren. Zuvor hatte Günther Jauch seinen Rückzug für Ende 2015 bekannt gegeben.

Diesmal will die ARD alles richtig machen, und richtig heißt in diesem Fall: schnell. Keine Woche ist seit der Rücktrittserklärung von Günther Jauch vergangen, da wollen die Intendanten die Nachfolgerin bestimmen. Bereits Dienstagnachmittag um 15.30 Uhr wollen sie auf einer Telefonkonferenz beschließen, was naheliegt: Anne Will soll Günther Jauch beerben, der sie einst von dem Talkplatz am Sonntagabend verstieß.

Für die 49-Jährige, die derzeit am Mittwochabend um 22.45 Uhr in der ARD talkt, wäre das nach vier Jahren Genugtuung und Rehabilitierung zugleich. Und für NDR-Intendant Lutz Marmor ist es die Chance, sich bei der Politik-Talkerin zu rehabilitieren, die er vor vier Jahren ziemlich rüde vom begehrtesten Sendeplatz des Ersten schubste.

Anne Will, das ist aus Intendantenkreisen zu vernehmen, ist als Jauch-Nachfolgerin unumstritten. Auch WDR-Chef Tom Buhrow habe nichts gegen die Personalie einzuwenden. "Das kann jetzt alles sehr schnell gehen", heißt es in der Intendanz eines ARD-Senders.

So einig sich die ARD in Sachen Anne Will ist, so umstritten ist jetzt schon, was im nächsten Jahr auf ihrem derzeitigen Sendeplatz stattfinden soll. Eine Option ist, dass Frank Plasberg vom ungeliebten Montag auf den Mittwoch wechselt.

Andere haben Sorgen, dass der NDR die erfolglose Reinhold Beckmann- Sendung "#Beckmann" dorthin verschieben will.

Und andere Intendanten würden die Chance gern nutzen, am Mittwochabend endlich einen festen Doku-Sendeplatz zu etablieren. Die Kritik der Dokumentarfilmer am Gottschalk-Vertrag wirkt da noch nach: Als vor Kurzem bekannt wurde, dass Thomas Gottschalk nach dem Abbruch seiner gefloppten ARD-Vorabendshow noch weitere 2,7 Millionen Euro vom WDR ohne Gegenleistung erhielt, hatte sich der Verband der Dokumentarfilmer in einem Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow beschwert.

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