Anouschka Renzi über Geldsorgen während Corona Das »Dschungelcamp«? »Ausschließlich wegen der Kohle«

Hochkarätiges Schauspiel hier, Dschungelcamp da – für Schauspielerin Anouschka Renzi kein Problem. Weil ihr Coronahilfen in der Pandemie nicht ausreichten, nahm sie nach 13 Absagen das Angebot für den Dschungel an.
Anouschka Renzi bei den Festspielen in Bad Hersfeld

Anouschka Renzi bei den Festspielen in Bad Hersfeld

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Swen Pförtner / dpa

Die Schauspielerin Anouschka Renzi hat nach eigenen Worten ausschließlich wegen des Geldes beim RTL-»Dschungelcamp« mitgemacht . »Es gibt für mich nichts Schlimmeres, als kein Geld zu haben, und im Dschungel verdient man sehr viel Geld«, sagte Renzi der Nachrichtenagentur dpa in Bad Hersfeld. Ihr sei zuvor 13-mal die Teilnahme angeboten worden, und sie habe immer wieder abgelehnt. »Für diese Art von Formaten bin ich A-Klasse.«

Die gebotene Gage sei von Jahr zu Jahr höher geworden, sagte Renzi. »Dann habe ich's gemacht, und zwar ausschließlich wegen der Kohle.«

In nächster Zeit sei sie bereits für vier Produktionen engagiert, sagte die Schauspielerin – aber bei ihrer Zusage für das Dschungelcamp sei das nicht absehbar gewesen, zumal es während der Coronapandemie nur Absagen gegeben habe. »Bis auf die Coronahilfen hatte ich kein Geld, und mit den Coronahilfen: Das reicht mir nicht. Ich finanziere mich, meine Tochter, also zwei Wohnungen, zwei Krankenversicherungen.«

Renzi sprach in Bad Hersfeld im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele. Dort wird sie unter anderem neben »Tatort«-Star Richy Müller beim Eröffnungsstück »Notre Dame« in gleich vier Rollen zu sehen sein.

Alles unter einen Hut

Reality-TV-Format vor einem Millionenpublikum, hochkarätiges Schauspiel und Boulevardtheater, »Playboy« und TV-Serien – für Renzi passt das durchaus unter einen Hut. »Dieser Beruf besteht aus allem«, sagte die 57-Jährige. »Mein Leben lang war ich Kontrast, mich kann niemand so richtig einschätzen.« Vorstellen könnte sie sich beispielsweise auch die Teilnahme an der RTL-Live-Tanzshow »Let's Dance« oder an »The Masked Singer« von ProSieben.

Die Anfragen für das »Dschungelcamp« überraschten Renzi nicht. »Die wissen genau, dass wenn ich drin bin, gibt's garantiert Konflikte, Probleme, weil ich so bin, wie ich bin. Ich sage, was ich denke.« Und: »Ich bin auch jemand, der nicht leise leidet, leider.«

Bevor sie nach Südafrika reiste, habe sie sich zu Hause schon einmal vorbereitet, berichtete Renzi: »Ich habe mir zwei rohe Eier in so eine Tasse getan und habe gesagt, die schlucke ich jetzt runter. Habe ich versucht – kam sofort wieder raus.« Im Camp vor Kameras und dem großen Team habe sie es dann gemacht und insgesamt fünf Prüfungen bestanden – auch, weil sie Hunger hatte und bei bestandenen Prüfungen extra Essen in Aussicht steht.

Sie selbst habe sich die TV-Ausstrahlungen nicht angeschaut, sagte Renzi, aber das Thema sei ihr mittlerweile auch egal. »Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert.«

hba/dpa
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