Neuer ARD-Sendeplatz Journalisten protestieren gegen »Weltspiegel«-Verlegung

Das TV-Magazin »Weltspiegel« droht seinen prominenten Sendeplatz zu verlieren. 45 Journalistinnen und Redakteure der ARD-Sendung wollen das verhindern.
Auch Ute Brucker moderiert den Weltspiegel

Auch Ute Brucker moderiert den Weltspiegel

Foto: Patricia Neligan / SWR

Streit um den Sendeplatz des »Weltspiegel«: Das traditionsreiche Auslandsmagazin, das politische, kulturelle und alltagsnahe Berichte von Reportern und Korrespondentinnen aus unterschiedlichen Ländern bündelt, soll offenbar vom prominenten Sendeplatz am Sonntagvorabend vor der »Tagesschau« auf Montagabend 22.50 Uhr verlegt werden. Das geht aus einer Stellungnahme der Redaktion der TV-Sendung an die ARD-Verantwortlichen hervor, in der die 45 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner sich »schockiert« zeigen über die befürchtete Abwertung der Auslandsberichterstattung.

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»Der ›Weltspiegel‹ gehört zum Kernauftrag der ARD. Hier werden Auslandsinhalte hintergründig beleuchtet. Nirgendwo ist das verzweigte Netz von Korrespondent:innen besser sichtbar als im ›Weltspiegel‹. Ein Alleinstellungsmerkmal, das die ARD zu Recht offensiv bewirbt«, heißt es in dem Brief weiter. Und: »Die Verschiebung des seit 58 Jahren eingeübten ›Weltspiegel‹-Sendeplatzes (...) ist eine drastische Schwächung der Auslandsberichterstattung im Ersten.« Alle anderen Magazine im Ersten seien unter der Woche prominent vor den Tagesthemen platziert, »allein das Ausland sendet dann in der ›Todeszone‹«.

Bereits 2019 war überlegt worden, den Weltspiegel zu verlegen. Schon damals hatten sich prominente Redakteurinnen und Korrespondenten in einem Beschwerdebrief dagegen positioniert. Mit Erfolg.

Auch der aktuelle Brief nimmt Bezug auf die damalige Diskussion. »Damals hatten die Intendant:innen sich für die Beibehaltung des angestammten Sendeplatzes ausgesprochen. Die ARD wolle den Trumpf, den sie mit dem ›Weltspiegel‹ habe, künftig noch deutlicher ausspielen«, heißt es. Den Auftrag, »den Markenkern zu schärfen und ein umfassenderes Digitalkonzept zu erstellen«, habe man seither »mit großem Engagement und auch Erfolg im Digitalen« erfüllt.

Der Brief, den 45 Journalistinnen und Auslandskorrespondenten unterzeichnet haben, schließt mit einem Aufruf an die Intendantinnen, Direktoren und Chefredakteurinnen: »Nehmen wir als ARD die hintergründige Auslandsberichterstattung ernst, muss sich dies auch im Sendeplatz widerspiegeln.«

sak
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