Aus für Boulevard-Magazin ProSieben verabschiedet sich von "SAM"

Und wieder streicht ProSiebenSat.1 ein Magazin: Diesmal trifft es die Boulevard-Sendung "SAM". Größere Proteste wie bei der Sat.1-Streichwelle vor zwei Jahren dürfte es aber nicht geben. Das Mittagsformat litt schon länger unter Quotenschwund.
Moderatorin Silvia Laubenbacher: ProSieben streicht ihr Magazin "SAM".

Moderatorin Silvia Laubenbacher: ProSieben streicht ihr Magazin "SAM".

Foto: Miguel Villagran/ Getty Images

München/Berlin - Der Münchner Privatsender ProSieben streicht nach 14 Jahren Laufzeit sein Mittagsmagazin "SAM". Am 20. November wird die Boulevard-Sendung zum letzten Mal ausgestrahlt, teilte ProSieben am Dienstag mit. Als Begründung gab der Sender die sinkenden Quoten an. Erreichte "SAM" im Jahresverlauf 2007 noch einen durchschnittlichen Marktanteil von 16,4 Prozent in der angestrebten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer, waren es dieses Jahr nur noch 11,1 Prozent.

"SAM", benannt nach seiner ursprünglichen Moderatorin Susan Atwell ("Susan Atwell Magazin"), startete 1995 zunächst als halbstündiges Programm. Schrittweise wurde es dann auf zwei Stunden verlängert. Zuletzt moderierten Silvia Laubenbacher und Silvia Incardona die Sendung. Als große Konkurrenz hat sich dabei das RTL-Mittagsmagazin "Punkt 12" erwiesen, das seit einiger Zeit nach der Verdoppelung seiner Sendezeit parallel von 12 bis 14 Uhr ausgestrahlt wird.

Statt "SAM" wird ProSieben künftig zur Mittagszeit zwischen 11 und 13 Uhr Spielfilme ausstrahlen, ab 13 Uhr folgen Wiederholungen der US-Serien "Charmed" und "Desperate Housewives". Um 15 Uhr setzt ProSieben sein Programm wie gewohnt mit der Dokusoap "We are Family" fort.

Mit "SAM" fällt ein weiteres Magazin dem Sparkurs in der Senderfamilie ProSiebenSat.1 zum Opfer. Sat.1 hatte im Juli 2007 bereits seine Sendungen "Sat.1 am Mittag", "Sat.1 am Abend" sowie "Sat.1 News - Die Nacht" gestrichen. Der Sender war damals scharf kritisiert worden, sein journalistischen Profil zu vernachlässigen, obwohl es sich bei den Sendungen hauptsächlich um Boulevard-Shows handelte. Bei "SAM" dürften sowohl die sinkenden Quoten als auch die fehlende journalistische Relevanz dafür sorgen, dass Proteste ausbleiben.

Die Meldung von der Programmumstellung bei ProSieben fällt in dieselbe Woche, in der der Konzern die Neugründung des Frauensenders FemTV verkündet hat. Wie sich das Programm von ProSieben vom neuen Kanal in seiner Ausrichtung auf das weibliche TV-Publikum unterscheiden soll, ist unklar. Denn FemTV soll laut Vorstandschef Andreas Bartl ebenfalls US-Serien zeigen.

hpi/dpa
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