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22. November 2012, 23:09 Uhr

Alina Levshin gewinnt Bambi

Trophäe für die "Kriegerin"

Große Auszeichnung für eine Newcomerin: Die Schauspielerin Alina Levshin hat sich eine Bambi-Trophäe für ihre erste Kinohauptrolle im Drama "Kriegerin" erkämpft. Bei der Gala glänzten vor allem starke Frauen.

Düsseldorf - Junge Heldin im Rampenlicht: Bei der Verleihung der Bambi-Medienpreise am Donnerstagabend in der Düsseldorfer Stadthalle hatte die Jury eine Überraschung parat. Die Reh-Trophäe in der Kategorie "Schauspielerin National" gewann die Darstellerin Alina Levshin - und stach damit etablierte Kolleginnen aus.

Die Schauspielerin hatte in dem Drama "Kriegerin" für Aufsehen gesorgt: Darin verkörpert sie die rechtsradikale Marisa, die tief in die Neonazi-Szene verstrickt ist und es nicht nur bei ausländerfeindlichen Pöbeleien belässt. Sie habe sich allein schon durch die Nominierung zwischen so vielen tollen Kollegen geehrt gefühlt, sagte Levshin, die 1984 in der Ukraine zur Welt gekommen und in Berlin aufgewachsen ist. Ebenfalls zur Wahl standen Martina Gedeck (für den Film "Die Wand"), Barbara Auer (für "Das Ende einer Nacht") sowie Caroline Peters (für "Mord mit Aussicht").

Auch in der Kategorie "Schauspieler National" wurde ein Darsteller für seine Rolle als ein innerlich zerrissener Held ausgezeichnet: Ulrich Tukur erhielt einen Bambi für das NS-Drama "Rommel". Neben ihm waren Kostja Ullmann ("Mein eigen Fleisch und Blut") und Herbert Knaup ("Milchgeld. Ein Kluftingerkrimi") nominiert.

Vor allem aber war die große Mediengala in Düsseldorf ein Abend der starken Frauen. Nach dem gewaltsamen Tod des 20 Jahre alten Jonny K. ist dessen Schwester Tina K. ausgezeichnet worden: Sie erhielt einen Preis für ihr Engagement gegen Jugendgewalt. Die junge Frau rief zu Zivilcourage auf, man müsse "Nein sagen zu Schlägern!", betonte sie.

Hayek stellt sich den Bambi ans Bett

Eine Charakterdarstellerin aus Hollywood gewann den Bambi in der Kategorie "Film International": die aus Mexiko stammende Schauspielerin Salma Hayek. Die 46-Jährige ist aktuell in Oliver Stones Drogenthriller "Savages" in der Rolle der Mafia-Patin Elena auf deutschen Kinoleinwänden zu sehen. Hayek will den Bambi eigentlich in ihr Schlafzimmer stellen, aber: "Es wird einen Wettkampf mit meiner Tochter darum geben", sagte sie am roten Teppich.

Besonders ausgelassen freuten sich die Schauspieler Josefine Preuß und Elyas M'Barek über ihre Bambis - da musste das Rehkitz schon mal als Kopfschmuck her halten (siehe Fotostrecke). Ihre Komödie "Türkisch für Anfänger" setzte sich durch in der Kategorie "Film National" - und gewann gegen "Rubbeldiekatz" und "Eine ganz heiße Nummer".

Weitere Bambis gingen an den Rapper Cro ("Pop National"), die britische Boygroup One Direction ("Pop International") und zum dritten Mal an die Sängerin Céline Dion ("Entertainment"). Als herausragende Sportler des Jahres wurden die Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink und Jonas Reckermann ausgezeichnet. Mit dem Entertainer Joachim Fuchsberger und dem österreichischen Extremsportler Felix Baumgartner waren bereits zwei weitere Preisträger vorab bekannt: Während Fuchsberger den Bambi für sein Lebenswerk erhielt, wurde Baumgartner für seinen Rekordsprung aus 39 Kilometern Höhe in der Kategorie "Millennium" geehrt.

In der Kategorie "Stille Helden" wurde die Lepra-Ärztin Ruth Pfau ausgezeichnet. Die 83 Jahre alte deutsche Nonne gilt als "Mutter Theresa der Lepra-Kranken" in Pakistan. Auch der Rabbiner Daniel Alter, der Ende August in Berlin überfallen wurde, erhielt einen Bambi: in der Kategorie "Integration". Alter war im gutbürgerlichen Berliner Stadtteil Friedenau vor den Augen seiner Tochter von mehreren Jugendlichen zusammengeschlagen worden. Im vergangenen Jahr ging der Integrations-Bambi an den Rapper Bushido. Daran hatte sich ein heftiger Streit entzündet.

Der Bambi ist nicht nur der älteste, sondern auch einer der wichtigsten deutschen Medienpreise und wird vom Verlagshaus Hubert Burda Media vergeben. Rund vier Millionen Euro hat die glamouröse Preisvergabe gekostet, mehr als 2000 Menschen waren hinter den Kulissen daran beteiligt.

bos/AFP/dpa

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