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26. Juli 2012, 13:49 Uhr

Random House Television

Bertelsmann will Buch-Bestseller verfilmen

Bertelsmann stärkt seine TV-Geschäfte: Der Tochterverlag Random House und die RTL-Schwester FremantleMedia tun sich zusammen, um Bücher des Verlags ins Fernsehen zu bringen. Hauptsitz der Verfilmfabrik Random House Television wird Los Angeles.

Gütersloh/Los Angeles - Der Medienkonzern Bertelsmann setzt auf eine neue Strategie, um Bücher seines Verlags Random House im Fernsehen zu verwerten. Wie das Unternehmen bekannt gab, gründet der US-Zweig von Random House dafür eine Partnerschaft mit der Produktions- und Vertriebsfirma FremantleMedia: Random House Television gehört als neu gegründeter Teilbereich zur Entertainment-Sparte Random House Studio.

Ziel ist es, den großen Bücherschatz von Random House für die TV-Auswertung in den USA und für den Weltmarkt ertragreicher zu verwerten. Dafür sollen Inhalte sowohl aus dem Sachbuch-Bereich als auch aus der Belletristik genutzt werden. "Die Partner werden außerdem mit Autoren von Random House zusammenarbeiten, um originäre TV-Drehbücher zu entwickeln", heißt es in einer Mitteilung.

Erste Titel für die Kooperation sind noch nicht bekannt, sagte Fremantle-Sprecher Oliver Rawlins SPIEGEL ONLINE. Man wolle nicht auf spezielle Schwerpunkte setzen, sondern die "breite Auswahl" des Katalogs von Random House nutzen. Die Zusammenarbeit konzentriere sich ausschließlich auf das TV-Geschäft, betont Rawlins, Kinofilme seien nicht angedacht.

Breit angelegte Strategie

Kopf von Random House Television wird der Medien-Manager Jeffrey Levine mit Sitz in den FremantleMedia-Büros in Los Angeles. Er berichtet an Peter Gethers, den Chef von Random House Studio. Levine wechselt zu dem neuen Unternehmen von der Firma Spring Creek Productions, wo er unter anderem an der Entwicklung großer Spielfilmprojekte wie "Blood Diamond" oder "Monster-In-Law" ("Das Schwiegermonster") mitgearbeitet hat. Als Produzent hat sich Levine vor allem einen Namen gemacht mit dem Film "Too Big To Fail", der für elf Emmys nominiert war.

Die Firma FremantleMedia, die in den USA beispielsweise Shows wie "American Idol" oder "The X Factor" produziert, ist unter dem Dach der RTL Group angesiedelt, dem TV-Konzern von Bertelsmann. Anders als in Deutschland erfreuen sich Casting-Formate in den Vereinigten Staaten nach wie vor großer Beliebtheit. Als neue Jurorin wird bei "American Idol" jetzt Mariah Carey auf die Kandidaten losgelassen.

In Deutschland verfilmt der Medienkonzern Bertelsmann bereits Random-House-Bücher für die große Leinwand. Ein aktuelles Projekt seiner deutschen Fremantle-Tochter Ufa Cinema ist die Produktion des Titels "Der Medicus". Die Arbeiten an dem Film haben begonnen, gedreht wird unter anderem auf der frühmittelalterlichen Burg Hanstein, einer Ruine bei Bornhagen im Dreiländereck Thüringen, Niedersachsen und Hessen. Regie führt der Münchner Regisseur Philipp Stölzl, Darsteller sind Ben Kingsley in der Hauptrolle neben Stellan Skarsgård, Emma Rigby, Olivier Martinez und Elyas M'Barek.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels hieß es, Bertelsmann baue eine neue Filmgesellschaft im Studio Babelsberg mit dem Teamworx-Produzenten Nico Hofmann auf, die Verfilmung des Romans "Der Medicus" sei deren erstes Projekt. Tatsächlich ist die Produktion ein Projekt der im Jahr 2008 gegründeten Firma Ufa Cinema, die als deutscher Arm von FremantleMedia zu Bertelsmann gehört und bereits eine ganze Reihe von Kinofilmen produziert hat. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

bos

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