#BesondereHelden-Spots Böhmermann hat Antwortvideo gedreht
Screenshot aus dem Böhmermann-Clip zu #BesondereHelden
Als die Bundesregierung am vergangenen Wochenende die Videoclips »Besondere Helden« zur Bekämpfung der Corona-Pandemie veröffentlichte, kochten die Emotionen im Netz und in Teilen der Medien schnell hoch. In den Spots blicken vermeintliche Kriegsveteranen aus der Zukunft auf unsere Gegenwart zurück und loben sich selbst dafür, was sie als junge Erwachsene gegen die Pandemie getan haben – nämlich vermeintlich nichts. Sie sind zu Hause geblieben, haben ihre Sozialkontakte radikal verringert und so die weitere Verbreitung von Covid-19 verhindert.
Die ironische Brechung der Veteranenerzählung sowie die Umdeutung des Befolgens der strengen Kontaktauflagen zum gemütlichen Abhängen zu Hause wurde jedoch von vielen entweder nicht verstanden oder nicht für lustig befunden: »Unsensibel all denen gegenüber, die keine Wahl haben und für uns (in den Kitas und Schulen, den Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen, Laboren usw.) den Kopf hinhalten müssen«, kam als Kritik auf Twitter. »Entsetzt und fassungslos« zeigte sich ein anderer Twitter-User, schließlich würden die Clips Erzählungen und Traumata der Kriegsgeneration verballhornen und instrumentalisieren.
Der Covid-Kampagnenclip der Bundesregierung ist nichts geringeres als eine Kommunikationsrevolution.
— Jan Böhmermann 🤨 (@janboehm) November 15, 2020
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Einer, der viel mit den Clips der Bundesregierung anfangen konnte, war dagegen Jan Böhmermann. Nach ersten Sympathiebekundungen via Twitter hat der ZDF-Moderator nun selbst ein Video im Stile der #BesondereHelden-Kampagne gedreht.
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Darin ist die Pointe wieder dieselbe, nämlich dass sich ein älterer Herr rückblickend für die Heldentat lobt, 2020 nichts getan zu haben. Doch der Kontext ist nun ein anderer: Diesmal spricht er darüber, dass er nichts für die Menschen, die zurzeit auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken, getan habe. Laut UN-Flüchtlingshilfe sind in der ersten Jahreshälfte 2020 340 Menschen im Mittelmeer gestorben oder als vermisst erklärt worden. Seit 2014 sind mehr als 20.000 Menschen auf diesem Fluchtweg gestorben.
Haben Böhmermann und sein Team damit nun den Humor der ursprünglichen Clips übertroffen oder haben sie die Satire ins Ernsthafte zurückgeführt? Im Netz wird um den neuen Clip bislang weniger gestritten. »Ok, das find ich ausnahmsweise wirklich gut gemacht u wichtig«, lobt eine Twitter-Userin, »böse, aber gut, der Spot!«, eine andere.