Nach Streich in TV-Show Boris Becker klagt gegen Oliver Pocher

Unter dem Motto »Make Boris rich again« hatte Oliver Pocher in einer RTL-Show 2020 Boris Becker eine vermeintliche Auszeichnung geschickt. Der einstige Tennisstar forderte eine Unterlassung, nun gibt es einen Gerichtstermin.
Treffen sich nicht vor Gericht, sind aber trotzdem Gegner dort: Oliver Pocher und Boris Becker

Treffen sich nicht vor Gericht, sind aber trotzdem Gegner dort: Oliver Pocher und Boris Becker

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Kirsty O'connor / Revierfoto /PA Wire / dpa

Ex-Tennisstar Boris Becker zieht am 26. Juli gegen TV-Komiker Oliver Pocher vor Gericht. Die Zivilklage wird am Landgericht Offenburg verhandelt, wie ein Justizsprecher am Dienstag mitteilte. Persönlich erscheinen müssen die beiden nicht, was im Falle Beckers auch schwierig wäre: Er sitzt derzeit in Großbritannien im Gefängnis, weil er seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen hatte. Ein erster Gerichtstermin in Offenburg im Mai war verschoben worden.

Becker will unter anderem erreichen, dass Pocher einen Fernsehbeitrag aus der RTL-Sendung »Pocher – gefährlich ehrlich« nicht mehr zeigen darf. Darin hatte Pocher den Tennissportler hinters Licht geführt. Unter dem Slogan »Make Boris rich again« wurde ein Spendenaufruf gestartet. In dem Beitrag ist nach Gerichtsangaben zu sehen, dass Becker das Geld auch bekam – aber ohne davon zu wissen: Es war in den Sockel eines vermeintlichen Modepreises eingearbeitet, der Becker verliehen wurde.

Schadensersatzforderung im fünfstelligen Bereich

Becker schöpfte offenbar keinen Verdacht, dass der »Fashion Brand Award 2020«-Preis falsch sein könnte und bedankte sich sogar per Videoschalte, von der Ausschnitte in Pochers Show gezeigt wurden. »Dass der Preis nur zu dem Zweck geschaffen und an den Kläger verliehen wurde, um ihm – versteckt in der Preistrophäe – den eingesammelten Bargeldbetrag zukommen zu lassen, wusste der Kläger nicht«, erläuterte eine Gerichtssprecherin.

Es geht der Sprecherin Worten zufolge in dem Fall um presserechtliche Fragen. Laut »Bild«  hatte Beckers Anwalt kurz nach der im Oktober 2020 ausgestrahlten Sendung eine »strafbewehrte Unterlassung« gefordert, Pocher solle die Beiträge zum Thema löschen. Er droht Pocher mit einer Schadensersatzforderung im fünfstelligen Bereich. Dazu kommen weitere Forderungen wegen Beleidigung, Verletzung des Rechts am eigenen Bild und Schädigung von Beckers Modelabel Boris Becker Style. Ein Urteil am 26. Juli sei unwahrscheinlich, sagte die Sprecherin.

feb/dpa
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