"Breaking Bad"-Blog Entsorgt den Kerl in Mittelamerika!

Drogen, Tod und Familienstress: Die letzten Episoden von "Breaking Bad" haben begonnen. Lesen Sie in unserem Blog, wer stirbt, wer lebt - und wen Walter White jetzt am meisten fürchten muss.

AMC

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+++Vorsicht, Spoiler! Lesen Sie diesen Text nur, wenn Sie Episode 10 der fünften Staffel bereits gesehen haben. Den Blog-Eintrag zu Folge 9 finden Sie hier+++

Was ist passiert? "The monkey's in the banana patch." Saul bringt auf den Punkt, was die aktuelle Folge vorantreibt: Walter ist enttarnt, jetzt kann Schaden nur noch begrenzt, nicht mehr verhindert werden. Das Duell mit Hank, wer Skyler schneller ans Telefon und damit indirekt auf seine Seite bekommt, verliert Walter zwar. Dafür hat er mehr Glück, was Saul betrifft: Der konzentriert sich ab sofort ganz auf seine Geschäfte mit Walt und fängt an, radikale Lösungen vorzuschlagen. "Why not send him to Belize?", ist seine Idee für Hank - sprich: Warum nicht auch ihn entsorgen? Walt reagiert entsetzt: "Hank's family!"

Aber wie viel zählt die Familie zu diesem Zeitpunkt wirklich noch? In einer Episode, die von Duellen bestimmt ist, kommt es zu einigen unerbittlichen Konfrontationen zwischen den Whites und den Schraders. Skyler genießt für einen Moment das Verständnis, das Hank für ihr Leben unter dem Tyrann Walter aufbringt. Dann lässt sie das Treffen platzen, weil sie sich nicht zu einem voreiligem Geständnis hinreißen lassen will. Dämmert Hank langsam, wie tief auch sie mit drinsteckt?

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Finale von "Breaking Bad": Walter White ist am Ende
Der Riss zwischen den Schwestern ist derweil noch tiefer: In einer der ernsthaftesten Szenen der Serie überhaupt findet Marie heraus, wie lange Skyler schon von Walts Verbrechen wusste. Endlich sind sowohl Hank als auch Marie vollständig im Bilde, und endlich sind sie dadurch ihres Status als Witzfiguren, den ihnen die Serie die längste Zeit zugewiesen hatte, enthoben. Jetzt stellen beide eine ernsthafte Gefahr für die Whites dar.

Diese Verschiebung der Gewichte sorgt auch für eine neue Dynamik zwischen Skyler und Walter. Als Walter, vom neu ausgebrochenen Krebs geschwächt, im Badezimmer kollabiert und ihm Skyler eine Art vorläufiges Totenbett bereitet, scheint zwischen den beiden plötzlich wieder alles möglich zu sein.

Eine Episode, die der Serie würdig ist? Würdig ja, aber auch irgendwie anders: Anstelle des goldenen Lichts von New Mexico bestimmen in dieser Folge oftmals kalte Blautöne die Szenerie - wohl ein ästhetisches Echo der sich zuspitzenden Dramatik. Gerade Skyler wirkt mit ihren hellen Haaren und blassen Kleidern in vielen Momenten wie eine undurchschaubare Hitchcock-Blondine. Endlich! möchte man auch hier rufen, denn wie eigentlich alle Frauen hat Skyler in der Serie bislang wenig Möglichkeiten bekommen, sich als eigenständige Figur zu profilieren, die nicht nur großäugige Ungläubigkeit und zitternde Unterlippe ist - ein Problem, das hier ausführlicher diskutiert wird.

Wer stirbt? Jesse anscheinend den metaphorischen Märtyrertod. Auf einer Drehscheibe auf einem Kinderspielplatz regungslos ausgestreckt, kommt er einer Kreuzigungspose schon sehr nah. Dass sein Kopf im ansonsten fast schwarzen Verhörraum hell erleuchtet wird, ist der Ikonenmalerei dann fast schon zu viel. Aber ganz unmetaphorisch wird auch gestorben: Lydia lässt das gesamte Personal des konkurrierenden Meth-Labs niedermetzeln. Dass Todd sie danach mit wackligen Beinen und geschlossenen Augen durch das Leichenfeld führen muss, damit sie die Toten nicht sehen muss - siehe, seufz, oben.

Wen muss Walter am meisten fürchten? Weiterhin den Krebs.

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"Breaking Bad"-Star Cranston: Der Wandel des Walter White
Der beste Moment? So absehbar und doch so gut: Wie Sauls Gewährsleute Huey und Luell der Verlockung nicht widerstehen können und sich wie Dagobert Duck in Walts Geldberg in der Garage suhlen. Das erste Mal, dass jemand wirklich Vergnügen an dem Geld hat - und wahrscheinlich auch das letzte Mal.


Die letzte Hälfte der fünften Staffel von "Breaking Bad" läuft sonntags in den USA auf AMC. In Deutschland ist die aktuelle Episode dienstagabends im Pay-TV auf dem Sender AXN zu sehen, am Mittwoch ist sie auch im deutschen iTunes-Store erhältlich. Die gesamte Staffel wird später auch noch auf Arte gezeigt.

insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
No Pseudo 21.08.2013
1. Ach nö....nicht hier auch noch....
Ich bin für die Emanzipation der Frauen und und und, aber langsam wird es nun mehr als lächerlich. Ich lese das erste Mal, dass die Charaktere dieser großartigen Serie Schwächen aufweisen sollen und, dass dies die weiblichen Charaktere betreffen soll, da sie dem "Klischee" entsprechen. Obwohl Hannah Pilarczyk natürlich, selbstredend eine selbstständig denkende Frau ist, schließt sie sich kommentarlos dem Artikel des Guardians an. Ein Hoch auf die eigene Meinung!!! Ich finde, dass Skylers Charaktar eines der glaubwürdigsten der gesamten Serie ist. Sie ist viel stärker als Walt und nur, weil Lydia die Leichen nicht sehen möchte, heißt das nicht, dass die Macher der Serie machohaft sind. Walter White sieht sich zu Beginn der Serie als einen Loser an, er ist verunsichert, gekränkt und ängstlich. Weiterhin frage ich mich, ob er lieber an Stelle von Jesse eine weibliche Partnerin bekommen sollte? Der Quote zu liebe? Bleibt mal bitte auf dem Teppich.
WhereIsMyMoney 21.08.2013
2.
Der Wandel vollzieht sich doch sehr radikal. Sehr untypisch für diese Serie. Hank und Marie als Gegner von Walt zu sehen ist noch sehr ungewohnt. Das Interessante ist dass in diesen letzten Folgen Hank sowas wie der Protagonist geworden ist. Gilligan will anscheinend unbedingt dass wir uns endlich gegen Walter wenden. Die Musik war mal wieder sehr interessant (wenn Walter sein Geld vergräbt. Jetzt macht die Werbung Breaking Bad Season 5 (Final Episodes) Teaser: Ozymandias - YouTube (http://www.youtube.com/watch?v=zRTSxJwq5dA) für diese Stafel mehr Sinn. Dieses Geld ist also Walts einziger Stolz. ) und die Szene mit Todd und Lydia hat mir auch gefallen. Lydia scheint mir noch verlogener als Walt mittlerweile. Ordnet den Mord an so vielen Menschen an, will aber nicht mal zusehen.
groller66 21.08.2013
3. ..
und ich habe baking bread gelesen^^
to5824bo 21.08.2013
4. Gute Episode
Ich denke mal, Jesse lässt sich so schnell nicht "kreuzigen". Der Mann hat noch Rechnungen offen, und eine davon dürfte Todd zu begleichen haben. Lydia die Vertreterin der deutschen Firma Madrigal aus Hannover tut sich mit der Nazigang von Todds Onkel zusammen - wie passend. Es ist ein interessantes und selten diskutiertes Phänomen, wie viele deutsche Bezüge von den Darstellernamen angefangen es hin der Serie gibt (Gretchen Schwartz, Schrader (-Bräu), Ehrmantraut, Beneke, Boetticher u.a.). "Genug Deutsche hier, um in Polen einzumarschieren", sagt Gomy mal zu Hank, als die deutsche Polizei Wegen Madrigal bei der DEA vorbeischaut. Naja, das waren sicher nicht die letzten Leichen, die diese Nazibande hinterlassen wird. Aber super die Szene, wie Lydia wie ein Barbie-Püppchen auf ihren High-Heels zwischen den Leichen rumstöckelt. Marie hatte auch eine zutiefst entlarvende Szene: Dass sie kleptomanische Züge und auch sonst heftig einen an der Klatsche hat, ist ja schon länger bekannt; jetzt aber versucht sie gar, ihrer Schwester das Baby zu rauben. Es mag nicht in die hier angesprochene feministische Rollenwende passen, aber womöglich leidet Marie auch an einem unerfüllten Kinderwunsch. Als die bessere Mutter hat sie sich von Anfang an gern aufgespielt: Schon in der ersten Staffel sorgte sie dafür, dass Hank Walt jr. unter seine Fittiche nahm, um seinen nur von ihr unterstellten Marihuana-Konsum zu beenden. Später dann sowieso, als Skyler ihr die Kinder anvertraut hat. Interessant, dass Walt das Geld in Fässern "beerdigt". Normalerweise benutzt er die, um Leichen in Säure aufzulösen und zu entsorgen. Insgesamt eine gute Episode.
christian simons 21.08.2013
5.
Zitat von to5824boIch denke mal, Jesse lässt sich so schnell nicht "kreuzigen". Der Mann hat noch Rechnungen offen, und eine davon dürfte Todd zu begleichen haben. Lydia die Vertreterin der deutschen Firma Madrigal aus Hannover tut sich mit der Nazigang von Todds Onkel zusammen - wie passend. Es ist ein interessantes und selten diskutiertes Phänomen, wie viele deutsche Bezüge von den Darstellernamen angefangen es hin der Serie gibt (Gretchen Schwartz, Schrader (-Bräu), Ehrmantraut, Beneke, Boetticher u.a.). "Genug Deutsche hier, um in Polen einzumarschieren", sagt Gomy mal zu Hank, als die deutsche Polizei Wegen Madrigal bei der DEA vorbeischaut. Naja, das waren sicher nicht die letzten Leichen, die diese Nazibande hinterlassen wird. Aber super die Szene, wie Lydia wie ein Barbie-Püppchen auf ihren High-Heels zwischen den Leichen rumstöckelt. Marie hatte auch eine zutiefst entlarvende Szene: Dass sie kleptomanische Züge und auch sonst heftig einen an der Klatsche hat, ist ja schon länger bekannt; jetzt aber versucht sie gar, ihrer Schwester das Baby zu rauben. Es mag nicht in die hier angesprochene feministische Rollenwende passen, aber womöglich leidet Marie auch an einem unerfüllten Kinderwunsch. Als die bessere Mutter hat sie sich von Anfang an gern aufgespielt: Schon in der ersten Staffel sorgte sie dafür, dass Hank Walt jr. unter seine Fittiche nahm, um seinen nur von ihr unterstellten Marihuana-Konsum zu beenden. Später dann sowieso, als Skyler ihr die Kinder anvertraut hat. Interessant, dass Walt das Geld in Fässern "beerdigt". Normalerweise benutzt er die, um Leichen in Säure aufzulösen und zu entsorgen. Insgesamt eine gute Episode.
Zumindest die Firma "Madrigal" könnte eine ironische Reminiszens an den originalen Walter Heisenberg sein, der sich von 33 bis 45 ebenfalls mit einem bekannten deutschen Verbrechersyndikat arrangiert hat. Und die übrigen "Deutschen": Vielleicht hat Albuquerque ganz einfach nur eine überdurchschnittlich große "German community". Das müsste man mal googeln...
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