Harfouch-Kritik an ARD und ZDF "Von Tausenden Regeln erstickt"

Sind die Redaktionen der Öffentlich-Rechtlichen "noch irgendwie bei Trost"? Größtenteils nicht - zumindest wenn es nach Corinna Harfouch geht. In einem Interview hat die Schauspielerin die Sender scharf kritisiert.
Schauspielerin Corinna Harfouch: "Es ist doch fürchterlich"

Schauspielerin Corinna Harfouch: "Es ist doch fürchterlich"

Foto: Tim Brakemeier/ dpa

Osnabrück - Die Schauspielerin Corinna Harfouch hat sich freimütig über die Programmqualität von ARD und ZDF geäußert: "Es gibt bei den Sendern nur noch ganz wenige Redaktionen, über die ich sage: Die sind noch irgendwie bei Trost, die denken noch nach, die pflegen noch eine Fantasie, die nicht von Tausenden Regeln erstickt ist", sagte Harfouch der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sei ein System entstanden, "in dem sich der einzelne Mensch kaum noch gegen den Apparat durchsetzen kann", beklagte die 59-Jährige. "Ich weiß gar nicht, ob ich bei den öffentlich-rechtlichen Fernsehredaktionen von Feigheit sprechen soll."

Dass unter den hochgelobten TV-Serien der Gegenwart keine deutsche Produktion ist, hat für Harfouch einen Grund: Deutsche Qualitätsserien erwähne niemand, "weil es keine gibt, die den Begriff verdient". Serienangebote lehne sie regelmäßig ab. Zuletzt sei es die Produktion "Die Füchsin" gewesen, verriet Harfouch. "Es geht - raten Sie mal - um eine Privatdetektivin, es ist doch fürchterlich, es gibt nichts anderes mehr."

Auch vom Film- und Fernseh-Erbe der DDR hat Harfouch keine gute Meinung: "Es gab unfassbar viel Schrott, und der wird eben verschrottet." Vieles sei "mittelmäßig, hässlich, grob und ungekonnt" gewesen. "Die Arbeiter-und-Bauern-Unterhaltung wollte ideologisieren und hat das mehr als holprig angestellt."

Harfouch war im Kino zuletzt unter anderem in "Finsterworld" und im Familiendrama "Was bleibt" zu sehen.

sha/afp/dpa
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