200-Millionen-Dollar-Deal "Game of Thrones"-Macher wechseln von HBO zu Netflix

Sie waren auch in Gesprächen mit Amazon und Disney, aber jetzt ist klar: David Benioff und Dan Weiss wechseln nach zehn Jahren von HBO zu Netflix - wenn sie mit einem weiteren Megaprojekt fertig sind.

David Benioff (l.) und Dan Weiss produzieren jetzt für Netflix
Robert Galbraith/ REUTERS

David Benioff (l.) und Dan Weiss produzieren jetzt für Netflix


David Benioff und Dan Weiss werden ihre langjährige Schaffensstätte HBO verlassen. Die "Game of Thrones"-Macher haben einen Vertrag mit Netflix unterzeichnet: Das Duo hat sich gegenüber dem Streamingdienst für mehrere Jahre zum Schreiben von Drehbüchern sowie der Produktion und Regie von Serien und Filmen verpflichtet. Netflix jubiliert: Man freue sich auf die "Meistergeschichtenerzähler". "Wir können kaum erwarten, was ihre Fantasie unseren Zuschauern bescheren wird", sagte Netflix-Programmchef Ted Sarandos.

Zur Summe, für die Netflix die beiden Filmemacher schließlich von HBO abgeworben hat, machte der Streamingdienst keine Angaben. Wie der Branchendienst "Hollywood Reporter" allerdings berichtete, soll Netflix 200 Millionen US-Dollar an Ablöse berappt haben. Schon in der Vergangenheit hatte der Streamingdienst mehr als 100 Millionen Dollar für die Übernahme erfolgreicher Produzenten bezahlt - etwa an Ryan Murphy ("Glee") oder an Shonda Rhimes ("Grey's Anatomy").

Disney und Amazon seien ebenfalls an den erfolgreichen "Game of Thrones"-Machern interessiert gewesen, berichtete der "Hollywood Reporter" weiter. Die aber entschieden sich für die Netflix-Offerte: "Netflix hat etwas Erstaunliches und Beispielloses erschaffen. Und wir fühlen uns geehrt, dass sie uns eingeladen haben, uns ihnen anzuschließen", sagten die beiden in einer Stellungnahme. Welche Art Serien und Filme das Duo nun entwickeln soll, wurde zunächst nicht bekannt. Benioff und Weiss erklärten jedoch, dass sie die Begeisterung mehrerer Netflix-Manager für "dieselben Filme der Achtzigerjahre" und "dieselben Bücher" teilten.

Sie entwickeln gerade schon ein Megaprojekt

Die "Game of Thrones"-Showrunner hatten allerdings schon vor dem Wechsel die Arbeit an einem anderen prestigeträchtigen Projekt begonnen: Für Lucasfilm entwickeln sie eine "Star Wars"-Trilogie, die unabhängig von der bisherigen Saga im Kino laufen soll. Benioff und Weiss schreiben und produzieren die Filme. Damit sind sie dann doch für den Netflix-Konkurrenten Disney aktiv - denn das Unternehmen hatte die "Star Wars"-Produktionsfirma Lucasfilm und die Rechte an der Sternenkrieger-Reihe 2012 für vier Milliarden Dollar gekauft.

Wann sie angesichts dieses Projekts tatsächlich die Arbeit für Netflix aufnehmen, steht somit, nun ja, in den Sternen. Konkrete Projekte wurden bisher öffentlich nicht genannt.

evh/AP



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
.patou 08.08.2019
1.
Erinnert etwas an Fußball-Transfers, bei denen exorbitante Summen aufgerufen werden, obwohl der Spieler den fußballerischen Zenit eigentlich schon erreicht oder überschritten hat, der Name sich aber noch hervorragend vermarkten lässt. Die finale Staffel von GoT legte nahe, dass Benioff/Weiss sich vielleicht erst mal eine längere kreative Schaffenspause gönnen sollten.
gronkh 08.08.2019
2.
Die finale Staffel von GoT war sicherlich keine Glanzleistung, aber Beniof/Weiss sind eben auch nur Menschen. Kritik auf hohem Niveau und wer meint acht Staffeln auf Top-Niveau zu produzieren, der kann Beniof/Weiss ja seine Hilfe anbieten und dafür ein paar Milliönchen einsacken.
alsterherr 08.08.2019
3.
Ich dachte Netflix ist kurz vor dem Konkurs?
hierundda 08.08.2019
4.
Na, dann ist ja die nächste Gebührenerhöhung nicht mehr weit.
.patou 08.08.2019
5.
Zitat von gronkhDie finale Staffel von GoT war sicherlich keine Glanzleistung, aber Beniof/Weiss sind eben auch nur Menschen. Kritik auf hohem Niveau und wer meint acht Staffeln auf Top-Niveau zu produzieren, der kann Beniof/Weiss ja seine Hilfe anbieten und dafür ein paar Milliönchen einsacken.
Nun war aber gerade die letzte Staffel ziemlich weit entfernt vom Top-Niveau der ersten Staffeln. Löchrige plot lines, ausufernde Schlachtenszenen, wo man den Akzent besser auf die Motivation der Handelnden gelegt hätte. Unlogische Abläufe bis zu dem Punkt, wo einzelne Szenen offenbar fehlten (Arya / white horse). Kämpfe, deren Optik an schlechte Video-Spiele erinnerte (Cleganebowl). Charakterentwicklungen, bei denen einem permanent ein "WTF" durch den Kopf ging (v.a. Jaime), plötzliche Verblödung anderer Figuren (Tyrion). Ich will nicht noch mal alles en détail aufführen, zumal ich mir seinerzeit schon hier in den entsprechenden Threads die Finger wundgeschrieben habe. Die letzte Folge war dann einigermaßen versöhnlich, aber man hätte es besser machen können.
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