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18. August 2013, 16:36 Uhr

ARD-Sonntagskrimi

Der neue "Tatort" im Schnellcheck

Brutale Väter, nebelverhangene Wälder, traurige Ermittler: Ausgerechnet mit einem besonders düsteren Schweizer "Tatort" beendet die ARD die Sommerpause. Respekt!

Was ist das Thema?

Die unheilvolle Liebe der Väter. Eine 14-Jährige wird tot in einem Wald bei Luzern gefunden. Verdächtig sind der leibliche Vater, drogensüchtig und gewalttätig, sowie der Stiefvater, frömmelnd und verstockt. Gott erbarme, was für Gestalten!

Wie blutig ist die neue Folge?

Nicht sehr. Anheimelnd wird es trotzdem nicht. Über den Wäldern hängt ein kalter, nasser Nebel, im Herzen der Ermittler Liz Ritschard (Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser) scheint Eiszeit zu herrschen.

Gibt's einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

Nicht wirklich. Psychologie ist König. Ein schönes schauriges Drama über Männer, die sich aus ihrer nicht eingestandenen Schwäche in Suff oder Religion flüchten.

Wie steht's mit der Komik?

Humor im Schweizer "Tatort"? Dass ich nicht lache!

Und: Können wir das alles glauben?

Ja. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn der Plot gewisse Längen hat.

Lohnt das Einschalten?

Kommt drauf an. Wenn Sie ihren Spätsommerabend mit einem nebelverhangenen Krimi-Drama verbringen wollen, dann auf jeden Fall. Harter, trauriger Stoff. Respekt für die "Tatort"-Planer, dass sie ausgerechnet damit aus der Sommerpause gehen.

Wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Geburtstagskind", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Kristin Haug kommentiert für uns den "Tatort" am Sonntag live auf Twitter.

cbu

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