ARD-Sonntagskrimi auf Langeoog Der neue "Tatort" im Schnellcheck

Obacht, Inselkoller! Im neuen NDR-"Tatort" verliert sich Wotan Wilke Möhring als Ermittler Falke auf Langeoog in einer dubiosen Story um Liquid Ecstasy. Hoffentlich nur ein Zwischenspiel in der Karriere des eigentlich starken Kommissars.

ARD

Was ist das Thema?

Schwierig zu sagen, der Geschichte fehlt die Stoßrichtung. Auf Langeoog wird im großen Stil Liquid Ecstasy gebraut, im Rausch wurde eine Frau ermordet. Bald wimmelt es auf der Insel von Ermittlern, die sich gegenseitig auf den Füßen rumstehen, um einen ziemlich abstrusen Fall zu lösen. Schade um Wotan Wilke Möhring, der doch in der ersten Folge seines Hamburger "Tatort"-Ermittlers Thorsten Falke einen starken Einstand gegeben hat. Schade auch um Nina Kunzendorf, die kurz nach ihrem Abschied beim Frankfurter "Tatort" hier in der Rolle der ostfriesischen Gastermittlerin verheizt wird.

Wie blutig ist die neue Folge?

Nicht sehr. Ein bisschen rot gesprenkelt ist das Gras der Dünen auf Langeoog, ansonsten ist der Gewaltfaktor gering.

Gibt es einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

Nein. Kein starker Plot, keine politische Relevanz - auch dem NDR scheint aufgegangen zu sein, dass so keine Punkte zu machen sind. Das soll sich in den nächsten Folgen ändern: In Zukunft wird Falke mit seiner Kollegin Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) bei der Bundespolizei arbeiten, wo die beiden dezidiert mit der Flüchtlingsproblematik des Landes konfrontiert werden.

Bester Auftritt?

Jan Georg Schütte als Liquid-Ecstasy-Hersteller Gegge. Obwohl der Plot total irre ist, spielt der geniale Kleindarsteller mal wieder grandios den Kleinkriminellen. Ein Lichtblick in diesem trüben Inselkrimi.

Bestes Kleidungsstück?

Das zerschlissene Ramones-T-Shirt. Trug Billstedt-Punk Falke fast die ganze erste Episode, jetzt hat er es als Nachthemd an. Ansonsten wird in diesem Friesenkrimi Norweger, Pudelmütze und maritimes Klimbim getragen.

Und: Können wir das alles glauben?

Leider nein. Ein Krimi, von vorne bis hinten unglaubwürdig.

Lohnt das Einschalten?

Nein. Wer einen Inselkrimi im Friesen-Look sehen will, sollte sich lieber noch mal den ZDF-Film "Mord auf Amrum" anschauen. Trotzdem: Bitte nicht alle Hoffnung fahren lassen, der nächste Falke-Krimi, der von Schleusern in Wilhelmshaven erzählt und gerade dort abgedreht wurde, könnte schon wieder prima sein.

Wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Mord auf Langeoog", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Arno Frank kommentiert für uns den "Tatort" am Sonntag live auf Twitter.

cbu

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
hschmitter 24.11.2013
1. Lohnet bei
der Krimiflut, mit der einen ARD/ZDF als Beitrag zur Demokratie ertränken, ein Einschalten überhaupt? Fast nie. Einschlafen ist meist aufregender. Insofern wäre ich dem SPON dankbar, wenn er auf die seltenen Perlen (vielleicht 2 im Jahr) hinweist anstatt immer wieder auf durchschittliche und nicht erwähnenswerte Fernsehmassenware, die einem 2 Kinobesuche im Monat klaut, einzugehen.
ollux 24.11.2013
2. soeben
einen grausam langweiligen Krimi gesehen, der positiv nur durch einige schöne Dünen-Meeraufnahmen punkten konnte.. Der Mörder war der Captain, der sich seiner Gläubiger zu entledigen wusste. Dies ist die Quintessenz einer schamlos in die Länge gezogen Story, die bestenfalls ins Vorabendprogramm gepasst hätte. Das Spiel der Schauspiel- Protagonisten erschien ähnlich leblos , wie die Hundeleiche im Sand. Vielleicht liegt es an der klimatischen Schärfe der Landschaft dass man meinen mag, so müsse auf Insel "Krimi" gespielt werden. Mein Fall war es nicht!
ich2011 24.11.2013
3. Die Leiterin
der Auricher Mordkommission ist natüröich nicht Frau Brandner. sondern . das weiß jeder Krimileser - Ann Kathrin Klaasen. Und so musste ich die Hälfte der Zeit - es gab ja genug davon - darüber nachdenken, ob Kunzendorf wohl irgendwann mal Ann Kathrin machen könnte...? Ansonsten: Was gibt's auf Langeoog? Dünen, Sand und Wellen. Und den Hafen. Da war der Vorspann eloquenter als der eigentliche Film.
triple-x 24.11.2013
4. Ach, Frau Kunzendorf
hat man Sie jetzt nach Ihrem schwachen Abgang in Frankfurt auf die Insel verbannt. Angesichts der schwachen Story war das wohl eher hoffentlich eine Entsorgung auf Raten. Das wird wohl nix mehr mit den Rollen im Tatort.
piton 24.11.2013
5. Toller Tatort
Wenn SPON verreißt, lohnt sich das Einschalten immer. Ein vom üblichen Psychoballast und gesellschaftlich bedeutsamer Sozialdramatik befreiter Krimi, der durch ruhige Abläufe einen angenehmen Abend bescherte. Kein schweigerscher möchtegern Rambo oder ganze Kommissariate voll mit Psychopathen. Ein wenig z Norddeutsch aber alles in allem ein guter Krimi.
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