ARD-Sonntagskrimi Der München-»Tatort« im Schnellcheck

Klosterurlaub für die gestresste Kommissars-Seele: Batic und Leitmayr ermitteln für diesen »Tatort« unter den Nonnen eines Konvents im Voralpenland. Ja mei is des schee bei den Schwestern.
Szene aus dem Kloster-»Tatort«: Kräuterschnaps und Chorgesänge

Szene aus dem Kloster-»Tatort«: Kräuterschnaps und Chorgesänge

Foto: Hendrik Heiden / BR

Das Szenario:

Die Wonnen der Nonnen. Nachdem der Wirtschaftsprüfer einer Ordensgemeinschaft im Voralpenland vergiftet worden ist, schauen sich Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) für ein paar Tage im Kloster um und lernen dabei, dass es auch jenseits von Sex, Haschisch und Beatmusik berauschende Erlebnisse gibt. Wobei: Getrunken wird in dem Konvent auch, und mit ihren inniglich vorgetragenen Liturgien bringen sich die Schwestern ganz schön in Wallung.

Der Clou:

Klosterurlaub für die gestresste Kommissars-Seele. Eigentlich sympathisch, wie sich die Ermittler hier bei Kräuterschnaps und Chorgesängen dem Leben in der Glaubensgemeinschaft annähern. Am Ende aber ist der Ausflug viel zu seicht inszeniert.

Das Bild:

Der blutende Jesus am Kreuz, davor eine Nonne, die sich mit einer Lederpeitsche geißelt. Von dieser Vision wird Batic heimgesucht, nachdem er einen zweifelhaften Tee mit Kräutern aus dem Klostergarten getrunken hat. Kurzer Einbruch eines katholischen Fiebertraums ins Der-Herr-gibt-der-Herr-nimmt-Idyll.

Der Dialog:

Kommissar Leitmayr spaziert mit einer Nonne durch den in Blütenracht stehenden Klostergarten.

Leitmayr: »Ah, schön haben Sie es hier, aber...«

Nonne: »Trotzdem fragen Sie sich, ob wir das Leben außerhalb nicht vermissen.«

Leitmayr: »Jaaa! Sie verzichten auf eine ganze Menge.«

Nonne: »Auf Sex, Drugs and Rock'n'Roll?«

Leitmayr: »Jahahaaa!«

Nonne: »Sie denken, mehr gibt es nicht im Leben?«

Leitmayr: »Ja doch, natürlich gibt es mehr. Aber das gibt es eben auch.«

Nonne: »Glauben Sie an Gott?«

Leitmayr: »Nö. Sie?«

Fotostrecke

Kommissar-Karussell: Alle »Tatort«-Teams im Überblick

Foto: SWR/Daniel Dornhöfer

Die Musik:

»Regem cui omnia vivunt« . Gleich am Anfang stimmen die Nonnen dieses Totenoffizium an. Auftakt für einen Score, in den Komponist Richard Ruzicka Glocken, Litaneien und Selbstgeißelungs-Peitschenknallen einbaut.

Die Bewertung:

5 von 10 Punkten. Ja mei is des schee bei den Schwestern: Ein bisschen mehr Furor hätte dieses Bibel-und-Bastelwochenende mit Batic und Leitmayr gut vertragen können. Im Anschluss an den »Tatort« wird das Tempo im Ersten übrigens drastisch angezogen: in der dann startenden Serie »Legal Affairs«  flucht und trickst sich Lavinia Wilson als Starjuristin durch die Hauptstatdt. Die ARD im Wechselbad der Gefühle.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!

»Tatort: Wunder gibt es immer wieder«, Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste

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