Nach fast 60 Jahren Deutsches Fernsehballett vor dem Aus

Das Deutsche Fernsehballett war schon zu DDR-Zeiten eine Institution. Ende des Jahres soll das Ensemble zum letzten Mal im TV auftreten.

Es trat im "Tatort" auf, bei Carmen Nebel und "Wetten, dass..?" - und in der beliebten DDR-Show "Ein Kessel Buntes". Fast 60 Jahre lang bestand das Deutsche Fernsehballett, zuletzt war es im MDR zu sehen. Damit ist bald Schluss: Das Ensemble werde Ende 2021 aufgelöst, bestätigte Geschäftsführer Peter Wolf dem SPIEGEL. Zuerst hatte die "Bild am Sonntag" berichtet.

Der MDR sei als einziger regelmäßiger TV-Auftraggeber übrig geblieben, sagte der Medienmanager und Produzent Wolf, der das Ballett 2012 übernahm. Das reiche nicht, um das Ensemble weiterhin zu unterhalten. Eine Show mit 18 Tänzerinnen und Tänzern im Fernsehen koste rund 40.000 Euro.

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Deutsches Fernsehballett - ein Rückblick

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Der Abschied soll in zwei Schritten erfolgen: Im Dezember tritt das Ensemble zum letzten Mal im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auf. Danach folgt eine Abschiedstournee. Am 4. Dezember 2021 soll das Ensemble dann zum endgültig letzten Mal bei einem Konzert des Sängers Semino Rossi in Bremen tanzen.

1962 hatte der Ballettmeister Günter Jätzlau das Ballett im Auftrag des Deutschen Fernsehfunks der DDR gegründet, nach der Wiedervereinigung übernahm zunächst der MDR die Kompanie, 2012 dann Peter Wolf. Vor sechs Jahren stand das Ensemble aufgrund der schlechten Auftragslage schon einmal vor dem Aus. Damals überlebte es jedoch, weil sich zahlreiche Prominente für seinen Fortbestand einsetzten.

Dass die Abwicklung auch diesmal abgewendet werden könnte, schloss Inhaber Wolf aus. "Es war eine tolle Zeit, aber nun ist sie zu Ende", sagte er dem SPIEGEL.

lov
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