RTL-Serie "Deutschland 83" Mäßige Quoten trotz Hype

Das neue RTL-Prestigeprojekt "Deutschland 83" hat zum Auftakt gute Quoten geholt: Mehr als drei Millionen Zuschauer sahen die erste Folge der Agentenserie. Angesichts des medialen Hypes hätte man allerdings mehr erwarten können.

Jonas Nay in einer Szene aus "Deutschland 83": Kritiker-Liebling
SundanceTV/ RTL

Jonas Nay in einer Szene aus "Deutschland 83": Kritiker-Liebling


Von "Die beste Serie, die jemals in Deutschland gedreht wurde" bis hin zu "gewöhnlich und platt": So viel Beachtung wie "Deutschland 83" hat eine deutsche Serie in den Feuilletons selten erfahren, die meisten Kritiken fielen begeistert aus - wie auch diese. Ein Agenten-Thriller in Anlehnung an den US-Erfolg "Homeland" sollte es sein, nur teilten die Zuschauer den Enthusiasmus der Kritiker offenbar nicht: Zum Auftakt der Serie am Donnerstagabend bei RTL blieben die Einschaltquoten hinter den Erwartungen zurück.

Die erste Episode sahen 3,19 Millionen Menschen, das entspricht einem Marktanteil von 14,6 Prozent, der damit höher lag als der Senderdurchschnitt. In der werberelevanten Gruppe der 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil von "Deutschland 83" noch höher, bei der ersten Folge waren es 15,2 Prozent.

Doch bei der zweiten Episode um 21.15 Uhr schalteten schon weniger Menschen ein, die Quote rutschte auf 2,86 Millionen Zuschauer, der Marktanteil auf 9,0 Prozent (bei den 14- bis 49-Jährigen 14,1 Prozent).

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RTL-Agentenserie: Der Spion, der das US-Fernsehen infiltriert
Für RTL ist das Ergebnis wohl eher ernüchternd, schließlich hatte der Sender für den Agenten-Thriller viel um Aufmerksamkeit geworben und diese auch bekommen. Nun lag die Quote nur wenig oberhalb der Einschaltzahlen, die vorher "Alarm für Cobra 11" auf dem Sendeplatz einfuhr.

Den Tagessieg holte am Ende ohnehin ein anderes Format, wie der Branchendienst DWDL meldet: Den ZDF-Heimatkrimi "Die Bergretter" schalteten demnach 4,69 Millionen Zuschauern ein. Auch in der jungen Zielgruppe musste sich "Deutschland 83" geschlagen geben. Hier erreichte "The Voice of Germany" etwa 10.000 Menschen mehr.

Agenten-Serie "Deutschland 83"

vks/dpa



insgesamt 42 Beiträge
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Lölölöwenbändiger 27.11.2015
1. Vielleicht liegt es auch daran
dass momentan Serien - unter anderem und gerade auch von Spon - hochgejazzt werden, die außer vollmundigen Ankündigungen dann nichts bieten. Beispiel: Letzte Woche wurde noch "The Man in The High Castle" bejubelt. Ehrlich gesagt, habe ich das nach 20 Minuten abgeschaltet; selten so einen schlecht gespielten und unterirdisch geschriebenen Käse gesehen (nachdem die Schwester der Haupt-Protagonistin noch eine Rolle Filme in die Hand gedrückt hat und dann von der Polizei erschossen wird, schaut sie sich die Filme an, verdrückt dabei die eine oder andere Träne (immerhin), erzählt dann ihrem vorbeikommenden Freund von den Filmen um dann nebenbei noch anzumerken, dass ihr Schwester tot sei. Und "wertet" sie dann noch zur Halbschwester ab) Und wer sich gerne gute Serien anschaut, für den ist RTL ja auch nicht unbedingt der Sender der ersten Wahl (bei mir z.B. auf Programmplatz 25 - wenn ich beim Zappen je dahin komme, weiß ich eh schon, dass ich eigentlich auch abschalten kann ;-))
Bert Tau 27.11.2015
2.
Als Tiger gestartet, aber es wurde nur ein Bettvorleger. Eine kranke Mutter macht den Sohn erpressbar, weil in der DDR eh nur Stasi-Getreue eine neue Niere bekamen. Dann der mysteriöse Umzug in den Westen mit einem gebrochenen Finger, um die Goldberg-Variationen nicht spielen zu müssen, ein Einbruch in ein Büro und einer in ein Hotelzimmer sowie eine Asiatin, die mal ebenso locker über ein Geländer in die Tiefe stürzt und dann verschwindet. Dazu Agentenführer an allen Ecken, die den nachsichtigen Liebreiz des MfS verkörpern. Und ein saudämlicher BND, der von allem nichts ahnt. Wie soll das nur weitergehen?
bauausdo 27.11.2015
3. Stoppt doch endlich das Mantra
Die werberelevante Gruppe von 14 bis 49 gibt es nicht, auch wenn sie gern in Quotencharts genannt wird. Wer soll denn wohl den Flachbildschirm für 900 Euro kaufen, für den der Elektromarkt wirbt? Der 15- oder 50-Jährige?
fleischzerleger 27.11.2015
4.
Zitat von Bert TauAls Tiger gestartet, aber es wurde nur ein Bettvorleger. Eine kranke Mutter macht den Sohn erpressbar, weil in der DDR eh nur Stasi-Getreue eine neue Niere bekamen. Dann der mysteriöse Umzug in den Westen mit einem gebrochenen Finger, um die Goldberg-Variationen nicht spielen zu müssen, ein Einbruch in ein Büro und einer in ein Hotelzimmer sowie eine Asiatin, die mal ebenso locker über ein Geländer in die Tiefe stürzt und dann verschwindet. Dazu Agentenführer an allen Ecken, die den nachsichtigen Liebreiz des MfS verkörpern. Und ein saudämlicher BND, der von allem nichts ahnt. Wie soll das nur weitergehen?
Zuerst müßte man das Milchbubigesicht des Hauptdarstellers, der es gerade mal zum Rudelführer bei den Jungpfadfindern oder Neumitgliedern der GST geschafft hätte, druch ein etwas Älteren ersetzen. Ansonsten, 10 Minuten haben gereicht, um festzustellen, daß es nur ein Bruchteil des Niveaus von Weissensee bietet.
schmidt_k 27.11.2015
5. RTL für Abiturienten
Statt Frauentausch hier mal Agententausch. Die Dialoge platt, die "Handlung" hanebüchen usw. usw., der Westen erklärt die DDR. Ich hab immer gedacht, gleich kommt der Hubertus Knabe ins Bild und sagt uns was wir jetzt zu denken haben.
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