Band eröffnet Nachrichtensendung "Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen mit den Tagesthemen"

Die "Tagesthemen" wurden am Freitag mit Gitarrenriffs eröffnet. Die Band Die Ärzte war zu Besuch bei der ARD-Nachrichtensendung und machte auf die Probleme der Kulturbranche in der Coronakrise aufmerksam.
Foto: ARD

Die Punkmusiker von Die Ärzte haben am Abend die "Tagesthemen" im Ersten eröffnet. Mit Gitarrenriffs spielten sie die Anfangsmelodie der ARD-Nachrichtensendung nach und sagten: "Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen mit den Tagesthemen". Es war das erste Mal, dass in der Sendung Livemusik gespielt wurde.

Der Auftritt der Berliner Band hatte jedoch einen ernsten Hintergrund. Farin Urlaub, Bela B und Rod Gonzales appellierten an die Politik, in der Coronakrise nicht die Kulturbranche zu vergessen. Die Menschen, die in der Musikszene arbeiten, würden in Zeiten von Corona ignoriert, sagte Ärzte-Sänger Urlaub.

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"Das Problem ist tatsächlich, wir nehmen Kultur als gegeben hin, Kultur ist einfach immer da", sagte Urlaub. Dabei falle zu wenig auf, dass Kultur nicht nur kommerziell erfolgreiche Bandmusiker wie sie selbst brauche, sondern einen ganzen Unterbau: Klubbetreiber, sogenannte Roadies, also Technik- und Aufbauhelfer, sowie kleinere Bands, die noch keine Plattenverträge haben. Wenn das wegbreche, sei das ein "langfristiger Schaden", sagte er.

Menschen seit sieben Monaten ohne Arbeit

Schlagzeuger Bela B berichtete, dass wegen der fehlenden Auftrittsmöglichkeiten in der Krise viele dieser Menschen seit sieben Monaten keine Arbeit hätten. "Wir hoffen, die Politiker dazu zu bringen, diese Branche mit 1,4 Millionen Menschen auch zu sehen", sagte er.

Autokonzerte oder Streamkonzerte spielten für die Band als Überbrückungsmöglichkeit in der Coronakrise keine Rolle. "Das passt nicht zu uns. Unser Publikum muss sich aneinander reiben", sagt Bela B. Ihre geplante Tour hatten Die Ärzte auf das nächste Jahr verschoben. "Wir müssen uns wahrscheinlich damit abfinden, dass - solange Corona so wütet wie jetzt gerade - die Art von Konzerten, die wir gern spielen, einfach nicht möglich ist", sagte Urlaub. Für kleinere, weniger bekannte Bands oder Klubbetreiber und die Techniker sei die Situation aber schlimmer.

Für die Band war der Auftritt aber auch ein willkommener Termin, um ihr neues Album zu promoten. Am Freitag hatten Die Ärzte ihr neues Album "Hell" veröffentlicht und damit ihr Comeback nach acht Jahren Pause gegeben. Lesen Sie hier mehr zum SPIEGEL-Album der Woche.

hba/dpa
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