Kritik an Nuhr und Co. "Viele Satiriker sind keine"

"Moderationswichtigtuer" und "Rundum-sorglos-Unterhalter": Mit deutlichen Worten hat der Leiter des Deutschen Kabarettarchivs im SPIEGEL auf deutsche TV-Satiriker geschimpft. Der Zorn richtet sich vor allem gegen Dieter Nuhr und Ingo Appelt.
Comedian Nuhr: Enttäuschung über den "Gipfel"-Präsentator

Comedian Nuhr: Enttäuschung über den "Gipfel"-Präsentator

Foto: Jˆrg Carstensen/ picture alliance / dpa

Hamburg - Jürgen Kessler, Leiter des Deutschen Kabarettarchivs, kritisiert im SPIEGEL den Zustand der Satire im deutschen Fernsehen. "Viele Satiriker sind keine", sagte Kessler. "Sondern Moderationswichtigtuer, die andere unter die Gürtellinie schlagen, oder Rundum-sorglos-Unterhalter, die unsere Verfassungswirklichkeit nicht interessiert. Da hilft es auch nichts, wenn der Name einer Fernsehsendung Gegenteiliges behauptet."

Besonders hart geht Kessler mit der von Dieter Nuhr moderierten ARD-Sendung "Satire Gipfel" ins Gericht: "Ich erlebe, wie die Kabarett-Szene vom 'Gipfel'-Präsentator enttäuscht ist und dem Sender Eingaben schickt. Einige seiner Gäste reißen es immer wieder raus, Andreas Rebers zum Beispiel oder Max Uthoff." Anderen aber hänge "Satire-Missbrauch" an, etwa dem Comedian Ingo Appelt. Das ganze Interview können Sie hier im SPIEGEL nachlesen.

Lobende Worte findet Kessler indes für den im vorigen Jahr verstorbenen Dieter Hildebrandt. Ihn will das in Mainz ansässige Deutsche Kabarettarchiv  am 28. Mai ehren: "Seine Witwe und eine seiner Töchter werden in unserem Museumsgewölbe eine Büste enthüllen, in Anwesenheit von Freunden wie Ottfried Fischer, Dieter Hanitzsch oder Klaus Staeck. Sie wird gegenüber der Büste von Hanns Dieter Hüsch ihren Platz finden, dem anderen Großen."

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