Donna-Leon-Krimis im Ersten Uwe Kockisch spielt zum letzten Mal Commissario Brunetti

Seit 19 Jahren ermittelt Guido Brunetti für das Erste in Venedig. Weihnachten soll nun die letzte Folge des Donna-Leon-Krimis laufen. Es ist der 26. Fall des zuletzt von Uwe Kockisch verkörperten Commissario.

Uwe Kockisch in "Stille Wasser", dem letzten Brunetti-Krimi
Nicolas Maack/ ARD

Uwe Kockisch in "Stille Wasser", dem letzten Brunetti-Krimi


Der Donnerstag im Ersten ist den deutschen Auslandsermittlern vorbehalten. Jürgen Tarrach ist dort als portugiesischer Anwalt Eduardo Silva unterwegs, Pasquale Aleardi als bretonischer Kommissar Dupin, und neuerdings löst auch Désirée Nosbusch als Polizeipsychologin Cathrin Blake Fälle in Irland. Es werden also immer mehr deutsche Schauspieler, die vor touristischen Impressionen Mordfälle bearbeiten.

Nun wurde allerdings der Abschied eines Veteranen dieses sehr eigenen öffentlich-rechtlichen Fernsehgenres des Auslandskrimis bekanntgegeben: Wie die Produktionsfirma Ufa bekannt gab, sollen die Donna-Leon-Krimis eingestellt werden. Sie gehören zu den bestbesetzten Filmen unter den Donnerstags-Produktionen. Es geht darin um die Untersuchungen des venezianischen Commissario Guido Brunetti.

In den ersten vier Fällen der Reihe, die im Jahr 2000 startete, wurde der Ermittler noch von Joachim Król verkörpert; ab 2003 übernahm Uwe Kockisch die Rolle. Am 25. Dezember wird die letzte Folge mit ihm zu sehen sein, sie trägt den Titel "Stille Wasser". Es wird dann der 22. Fall von Kockisch als Brunetti gewesen sein und der 26. Donna-Leon-Krimi in der ARD insgesamt.

In einem über die Ufa verbreiteten Statement erklärte der 75-jährige Kockisch: "Meine erste Begegnung mit Venedig, kurz vor dem Drehbeginn 2002, war eine Mischung aus Staunen und Ablehnung, aus Nichtverstehen: Was ist das? Eine Stadt im Wasser, sehr alt, schief, morbid, angefressen vom Zahn der Zeit, und doch steht sie da und zeigt ihren Reichtum aus langst vergangenen Jahrhunderten noch heute - und sie lebt. So war der Anfang und dann, mithilfe der Rolle Guido Brunetti, das Kennenlernen und der Respekt. Respekt und Zuneigung."

Kockisch schließt seinen Abschied von der Rolle mit den Worten: "Nirgendwo anders kann man Vergänglichkeit so direkt erleben wie in Venedig. Und das ist sehr befreiend. - Ciao Commissario! Wir sehen uns wieder!"

cbu



insgesamt 12 Beiträge
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volkerbrosch 14.11.2019
1. Schade
Schade, denn die Donna-Leon-Krimis fand ich immer sehr sehenswert. Besser als viele andere Krimis. Da verabschiedet man sich ohne Not von einem Erfolgsformat.
carlitom 14.11.2019
2.
Zitat von volkerbroschSchade, denn die Donna-Leon-Krimis fand ich immer sehr sehenswert. Besser als viele andere Krimis. Da verabschiedet man sich ohne Not von einem Erfolgsformat.
Schöne Kulisse, aber nur anzusehen ohne Ton. Sonst kommt so extreme Ruhrpottatmosphäre auf.
Athlonpower 14.11.2019
3. ARD und ZDF senden ja billige Krimis bis zum Erbrechen
Zitat von volkerbroschSchade, denn die Donna-Leon-Krimis fand ich immer sehr sehenswert. Besser als viele andere Krimis. Da verabschiedet man sich ohne Not von einem Erfolgsformat.
Ja genau, wo wir doch seit Jahren fast keine Krimis im Öffentlich-Gebrechlichen Regierungsfernsehen vorgesetzt bekommen, es läuft doch so gut wie nichts anders, mal im Ernst, ob ich das noch erlebe, daß bei ARD und ZDF mal an einem einzigen Tag im Jahr kein Krimi gesendet wird?
peter-11 14.11.2019
4. Schade, aber ...
die Donna-Leon- Krimis lebten auch durch ihre Darsteller 7nd die werden nun auch nicht jünger. Uwe Kockisch ist auch ein toller Schauspieler und in dieser Rolle "Brunetti" irgendwie unschlagbar.
Neckarwelle 14.11.2019
5. Nicht so sehr schade
Endlich. Diese Serie ist so unitalienisch wie nur irgendwas und hat mit den tollen Büchern von Donna Leon überhaupt nichts zu tun. Die besondere venezianische Atmosphäre überträgt sich in den Filmen überhaupt nicht - das liegt aber nicht nur an Kokisch, sondern an sämtlichen teutonisch-hölzern agierenden Schauspielern und einer grottigen Regieführung. Kein Verlust, leider.
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