Dschungelcamp, Tag 9 Allgemein zu schwanzig

Der Dschungel hat ein kleines Formtief: Zum Auftakt der zweiten Campwoche plätschert das Geschehen dahin wie Krokodileierkulat. Und zwar, schließlich sind wir hier immer noch bei RTL, ganz buchstäblich.

RTL/ Stefan Menne

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Penisverwirrung des Tages: "Mit dem Schwanz will ich nichts zu tun haben, hatte ich nichts zu tun und werde ich nichts zu tun haben", hebt Evelyn im Dschungelcamp zu einer ihrer inzwischen sattsam bekannten Doofberichterstattungen an: "Ist mir echt zu schwanzig!"

Letzterer Satz fasst aus geläutgeplagter Zuschauersicht ganz gut die diesjährige Nacktduschszenenauswahl zusammen, Auslöser ist bei Evelyn aber der zum Abendessen gelieferte Känguruschwanz. "Der hat bestimmt noch Sperma innendrin", grault sie sich, weil sie nicht erkennt, dass es sich bei dem Fleischbatzen ganz offensichtlich nicht um das Geschlechtsteil, sondern um die rückwärtige Stützgliedmaße handelt.

Nun wäre es angesichts der fast yottaoberarmdicken Ausmaße des Scheinschwengels interessant gewesen, Evelyn einmal eine grobe anatomische Skizze des dazugehörigen Kängurus anfertigen zu lassen: Wie sollte sich das Hüpftier solchermaßen überdimensioniert behangen wohl vorwärtsbewegen? Mit kleinen Stützrädern am Genital?

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Tag 9: Sibylle ist raus

Dramaturgischer Knackpunkt des Tages: Was nützen Hiebe in Gedanken? Und wo verrottet eigentlich seit Tagen die schöne Wagenladung schlachtwarmes Beef, das Yotta und der CWM bei ihrem Einzug im Camp abgekippt hatten? "Hinterfotzige Drecksau", nennt zwar der Erste den Zweiten, aber leider doch nur in dessen Abwesenheit. "Fick mit mir, und ich fick dich doppelt zurück", verspricht Yotta einen wohl eher metaphorischen Bumsediscount. Der große Showdown zwischen den beiden mythischen Männchengestalten lässt indes weiter auf sich warten.

Freud-Fantasie des Tages: Sie liegt bewegungsunfähig in einem Käfig, gefangen! Auf ihr, schnaufend, faulig dünstend: Ein warziges Ledertier, seine Pratzen auf ihrem Körper, das vor Behagen auch noch spontan eierkuliert - klingt wie ein unappetitlicher Selbstheilungstraum, in dem Doreen die gesammelten Übergriffigkeiten von Schmuddelcamper Tommi verarbeitet.

Es war aber tatsächlich die gestrige Dschungelprüfung, die ausnahmsweise mal kein abrupt beendetes giselliges Beisammensein war, sondern tatsächlich angetreten wurde. Und bei der sich unter anderem ein Krokodil auf der starr ausharrenden Doreen erleichterte. "Da war noch mehr als Pipi dabei, war das ein Junge?", erkundigte sie sich danach so dezent, wie einem das mit Krokosudel auf der Hose eben so möglich ist. Felix kramte anschließend auf einem Rattenwühltisch herum, und da wusste man dann auch wieder, warum der Prüfungsteil immer der uninteressanteste Dschungelaspekt ist.

Info des Tages: "Ich muss kacken wie ein Schwein", beschied Doreen nach der Prüfung. Offenbar hatte die wechselwarme Krokoauflage darmwärts irgendwelche Blockaden gelöst: "Da sind neun Tage drin."

Schrott-PR des Tages: "Heute kann ich's sagen, heute geht die Pressemitteilung raus", frohlockte Felix und erzählte nun noch mal das, was wir alle doch längst schon wieder wissen und bereits irrelevanzhalber wieder vergessen hatten: Er wird Vater. Und zwar einer, der weiß, was Kinder wirklich brauchen: "Ich werd' so ein Vater, der sagt: Schatz, wir sind bei Toys'R'Us, such dir fünf Sachen aus, egal was." Weil diese Konsumdeppertheit allein nicht reicht, gleich noch eine Fuhre Pinkschwachsinn hinterher: "Ich will ein Mädchen haben, so ne kleine Prinzessin!". Und der CWM trötet grunddämlich hinterher: "Ja, die kann man so geil einkleiden." Vielleicht sollte man doch einfach aufgeben.

Schrott-PR des Tages II: Kaum aus dem Camp geschasst, wird Domenico von einem akuten Influencer-Schub geschüttelt: "Check mal, wieviele Follower ich habe, ob die gestiegen sind", weist der Großschopferte noch während seines Rücktransports einen RTL-Mitarbeiter zum Instagram-Check an.

Dann sehen wir endlich wieder Szenen aus dem vielleicht schönsten dramaturgischen Untergenre bei IBES: Das aufklärende Gespräch, das die Campverstoßenen bei ihrer Rückkehr ins Hotel Versace aus ihren Karrierefantastereien wieder auf den Boden der Tatsachen holt, wahlweise durchgeführt von einem ungelenk herumdiplomatierenden Freund oder einem stets operettenhaften Manager. "Es gab ein bisschen schlechte Sachen", moderiert Freund Luigi im trauten Italienergespräch das domenicosche PR-Debakel an. Erfreulich aber: Immerhin hat sich das Bewusstsein für gegenderte Sprache inzwischen offenbar auch bis in ungeahnte demografische Schichten vorgewühlt, wie man an Luigis Ausführungen über Evelyn ablesen kann: "Die steht als Opferin da." Recht so, Bruder, beziehungsweise Schwester.

Und wer wurde rausgewählt? Sibylle, das ist schade. Immerhin lieferte sie vor ihrem Abgang zum Finale noch eine goldene Sentenz frisch aus der ekelfleckigen "Was sagt eine Pornodarstellerin, die gerade aus dem Dschungelcamp geschmissen wird?"-Witzekladde: "Da steckt man halt nicht drin."

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insgesamt 91 Beiträge
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Seite 1
durstiger_dorsch 20.01.2019
1. "vielleicht sollte man doch einfach aufgeben"
Nein! Liebe Frau Rützel, bitte geben Sie nicht auf. Wir Fans fürchten uns eh' schon vor Ihrem verdienten Pausentag. Das Camp schwächelt, das stimmt, aber ich bin sicher, da geht unterhaltungstechnisch noch viel die kommenden Tage.
michiansorge 20.01.2019
2. Formtief
Warum eigentlich berichtet ein seriöses Nachrichtenmagazin über ein Trashformat wie das Dschungel Camp? Ein Horde C und D oder noch schlechter klassifizierter "Promis", die sich gegenseitig beleidigen und Tierhoden essen müssen etc. Toll. Selbst der Bachelor hat mehr Format und der rangiert schon ganz, ganz weit unten in der Skala. Das hier angesprochene Formtief existiert m.E. daher bereits seit Beginn der Sendung. Ein ernstgemeinter Vorschlag um aus dem Formtief zu kommen: Schickt doch mal alle Minister und Parteivorsitzenden der aktuellen Bundesregierung in den Dschungel. Das wäre nicht nur ein Riesenspass für die Bevölkerung, sondern dann würden wohl sogar die Einschaltquoten von Helene Fischer übertroffen werden.
dasfred 20.01.2019
3. Die Pressemitteilung geht heute raus
Wer das Trash Potential bei Domenico und Sibylle nicht erkennt und für flachbrennende Vorspannaktricen anruft, dem wird der Telefonanschluss gesperrt. Ich hatte schon fast vergessen, wie langweilig Dschungel Prüfungen sein können. Bei der Käfignummer wäre der Ekelfaktor noch größer, wenn in einer Krokoleder Handtasche ein Joghurt ausgelaufen wäre. Nur die possierlichen Ratten in den niedlichen T-Shirts konnten mich einen Moment besänftigen. Naja, Evelyn. Auch keine Steigerung zu den letzten Tagen. Der einzige Vorteil an ihrer Fehleinschätzung: Man hat einen Vorwand um im SPON Forum das Wort Penis schreiben zu dürfen, den sie als züchtige Jungfer nie vor der Kamera in den Mund nehmen würde. Diese Staffel begann so hoffnungsvoll aber ich fürchte, der Höhepunt ist überschritten. Von nun an gehts bergab.
jazz66 20.01.2019
4. Genaus so
Zitat von dasfredWer das Trash Potential bei Domenico und Sibylle nicht erkennt und für flachbrennende Vorspannaktricen anruft, dem wird der Telefonanschluss gesperrt. Ich hatte schon fast vergessen, wie langweilig Dschungel Prüfungen sein können. Bei der Käfignummer wäre der Ekelfaktor noch größer, wenn in einer Krokoleder Handtasche ein Joghurt ausgelaufen wäre. Nur die possierlichen Ratten in den niedlichen T-Shirts konnten mich einen Moment besänftigen. Naja, Evelyn. Auch keine Steigerung zu den letzten Tagen. Der einzige Vorteil an ihrer Fehleinschätzung: Man hat einen Vorwand um im SPON Forum das Wort Penis schreiben zu dürfen, den sie als züchtige Jungfer nie vor der Kamera in den Mund nehmen würde. Diese Staffel begann so hoffnungsvoll aber ich fürchte, der Höhepunt ist überschritten. Von nun an gehts bergab.
Wobei ich Sibylle tatsächlich weniger Trash-, sondern eher Großherzpotential zuordnen würde. Aber daran scheitert vermutlich auch die Redaktion. Sie schneidet und kommentiert und musikuntermalt brilliant, und die Zuschauer machen, kurzsichtig wie sie sind, was sie wollen. Da kommt doch Frust auf, gerade beim Bergfest. Seufz. Ich lege mich heute fest: Peter wird King.
harronal 20.01.2019
5.
Zitat von michiansorgeWarum eigentlich berichtet ein seriöses Nachrichtenmagazin über ein Trashformat wie das Dschungel Camp? Ein Horde C und D oder noch schlechter klassifizierter "Promis", die sich gegenseitig beleidigen und Tierhoden essen müssen etc. Toll. Selbst der Bachelor hat mehr Format und der rangiert schon ganz, ganz weit unten in der Skala. Das hier angesprochene Formtief existiert m.E. daher bereits seit Beginn der Sendung. Ein ernstgemeinter Vorschlag um aus dem Formtief zu kommen: Schickt doch mal alle Minister und Parteivorsitzenden der aktuellen Bundesregierung in den Dschungel. Das wäre nicht nur ein Riesenspass für die Bevölkerung, sondern dann würden wohl sogar die Einschaltquoten von Helene Fischer übertroffen werden.
Weil wir sonst nicht in den Genuss der herrlichen Rezensionen von Frau Rützel kämen. That's pretty easy, isn't it?
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