Dschungelcamp, Tag 4 Fantastische Tierwesen am trüben Intrigentümpel

Sie finden das Dschungelcamp trotz vielversprechenden Starts jetzt dann doch eher fad? Kurzes Coaching, fokussieren Sie sich! Hier sind die mühsam zusammengescharrten Highlights von Tag vier.

RTL

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Tier des Tages: Man kennt dieses Monster aus der ambitionierten Schwarzpädagogik, jeder hat seinen schwer erziehbaren Rotzblagen ja sicher schon mal damit gedroht: "Wenn du nicht brav bist, kommt das Erdmännchen-Ungeheuer, und das klatscht dir dann so richtig eine mit der Schwanzflosse!"

Zumindest Evelyn ist fest überzeugt von der Existenz besagten Wehrschwanzhörnchens (das das Camp heimsucht, wenn man die Essensreste nicht ordnungsgemäß entsorgt) und außerdem der Meinung, "Cobra 11" wäre der korrekte Name für eine Schlangenart (die bevorzugt auf Asphalt lebt und öfters mal ohne äußere Gewalteinwirkung spontan explodiert).

Gerade in der Anfangsphase des Camps, wenn die Dramaturgie gerne zwischendurch mal ein ausgedehntes Schlümmerchen macht und sich auch trotz energischen Rüttelns einfach noch mal grunzend umdreht, träumt man sich als leicht fadisierter Zuschauer gerne mal spannendere Alternativkonzepte zum Dschungel herbei.

Warum nicht lieber zwei Stunden zuhören, wie Evelyn aus dem Gedächtnis Tiere beschreibt und über die Heimtücke vermeintlich harmloser Putzigtiere aufklärt? Arbeitstitel: "Fantastische Tierwesen und wie sie zu erfinden sind." Schalten Sie ein und erfahren Sie mehr über Tapire, die sich katzengleich anschleichen können und einem dann gerne so richtig fies ins Gesicht furzen. Und über Koalas, die einem unerwartet ihre kaltnassen Händchen ins Ohr stecken und einen feuchten Fuzzi verpassen.

Leadership-Lesson des Tages: Stärke, Energie, Hiltiness? Alles Firlefanz! Teamchefin Evelyn weiß, was die wichtigste, heiligste Aufgabe eines echten Anführers ist: "Beim Klo die Kacki wegmachen."

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Dschungelcamp Tag 4: "Klinik unter Palmen" im Dschungelcamp

Rebell des Tages: Der CWM feilt weiter an seiner Kontermotivation und freut sich über fortgesetzten Gläubigenschwund bei seinem Widersacher: Schon wieder ist einer abgängig beim allmorgendlichen Yottesdienst! Und macht sich nicht einmal mehr groß Mühe, sich für seine Absenz eine plausible Ausrede einfallen zu lassen. "Domenico, bist du dabei?", betreibt Yotta, ganz gelernter Versicherungsvertreter, klassische Frontalakquise. "Nee, ich schneid mich grad", antwortet jener von seiner Pritsche.

Das ist ganz kurz vor "Geht grad leider schlecht, ich dengele mir gerade glühende Nägel in die Nasenlöcher." Am trüben Intrigentümpel, seiner bevorzugten Ränketränke, treibt der CWM dann im Gespräch mit Felix seine Anti-Yotta-Kampagne weiter voran: "Bin mal gespannt, wann bei ihm endlich die Maske fällt", sagt der Mann, der sich kurz vorher noch so sorgfältig seinen Bart aufgepinselt hat, als vollende er gerade die letzte Seite in seinem Mandala-Ausmalbuch.

Beichte des Tages: Im Camp ist es wie bei der Detoxkur: Die Schlacke muss raus, je zügiger der Krustenschorf aus dem System gespült wird, desto besser. Tränenschwer deklamiert Yotta, er sei "immer noch ein kleiner Junge, der nach Liebe und Anerkennung strebt".

Nach Scheidung, Pleite und Haus-Zwangsversteigerung habe er schon einmal auf der Straße gestanden und an Selbstmord gedacht. Kurz vor knapp sei ihm dann zwar kein brennender Dornbusch, aber immerhin eine Popo-Parade aus hotten Beachbabes erschienen, die ihm neuen Lebensmut schenkten.

Authentischer kriegt das mit der Selbstreflexion wenig später Sybille hin, die offen und zerrüttet erzählt, dass ihr die Pornodrehs nie Spaß gemacht hätten. Es gibt schließlich keinen besseren Ort als das Dschungelcamp, um darüber zu räsonieren, wozu Menschen sich so alles für Geld hinreißen lassen.

Schmierlapp des Tages: Während Yotta und Sybille beichten und barmen, will Domenico dreist abkürzen und Absolution ganz ohne Reue einfahren - und über seinen Evelyn-Betrug schon wieder einen "Stein drüber" wuchten. "Wir müssen uns kurz aussprechen. Du musst auch gar nicht antworten. Auf jeden Fall nicht böse werden", so stellt er sich die angestrebte Blitz-Aussöhnung vor: "Wir machen Handshake und dann ist alles gut. Im Leben steckt man nicht drinnen, es ist jetzt, wie es ist, und für mich ist es das allerbeste so."

Evelyn verweigert sich leicht fassungslos, und Domenico erklärt Felix, was so toll an seiner frischen Vaterschaft ist: Fotos mit seiner kleinen Tochter werden bei Instagram einfach viel besser abgelikt. Äußerlich erinnert der Familyman mit seiner zunehmend seidenhuhnartigen Tuff-Frisur immer mehr an ein aufgeplatztes Plüschtier, bei dem oben schon die Füllung rausquillt, vielleicht könnte sich das mal jemand anschauen.

Pornotitel des Tages: "Mein Gott, war die Gurke gut!", bricht es nach dem halbfeudalen Abendessen aus Tommi heraus. Vielleicht Inspiration für ein Schmuddelfilmchen, angesiedelt im Veganermilieu?

Und wie war es bei der Prüfung? Gisele gab dieses mal nicht das regungslos festgeklebte Weindummi, sondern das krakeelende Stehrümchen, und das war deutlich amüsanter anzuschauen. Zusammen mit dem CWM musste sie sich durch ein Dschungelhospital voller Ekelzeug wühlen, sah ihm allerdings die meiste Zeit kreischend dabei zu, während er sie mit "Gisele, schrei doch nicht so. Gisele, komm zur Ruhe. Gisele, bitte"-Dauerschleife zu beruhigen versuchte.

Erstaunlicherweise brachte das am Ende acht Sterne. Heute muss Gisele wieder ran, dieses Mal zusammen mit Yotta - langsam erinnert die dauernd von irgendwem Antherapierte an einen menschgewordenen Galileo-Beitrag, in dem verschiedene windige Schmierencoaching-Konzepte getestet werden.

insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
gnarze 15.01.2019
1. Frau Rützel
Sie schwächeln, ist Ihnen tatsächlich entgangen wie der CWM der Heulboje vollkommen unabsichtlich (zwinkersmiley) wie einem schreienden Ecker am Morgen auf den Kopf schlug, damit sie endlich Ruhe gibt.
dasfred 15.01.2019
2. Werden die Tiere vorher auf das Quiken Trainiert?
Ansonsten fände ich es tragisch, was man der australischen Fauna hier antut. Mit dem Currywurstmann habe ich da weniger Mitleid. Das dürfte eher eine willkommene Abwechslung zum Dschungel Kampf gewesen sein. Ach Yottchen was haben wir geweint gestern. Hat die Produktion einen Sack Zwiebeln im Dschungel Telefon versteckt? Na ja, wenn RTL verspricht, dass dies die letzte Emo Folge bleibt, bevor der Postmann kommt, dann schaue ich heute nacht wieder rein. RTL hat schließlich die Verantwortung, Frau Rützel nur Edeltrash zu liefern. Cobra 11 ist als Highlight zu wenig.
henrich.wilckens 15.01.2019
3. Obacht!
Herrlich! Vollständige Aufzählung aller Ereignisse wäre totlangweilig! Wieder wunderbare Wortakrobatik! Aber Obacht, AFC-Freunde: Plötzlich und unerwartet hat AR ihren Ruhetag. Und dann stehen wir alle hilflos einen ganzen Tag herum ("Stehrümchen") und gucken hilflos aus der Röhre...
alex_1313 15.01.2019
4. Einfach gut...
nicht so sehr das Dschungelcamp (obwohl ganz ok) aber Frau Rützels Wortspiele... Morgendlicher Yottesdienst und Weindummi... göttlich :)
stefanmargraf 15.01.2019
5. "Im Leben steckt man ja nicht drinnen", heul
Insofern passen Domenico und Evelyn tatsächlich gut zusammen. Wie sie die Abwesenheit von Wissen mit Phantasie füllen ist schon großes Kino. "Was geht dir im Kopf herum?" "Nix" lässt sich nur toppen mit "Was ist Vakuum?" "Ich habs im Kopf, aber ich komm nich drauf". Schwurbelt Domenico auf italienisch auch nur Dummzeug, oder hat er gar keine Sprache? Dicklippenzünglerin Evelyn sprach sogar von einem Autodate, kann sie etwa fahren oder war das ein Taxi?
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