Sprecher von "Der 7. Sinn" Egon Hoegen ist tot

Seine Stimme hat sofort im Ohr, wer an die Verkehrssendung "Der 7. Sinn" denkt: Egon Hoegen wurde damit bekannt. Jetzt ist der Sprecher im Alter von 89 Jahren gestorben.
Egon Hoegen

Egon Hoegen

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Egon Hoegen, die Stimme aus der Verkehrssendung "Der 7. Sinn", ist tot. Der Sprecher starb bereits am vergangenen Freitag im Alter von 89 Jahren, wie der Westdeutsche Rundfunk am Donnerstag unter Berufung auf die Familie in Köln mitteilte.

"Egon Hoegens sonore Stimme kennt jeder, der in den vergangenen Jahrzehnten Fernsehen geschaut hat", sagte Intendant Tom Buhrow. Legendäre WDR-Sendungen wie Werner Höfers "Internationaler Frühschoppen" sind mit seiner Stimme verbunden.

Der gebürtige Düsseldorfer war von Gustaf Gründgens zum Bühnenschauspieler ausgebildet worden. Seit 1956 arbeitete er als Nachrichtensprecher.

Die Sendung "Der 7. Sinn" wurde in den Sechzigerjahren konzipiert, um den Autofahrern im Land die Straßenverkehrsordnung näherzubringen. Sie transportierte allerdings mitunter Bilder und Klischees, die heute undenkbar wären. Beispielsweise jenes über "Frauen im Straßenverkehr" von 1973.

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"Der 7. Sinn" lief von 1966 bis 2005 in der ARD und gilt als das Urgestein aller Informationssendungen zur Verkehrssicherheit. Die Sendung wurde in Zusammenarbeit mit der deutschen Verkehrswacht erstellt, um die in den Sechzigern sehr hohe Unfallquote auf deutschen Straßen zu reduzieren.

Hoegen, der nur selten leibhaftig als Schauspieler in Erscheinung trat, wurde wegen seiner Arbeit an "Der 7. Sinn" auch als "Der Mann, der sich nie verspricht" bezeichnet. Seine ruhige, bedachte Sprachmelodie kam auch bei der Anmoderation von Werner Höfers Talk-Sendung "Der Internationale Frühschoppen" zum Tragen. Er sprach sie jede Woche neu live ein.

Später hatte Hoegen hörbar Spaß daran, sich über seinen eigenen Status als Stimme gewordenen Seriosität lustig zu machen. So sprach er Einspieler für die "Harald Schmidt Show" und war der Sprecher für den Kurzfilm "Staplerfahrer Klaus", eine blutige Satire auf den berufsgenossenschaftlichen Lehrfilm.

Er selbst habe als Autofahrer nie einen Unfall gehabt, erzählte Egon Hoegen gerne, und auch keinen Punkt in Flensburg.

kae/dpa
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