US-Nachmittagstalk »Ellen DeGeneres Show« verliert fast die Hälfte ihres Publikums

Im Sommer erschütterten Berichte über ein toxisches Arbeitsklima hinter den Kulissen ihrer Sendung die Branche. Seither hat die prominente US-Talkerin Ellen DeGeneres offenbar nicht nur ihre Kernzielgruppe verprellt.
Talkerin Ellen DeGeneres: Deutliches Quotenminus

Talkerin Ellen DeGeneres: Deutliches Quotenminus

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Brooks Kraft / Getty Images

Ellen DeGeneres gehört zu den berühmtesten Talkshow-Gastgeberinnen der Welt. Die wochentags ausgestrahlte »The Ellen DeGeneres Show« gewann seit dem Sendestart 2003 zahlreiche Fernsehpreise, die Moderatorin wurde zudem mit der Freiheitsmedaille des US-Präsidenten und dem Mark-Twain-Preis für amerikanischen Humor ausgezeichnet. Die jüngste 18. Staffel startete gar mit einem neuen Rekordwert. Doch der Absturz folgte prompt.

Im vergangenen Sommer hatten Beschwerden über Mobbing, Rassismus und sexuelles Fehlverhalten hinter den Kulissen das öffentliche Bild vom Fun-und-Freunde-Nachmittagstalk stark erschüttert. Nach internen Untersuchungen hatten drei leitende Produzenten die Show verlassen.

DeGeneres, die in den Berichten über eine toxische Arbeitsatmosphäre als »bösartig« bezeichnet worden war, hatte sich zunächst intern an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewendet, um dann in der ersten Sendung nach der Sommerpause auch öffentlich um Entschuldigung zu bitten.

Diese erste Sendung der 18. Staffel erreichte die höchsten Einschaltquoten eines Saisonauftakts seit vier Jahren. Doch die wenigsten kamen danach wieder. Wie die »New York Times« unter Berufung auf das Marktforschungsunternehmen Nielsen berichtet , haben in den vergangenen sechs Monaten durchschnittlich 1,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer eingeschaltet – und damit 1,1 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Ein Rückgang von 43 Prozent.

Zwar sanken auch die Zahlen der Konkurrenz, aber weder »Dr. Phil« (2,5 Millionen) noch »Live: With Kelly and Ryan« (2,7) mussten so starke Verluste hinnehmen. Auch die Werbeeinnahmen gingen den Zahlen zufolge zwischen September und Januar um rund 20 Prozent zurück, von 131 Millionen auf 105 Millionen US-Dollar. Besonders auffällig aber: »The Ellen DeGeneres Show« hat vor allem bei ihrem Kernpublikum verloren. 38 Prozent weniger Frauen unter 54 Jahren wollten die neue Staffel der Daytime-Talkerin sehen.

DeGeneres hatte immer wieder öffentlich über ein Ende ihrer Show nachgedacht. Eine 19. Staffel aber hatte die Produktionsfirma Warner Bros. bereits für September angekündigt.

sak
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