TV- und Theaterschauspielerin Ellen Schwiers ist tot

Sie wollte nicht mehr leben, klagte über schlimme Schmerzen. Nun ist die Schauspielerin Ellen Schwiers ("Das Erbe von Björndal", "Unser Charly") im Alter von 88 Jahren gestorben.

Ellen Schwiers
Ursula Düren/ DPA

Ellen Schwiers


Ellen Schwiers war des Lebens wohl müde geworden, Altersgebrechen und Schmerzen machten ihr nach eigener Aussage zu schaffen: Jetzt ist Schwiers im Alter von 88 Jahren in ihrem Haus am Starnberger See gestorben, wie ihre Tochter Katerina Jacob mitteilen ließ.

70 Jahre lang hatte Schwiers auf der Bühne gestanden. Vor allem als Darstellerin großer Frauenrollen hatte sie sich einen Namen gemacht. Als "Mutter Courage" tourte sie in Bertolt Brechts gleichnamigem Stück durch die Lande, in Salzburg spielte sie die Buhlschaft im "Jedermann".

Auch in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen war Schwiers zu sehen, etwa in dem Klassiker "Das Erbe von Björndal" sowie in Serien wie "Derrick", "Tatort", "Unser Charly" oder in "Der Bulle von Tölz" an der Seite ihrer Tochter Katerina. In dem Kinodrama "3096 Tage" über das Schicksal von Natascha Kampusch spielte Schwiers die Großmutter des Mädchens.

Ein Herzensprojekt war für Schwiers ihr 1982 gegründetes Tourneetheater "Das Ensemble". Ihr sei es immer wichtig gewesen, dass auf der Bühne das gesamte Ensemble zählt - deswegen auch der Name. "Ich wollte nicht einen Star haben und drumherum große Wüste." Stolz machte es sie, dass "Das Ensemble" mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.

Sterbehilfe erwogen

Privat hatte Schwiers schwere Schicksalsschläge zu verkraften: Ihr Sohn Daniel starb 1985 an Krebs, wenige Jahre später starb auch ihr Mann. "Wenn man erlebt, wie ein 21-Jähriger stirbt, der gerne gelebt hätte, dann kann man das eigene Leben nur als Geschenk empfinden."

Als Schwiers das Spielen immer schwerer fiel, beendete sie kurz vor ihrem 85. Geburtstag ihre Karriere. Zuvor war sie noch mit ihrem Bruder Holger Schwiers und ihrer Tochter in der Komödie im Bayerischen Hof in München zu sehen gewesen. Um durchzuhalten, habe sie damals Infusionen bekommen, erzählte Schwiers wenige Tage nach ihrem letzten Auftritt im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Der Abschied von der Bühne war für die Schauspielerin ein konsequenter Schritt. Trotzdem, so erzählte Katerina Jacob vor zwei Wochen in der ZDF-Sendung "Markus Lanz", habe ihrer Mutter seitdem eine Aufgabe gefehlt, sie habe sich wertlos gefühlt. Da habe das Sterben ihrer Mutter eigentlich schon angefangen, so Jacob.

Vor einigen Wochen hatte Schwiers selbst in einem Interview gesagt, Sterbehilfe in Betracht zu ziehen. Bei "Markus Lanz" sagte Jacob, ihre Mutter habe mit Sterbefasten begonnen und auch das Trinken eingestellt. Zu den genauen Umständen von Schwiers' Tod ist bislang nichts bekannt.

hpi/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.