Wichtigste TV-Auszeichnung "Game of Thrones" und "Fleabag" räumen bei Emmys ab

Keine Drama-Serie ist besser als "Game of Thrones", keine Serie witziger als "Fleabag": In den USA sind die Emmy Awards verliehen worden. Dabei gab es viele erste Male - und einen Rekord.

Chris Pizzello/ AP

Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" hat bei den US-Fernsehpreisen Emmys ihren eigenen Rekord erneut eingestellt: Die im Mai nach acht Staffeln zu Ende gegangene Serie gewann bei der Gala zwei Preise - beste Drama-Serie und bester Nebendarsteller in einer Drama-Serie für Peter Dinklage - zusätzlich zu den zehn Trophäen, die sie bereits zuvor in Nebenkategorien eingesammelt hatte.

Bereits 2015 und 2016 hatte die Serie je zwölf Auszeichnungen bekommen. Das ist Rekord. Peter Dinklage sagte in seiner Dankesrede: "Wir haben nur geschwitzt, und wir haben nur gelacht." Und: "Ich würde es sofort wieder machen."

Zu den weiteren Gewinnern der 71. Emmy-Verleihung zählten unter anderem die Serien "Fleabag", "Chernobyl", "The Marvelous Mrs. Maisel" und "Ozark". Zum Auftakt der Veranstaltung in Los Angeles sagte Schauspieler Bryan Cranston: "Fernsehen war nie größer, Fernsehen war nie wichtiger und Fernsehen war noch nie so verdammt gut."

"Fleabag" wurde als beste Comedy-Serie ausgezeichnet. Phoebe Waller-Bridge bekam zudem einen Preis für ihre Darstellung der Hauptfigur in "Fleabag" und für das beste Drehbuch einer Comedy-Serie.

Zum besten Hauptdarsteller in einer Drama-Serie wurde der erstmals nominierte Billy Porter ("Pose") gekürt, er ist damit der erste schwarze, offen homosexuelle Schauspieler, der in dieser Emmy-Kategorie gewinnt. Bei den Frauen gewann Jodie Comer für ihre Rolle der Villanelle in "Killing Eve". Es ist der erste Emmy für Comer, sie setzte sich damit gegen Sandra Oh, Emilia Clarke, Robin Wright, Laura Linney, Viola Davis und Mandy Moore durch, die ebenfalls als beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie nominiert waren.

Enttäuschender lief der Abend für "Veep - Die Vizepräsidentin". Die Comedy-Serie war im Mai nach sieben Staffeln zu Ende gegangen und hat in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Emmys gewonnen. Diesmal war Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus für ihre Rolle als Präsidentin Selena Meyer in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie" nominiert. Sie musste sich allerdings zur Überraschung vieler Beobachter Waller-Bridge geschlagen geben.

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Preisverleihung: Die Emmy-Gewinner 2019

Die Emmys werden in rund 120 Kategorien von etwa 24.000 Mitgliedern der Television Academy vergeben. Bei der Gala stehen die Hauptkategorien im Mittelpunkt. Zum vierten Mal in der Emmy-Geschichte gab es bei der starbesetzten Gala keinen Moderator.

Ein Überblick über die Emmy-Gewinner 2019 in den wichtigsten Kategorien:

  • Bester Nebendarsteller in einer Comedy-Serie: Tony Shalhoub ("The Marvelous Mrs. Maisel")
  • Beste Nebendarstellerin in einer Comedy-Serie: Alex Borstein ("The Marvelous Mrs. Maisel")
  • Bester Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie: Bill Hader ("Barry")
  • Beste Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie: Phoebe Waller-Bridge ("Fleabag")
  • Beste Comedy-Serie: "Fleabag"
  • Beste Hauptdarstellerin in einer Mini-Serie oder einem Film: Michelle Williams ("Fosse/Verdon")
  • Bester Hauptdarsteller in einer Mini-Serie oder einem Film: Jharrel Jerome ("When They See Us")
  • Bester Nebendarsteller in einer Mini-Serie oder einem Film: Ben Whishaw ("A Very English Scandal")
  • Beste Nebendarstellerin in einer Mini-Serie oder einem Film: Patricia Arquette ("The Act")
  • Bester Fernsehfilm: "Black Mirror: Bandersnatch"
  • Beste Mini-Serie: "Chernobyl"
  • Bester Nebendarsteller in einer Drama-Serie: Peter Dinklage ("Game of Thrones")
  • Beste Nebendarstellerin in einer Drama-Serie: Julia Garner ("Ozark")
  • Bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie: Billy Porter ("Pose")
  • Beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie: Jodie Comer ("Killing Eve")
  • Beste Drama-Serie: "Game of Thrones"

Eine Liste mit sämtlichen Gewinnern und Nominierten finden Sie hier auf der Homepage der Emmy Awards.

aar/dpa



insgesamt 22 Beiträge
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dominik.TI 23.09.2019
1. Unverzeihliches Ende
Mich überkommen immer noch Schmerzen, wenn ich an die letzten beiden Staffeln denke. D&D hätten sich einfach vom Acker machen sollen und das Feld fähigen Writern überlassen. Einzig wie schnell man sorgsam aufgebaute Charakter in Kürze ruiniern kann ist für mich preisverdächtig...
Tom77 23.09.2019
2. Ein schlechter Scherz
Und hieran sieht man, dass solche Preise heutzutage rein gar nichts mehr bedeuten und sich die Filmindustrie nur noch selbst feiert. Die achte Staffel Game of Thrones war ein dilettantisches Machwerk, das weltweit kaum Fürspruch bei Fans und Zuschauern erhalten hat. Der Aufschrei in den sozialen Medien und auf YouTube war riesig nach dem Staffelfinale. Es wurde sogar eine Petition gestartet, bei der über eine Millionen Fans dafür gestimmt haben, die komplette Staffel noch einmal zu drehen. Die siebte Staffel war schon mies, aber die letzte Staffel hat dies alles noch in den Schatten gestellt. Der Serie hätte die goldene Himbeere gebührt. Und sonst nichts. Oscars, MTV Movie Awards, Emmys... kann man in der heutigen "Diversity" und "Soziale Gerechtigkeit" Film- und Fernsehwelt einfach in die Tonne werfen. Es gewinnen sowieso kaum noch die Produktionen, die wirklich gute Stories und schauspielerisches Können zeigen, sondern die, die am diversesten sind - von der Story und vom Cast. Game of Thrones war am Ende nur noch ein Witz. Es hat die Erwartungen, die über die Jahre aufgebaut wurden, nicht erfüllt. Es bleibt in meiner Erinnerung als das schlechteste Serienende aller Zeiten, das selbst Lost noch getoppt hat. Es ist mir bis heute unbegreiflich, wie man eine derart umfassende Story mit solch einer schwachsinnigen achten Staffel enden lassen konnte. Alles, was über mehrere Staffeln an Story aufgebaut wurde, war in der achten Staffel plötzlich für die Katz als Mary Sue Arya mal eben den Nachtkönig zur Strecke brachte und John Snow zum unwichtigen Komparsen verdammt hat. Was. Ein. Müll.
robert_müller 23.09.2019
3. Nebendarsteller???
Wieso ist Peter Dinklage ein Nebendarsteller??? Er trug im wesentlichen die Serie, war der rote Faden! Das Ende war im übrigen perfekt!
notwencaasi 23.09.2019
4. @ 2. / Tom77
GoT hat aber auch nicht für's Drehbuch gewonnen. Sondern als beste Serie. Da zählen eben auch andere Aspekte wie Set Design, VFX, Soundtrack etc. Ich habe zwar längst nicht alles gesehen, aber die anderen Sieger scheinen mir auch berechtigt. Fleabag ist großartig, Chernobyl erst recht und Bandersnatch war - wenn auch nicht perfekt - ein tolles Konzept. Schön auch, das Ozark gewonnen hat und Julia Garner sich gleich gegen vier Darstellerinnen von Game of Thrones durchgesetzt hab. Muss ich der neuen Staffel wohl doch noch 'ne Chance geben ;)
DrStrang3love 23.09.2019
5.
Zitat von Tom77Und hieran sieht man, dass solche Preise heutzutage rein gar nichts mehr bedeuten und sich die Filmindustrie nur noch selbst feiert. Die achte Staffel Game of Thrones war ein dilettantisches Machwerk, das weltweit kaum Fürspruch bei Fans und Zuschauern erhalten hat. Der Aufschrei in den sozialen Medien und auf YouTube war riesig nach dem Staffelfinale. Es wurde sogar eine Petition gestartet, bei der über eine Millionen Fans dafür gestimmt haben, die komplette Staffel noch einmal zu drehen. Die siebte Staffel war schon mies, aber die letzte Staffel hat dies alles noch in den Schatten gestellt. Der Serie hätte die goldene Himbeere gebührt. Und sonst nichts. Oscars, MTV Movie Awards, Emmys... kann man in der heutigen "Diversity" und "Soziale Gerechtigkeit" Film- und Fernsehwelt einfach in die Tonne werfen. Es gewinnen sowieso kaum noch die Produktionen, die wirklich gute Stories und schauspielerisches Können zeigen, sondern die, die am diversesten sind - von der Story und vom Cast. Game of Thrones war am Ende nur noch ein Witz. Es hat die Erwartungen, die über die Jahre aufgebaut wurden, nicht erfüllt. Es bleibt in meiner Erinnerung als das schlechteste Serienende aller Zeiten, das selbst Lost noch getoppt hat. Es ist mir bis heute unbegreiflich, wie man eine derart umfassende Story mit solch einer schwachsinnigen achten Staffel enden lassen konnte. Alles, was über mehrere Staffeln an Story aufgebaut wurde, war in der achten Staffel plötzlich für die Katz als Mary Sue Arya mal eben den Nachtkönig zur Strecke brachte und John Snow zum unwichtigen Komparsen verdammt hat. Was. Ein. Müll.
Fast alle der Preise, die GoT gestern gewonnen hat, waren technischer Art: Kostüme, Make-up Special Effects, Schnitt, Tonschnitt, etc. Und das völlig zu Recht. So dämlich die Drehbücher der letzten Staffel waren, GoT war immer noch eine technisch hervorragend gemachte Serie mit reichlich Schauwerten. Selbst die von den Fans so zerrissenen Folgen der letzten Staffel hatten in diesen Belangen einiges zu bieten, was selbst im Kino seinesgleichen sucht. Insofern war der Preisregen gestern durchaus immer noch berechtigt, bei allem Ärger über Benioff und Weiss.
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