Trotz vernichtender Kritiken Zehn Millionen sahen ersten Erfurt-"Tatort" 

Was für ein Sonntagabend für den MDR: Der allseits geschmähte Thüringer Fohlen-"Tatort" holt eine Traumquote - und im Regionalprogramm beschert die Sex-Doku "Make Love" dem Sender einen Achtungserfolg.

Chefin und Nachwuchskommissare im "Tatort": Top-Quote für Erfurt
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Chefin und Nachwuchskommissare im "Tatort": Top-Quote für Erfurt


Hamburg - Moderne Kommissare trinken nicht mehr literweise Kaffee, sondern dosenweise Energydrinks. Sie sagen "krass" oder "Fuck and go". Zumindest glauben das offenbar die Verantwortlichen für den neuen MDR-"Tatort" aus Thüringen. Am Sonntag schickte der Sender das nach eigenen Angaben jüngste "Tatort"-Team aller Zeiten ins Rennen.

Henry Funck (Friedrich Mücke) und Maik Schaffert (Benjamin Kramme) mussten sich mit einem Frauenmörder und einer undurchsichtig bis unglaubwürdigen Verstrickungsgeschichte aus Prostitution, Brain-Enhancer-Handel, Erpressung und Eifersucht herumschlagen. Und mit einer steif wirkenden Chefin. Und einer neunmalklugen Praktikantin.

Der MDR hatte sich einiges anhören müssen über seinen krampfhaft (und erfolglos) auf jung gequälten Film: Er sei bieder, langweilig, völlig unplausibel und eben gerade in seiner Jugendlichkeit gescheitert.

Doch die Zuschauer ließen sich von dieser Kritik nicht abhalten und schalteten zahlreich ein. Stolze 10,32 Millionen sahen den Sonntagskrimi, das entspricht einem Marktanteil von 27,9 Prozent. Damit war die Folge "Kalter Engel" nach den unerreichbaren Münster-"Tatorten" und dem Schweiger-Debüt die meistgesehene des Jahres.

Und noch einen vollen Erfolg konnte der MDR am Sonntag verbuchen. Die vielfach besprochene Sex-Doku "Make Love" ("Bild" berichtete zuletzt am Freitag auf seiner Titelseite unter der Schlagzeile "Schniedel-Casting auf Facebook" darüber) hielt 1,02 Millionen Zuschauer vom frühen Zubettgehen ab, das entspricht einer Quote von 4,2 Prozent. Das ist beachtlich für einen Regionalsender und zu so später Stunde. In seinem Sendegebiet erreichte der MDR mit der erfreulich unpeinlichen und offenen Dokumentation sogar eine Quote von 15,9 Prozent.

seh/dpa



insgesamt 67 Beiträge
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mcmurdo 04.11.2013
1. Traumquote
...Was für ein Sonntagabend für den MDR: Der allseits geschmähte Thüringer Fohlen-"Tatort" holt eine Traumquote Einmal und nie wieder. Das mit der Traunquote ist sicherlich ein Ausreisser - der Neugier geschuldet!
carstens_86 04.11.2013
2. Der Tatort war...
... ziemlich gut, wieso der hier so zerrissen wurde konnte ich nicht verstehen.
jbdt 04.11.2013
3. allermeistgesehensteste
Wenn wenigstens die Journalisten mal Bastian Sick lesen könnten...
krusewitz 04.11.2013
4. Schlimmer wie die Vorankündigung
Unglaublich was man da unter dem Prädikat Tatort abgeliefert hat.Sicher gibt es einige Ermittlerteams die fern jeglicher Realität Ihrem Handwerk nachgehen. Doch was einem da an Pseudo jugendlicher Magerkost vorgesetzt wurde war schon jenseits von Gut und Böse. Horrordialoge derart stümperhaft aufgesagt das es einem gruseln konnte.Ich kann mich wirklich an keinen langweiligeren Tatort in den letzten 25 Jahren erinnern.Es gibt nur einen Gewinner und das sind sämtlicher Alternativ Sender für den nächsten Erfurter Sonntag Abend.Da warten wir mal die Quote ab.
akalunga 04.11.2013
5. laaangsam!
mir war er so gestellt, gotttt! so langsam. .. unglaubhaft... wenn unsere nordischen freunde ein krimi drehen , sind die düster, melancholisch , und auch voll psychisch belegt, glaubhaft für die Skandinavier, aber dieser war keines davon.... und warum sag mir doch jemand bleibt die kamera immer eine oder 2 Sekunden zu lange drauf? als ob sie alles nachdruck verleihen will! fuck and go ... total unangebracht und unnötig, und dann bleibt die kamera wieder zu lange drauf, sorry leute, dilettantisch gedreht. da bleib ich doch bei meinen ami Serien, die sind auch nicht so glaubhaft, aber ich hänge trotzdem auf der sofakante vor Aufregung.
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