»Unser Lied für Liverpool« Wer zum ESC will, kann sich auch über TikTok bewerben

Der NDR hat über den Auswahlmodus für den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2023 informiert. Im März gibt es eine Show mit Televoting. Mindestens ein Act wird sich mit seinem Song via TikTok qualifizieren.
Wer folgt auf Malik Harris? Die ARD sucht das »Lied für Liverpool« per Televoting

Wer folgt auf Malik Harris? Die ARD sucht das »Lied für Liverpool« per Televoting

Foto: André Kowalski / NDR

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hat die Bewerbungsphase für den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest (ESC) eröffnet. Bis zum 28. November können sich Sängerinnen und Sänger sowie Bands mit ihren Songs per Video bewerben.

Bei den Musikstilen setzt der NDR keine Grenzen. Allerdings werden ausdrücklich Kombinationen aus Song und Interpretation gesucht, also keine Kompositionen ohne dazugehörigen Gesang und auch keine Gesangstalente ohne passendes Lied.

Einreichungen sind über die ARD-Seite Eurovision.de  möglich, aber in diesem Jahr auch über TikTok. Unter dem Hashtag #UnserLiedFürLiverpool können sich dort Interessierte bewerben. Die aussichtsreichsten Songs auf der sozialen Plattform, die den ESC-Richtlinien entsprechen, werden nach NDR-Angaben noch einmal zur Abstimmung gestellt. »Wer bei TikTok gewinnt, ist direkt beim Vorentscheid dabei«, verspricht der Sender.

TikTok ist en vogue in ESC-Kreisen: Der Brite Sam Ryder, der mit dem Song »Space Man« 2022 Zweiter wurde, verdankte seine Bekanntheit dem Netzwerk. Allerdings hatte auch der deutsche Teilnehmer 2021, Jendrik, kräftig bei TikTok für sich getrommelt – heraus kam ein enttäuschender 25. Platz.

ARD-Popradios wieder involviert

Aus allen Bewerbungen auf TikTok oder der sendereigenen Plattform sucht ein von der ARD benanntes »Team aus Fachleuten« die Acts für den Vorentscheid aus. Zu diesem Team gehören nach NDR-Angaben »beratend Expertinnen und Experten aus der Musikbranche, der deutschen ESC-Delegation, der internationalen ESC-Welt sowie der ARD-Popradios«. Wie viele Acts in den Vorentscheid kommen, wird erst nach Sichtung aller Beiträge festgelegt.

Speziell die Mitwirkung der ARD-Popradios hatte 2022 für Kritik in ESC-Fankreisen gesorgt: Die Teilnehmenden am Vorentscheid wirkten nach »Radiotauglichkeit« ausgewählt und weniger nach größtmöglicher Wirkung beim internationalen ESC-Finale. Malik Harris’ Titel »Rockstars« bekam zwar viel Airplay, belegte aber bei den europäischen Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern den letzten Platz.

Den Wettbewerb in Turin gewann im Mai der ukrainische Beitrag, doch die Europäische Rundfunkunion (EBU) reichte die Organisation der ESC-Show wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine an den Zweitplatzierten weiter. Die BBC entschied sich dafür, die Show am 13. Mai 2023 in Liverpool auszurichten.

Der deutsche Vorentscheid »Eurovision Song Contest 2023 – Unser Lied für Liverpool« ist für Anfang März mit einer Show geplant. Deren genauer Ablauf soll erst später bekannt gegeben werden, aber auf Eurovision.de heißt es zumindest: »Dann entscheidet sich per Televoting, wer Deutschland beim ESC in Großbritannien vertreten wird.« Im Vorfeld werden die ARD-Popradios ihre Hörer und Hörerinnen einladen, über ihren Lieblings-Act online abzustimmen. Das Ergebnis fließe beim Vorentscheid in die Gesamtwertung mit ein, heißt es.

Andreas Gerling, Chef des ARD-Teams für den ESC beim NDR, betont pflichtgemäß die Bedeutung, die man dem Wettbewerb zumesse: »Und wir treten an, um vorn mitzuspielen. Wer sich also zutraut, mit hoher Qualität Deutschland musikalisch wieder nach vorn zu bringen, ist uns herzlich willkommen.« Der ARD-Unterhaltungskoordinator freut sich »auf einen hoffentlich sehr bunten, sehr spannenden Wettbewerb«.

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