Vorwürfe zur Politikberichterstattung Externe Untersuchung beim NDR kann starten

Haben NDR-Führungskräfte unliebsame Berichte über die Landespolitik verhindert? Diesen Vorwürfen soll eine Wirtschaftskanzlei nachgehen. Der Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein brachte die Prüfung nun auf den Weg.
NDR-Funkhaus in Kiel: Externe Prüfer untersuchen angebliche politische Einflussnahme von Vorgesetzten

NDR-Funkhaus in Kiel: Externe Prüfer untersuchen angebliche politische Einflussnahme von Vorgesetzten

Foto: IMAGO/Petra Nowack / IMAGO/penofoto

Die externe Überprüfung von Vorwürfen gegen Führungskräfte des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Kiel kann starten. Der Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein brachte am Montag die Prüfung durch eine Wirtschaftskanzlei auf den Weg, wie das unabhängige Kontrollgremium bei dem öffentlich-rechtlichen ARD-Sender nach einer Sitzung mitteilte.

Landesrundfunkratsvorsitzende Laura Pooth teilte mit: »Es muss geklärt werden, ob die landespolitische Berichterstattung des Landesfunkhauses in Kiel ausgewogen war und ist und ob die bestehenden redaktionellen Regeln und Abläufe ausreichend sind, um eine unangemessene Einflussnahme auf die landespolitische Berichterstattung zu verhindern.« Die Bewertung der Ergebnisse, ob ein Verstoß gegen den NDR-Staatsvertrag vorliege, obliege nach der Untersuchung dem Landesrundfunkrat.

Medien hatten vor Wochen über Vorwürfe berichtet, wonach es unter anderem bei der Politikberichterstattung im Landesfunkhaus eine Art Filter durch die Vorgesetzten geben könnte. Dabei ging es beispielsweise um ein Interview, das ein NDR-Journalist habe führen wollen, was seine Vorgesetzten aber abgelehnt hätten. Führungskräfte und Sender wiesen Vorwürfe eines politischen Filters zurück.

Der Fall führte bereits zu personellen Konsequenzen: Landesfunkhausdirektor Volker Thormählen hat unbezahlten Urlaub genommen. Der Chefredakteur in Kiel, Norbert Lorentzen, und die Politik-Verantwortliche Julia Stein hatten darum gebeten, sie bis auf Weiteres von ihren bisherigen Aufgaben zu entbinden. Es gilt bis zur Aufklärung der Vorwürfe die Unschuldsvermutung.

phw/dpa
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