Satirestreit "Extra 3" wählt Erdogan zum Mitarbeiter des Monats

Selten hat ein Satirebeitrag für so viel diplomatischen Wirbel gesorgt wie der Erdogan-Clip über den "Boss vom Bosporus" von "Extra 3". Nun hat das Magazin noch einmal nachgelegt.
"Extra 3"-Moderator Ehring

"Extra 3"-Moderator Ehring

Foto: DPA/ NDR

In der Sendung, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde, zeigten die "Extra 3"-Macher den Film erneut, in dem Bilder von Erdogan mit satirischem Songtext verschnitten sind - diesmal auch mit türkischen Untertiteln . "Vielleicht hat Erdogan den Beitrag nicht verstanden?", sagte Moderator Christian Ehring.

Tatsächlich hatte das Video in den vergangenen Tagen zu diplomatischen Verwerfungen geführt, der deutsche Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, war nach Informationen von SPIEGEL ONLINE wegen des Beitrags zu einem Gespräch einbestellt worden. Er wies die Beschwerde jedoch ab, ebenso wie die Bundesregierung, die dafür allerdings etwas Zeit brauchte.

Moderator Ehring frotzelte in der Sendung am Mittwoch : "Wir haben heute bei uns den türkischen Botschafter einbestellt - er ist nicht erschienen." Wenn Erdogan Kritik hören wolle, müsse er "Extra 3" sehen, "will er keine Kritik, sollte er besser die Bundeskanzlerin treffen".

Letztlich plädierte Ehring für Deeskalation im "Extra-3"-türkischen Konflikt. "Wohin soll das führen? Krieg?" Er selbst habe Zivildienst geleistet. Und überhaupt: Man müsse Erdogan dankbar sein, dass die Zusammenarbeit mit ihm hervorragend geklappt habe: "Extra 3" wählte ihn aus diesem Grund auch zum Mitarbeiter des Monats.

Der "Extra 3"-Beitrag im Video:

SPIEGEL ONLINE
jul/dpa