Kriegsfilm-Klassiker "Das Boot" sticht wieder in See

Eine der besten deutschen Serien wird fortgesetzt: "Das Boot" soll 2018 mit acht neuen Folgen zurück ins TV kommen. Vorlage sind erneut die Bücher von Lothar-Günther Buchheim.

imago/ United Archives

Sie ist einer der größten künstlerischen und kommerziellen Erfolge seriellen Erzählens im deutschen Fernsehen: Die Miniserie "Das Boot", die auf dem gleichnamigen Kinofilm von 1981 fußte und 1985 in der ARD ausgestrahlt wurde. Fast 35 Jahre später soll sie fortgesetzt werden: 2018 laufen acht jeweils einstündige Folgen. Das meldet die Presseagentur dpa.

An der Fortsetzung ist kein öffentlich-rechtlicher Sender beteiligt. Gestemmt wird sie von Bavaria Film und dem Bezahlsender Sky. Das Budget soll 25 Millionen Euro betragen. Zu Darstellern, Regie und Inhalt ist noch nichts bekannt. Die neue Serie soll aber wieder auf einem Roman von Lothar-Günther Buchheim basieren, der mit seinem Epos "Das Boot" auch schon die Vorlage für das Original geliefert hatte.

Buchheim war während des Zweiten Weltkrieges selbst als Kriegsberichterstatter auf U-Booten mitgefahren, verarbeitete literarisch also eigene Erfahrungen. Nach dem ersten Roman schrieb er die Fortsetzung "Die Festung", auch sein letztes Buch "Der Abschied" knüpfte lose an die Geschichte an.

Die Verfilmung von Wolfgang Petersen wurde wegen seiner atemberaubenden Spannung, der intensiven Schauspielerleistungen und der klaustrophobischen Bildsprache hoch gelobt. In seiner Bearbeitung sind die U-Boot-Fahrer keine Helden, sondern kriegsmüde Männer, die überleben wollen - und auf ihrer Kaperfahrt doch zu Mördern werden.

Die Kinoversion von 1981 zählt zu den erfolgreichsten deutschen Filmen, war jedoch auf dramatische Höhepunkte verknappt und funktionierte eher als Actionfilm. Erst in der über 308-minütigen TV-Version entfaltete sich die epische Dramatik, die den Film zum Klassiker werden ließ. 1997 erschien noch ein 208-minütiger Director's Cut, der eine Mischung aus Kinofilm und Serie versuchte.

2018 wird das Jahr der Mega-Produktionen im deutschen Fernsehen, dann wird auch der ambitionierte Mehrteiler "Berlin Babylon" von Regisseur Tom Tykwer seine Premiere in der ARD feiern. Auch an diesem Projekt ist der Bezahlsender Sky beteiligt.

kae/dpa



insgesamt 138 Beiträge
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Seite 1
patsche2712 23.06.2016
1. Ob...
...das mal gut geht? Von manchen Sachen sollte man einfach die Finger lassen... Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren und überraschen.
f36md2 23.06.2016
2. Das Boot - so geht gutes Kino!
Suuuper - einer der besten Kriegsfilme überhaupt. Kein Vergleich mit diesen peinlichen Bumm-Bumm-Filmen aus den USA. Kann es kaum erwarten....
LumpiTS 23.06.2016
3. Allen Planern sollte vorab ein Versprechen abgerungen werden...
...und zwar Herrn Schweiger für die Dauer der Produktion auf irgendeiner nuscheligen Südseeinsel zu internieren, um nicht das zu zerstören, was Wolgang Petersen erschaffen hat.
jhea 23.06.2016
4. Na wenigstens macht es nicht die ARD oder ZDF
sondern Sky Dann wird es wenigstens kein Liebesfilm mit Actionanteilen und humoristischen Elementen mit Familiendrama und Antikriegsfilm obendrauf, wie zB.... die Brücke Neuverfilmung. Bitte bleibt bei einem Thema, und versucht nicht ALLE auf einmal zu sein. Darum sind deutsche Filme in der Vergangenheit eher allesamt nur für die Tonne produziert, im Gegensatz zu US Filmen, wo man sich eben nur auf ein Thema festlegt...
Klaatu Barada Nikto 23.06.2016
5. Keine Fortsetzung
Übt ihr euch in plakativen Überschriften, um mehr Klicks zu generieren? Ist ja fürchterlich derzeit. Schon alleine die heutige Überschrift zur "Abstrafung des VW-Vorstandes" war so eine gnadenlos überzogene Formulierung. Das Boot ist und bleibt für mich in seiner langen Fassung die beste deutsche Verfilmung aller Zeiten und kann nicht so einfach "fortgesetzt" werden. Dass es eine neue Serie um ein Buch von Lothar Günter Buchheim geben wird, freut mich erstmal. Ich kann mir allerdings nur äußerst schwer vorstellen, daß dieser Mehrteiler auch nur annähernd die Dichte des Boots erreichen kann und wird. Solch eine Leistung lässt sich nicht so ohne Weiteres wiederholen. Alleine die Kameraführung und die perfekt abgestimmte Besetzung. Und lasst mir bloß die Verres draussen! Die hatte nur eine gute Rolle: in "Schtonk"^^
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