Fahrplan für die Feiertage Diese Filme lohnen sich bei Amazon und Netflix

Feiertage! Endlich ist Zeit für Filme. Lust auf einen Klassiker oder im Kino zuletzt was Interessantes verpasst? Wir sagen Ihnen, welche lohnenswerten Angebote die Streamingdienste haben.
Mit "Ready Player One" von Steven Spielberg können Zuschauer zurück in die Zukunft reisen

Mit "Ready Player One" von Steven Spielberg können Zuschauer zurück in die Zukunft reisen

Foto: Warner Bros.

Es gibt viele Gründe, Weihnachten zu lieben oder zu hassen. Auf eins kann man sich vielleicht aber auch in diskussionsintensiven Zeiten einigen: An den Feiertagen muss niemand ein schlechtes Gewissen haben, der faul vorm Fernseher liegt. Erst recht nicht, wenn er oder sie Qualitätsware schaut.

Wir haben Ihnen zusammengestellt, welche Spielfilme Amazon Prime Video und Netflix im Programm haben. Um das gleich zu klären: Den Weihnachtsklassiker schlechthin, "Drei Nüsse für Aschenbrödel", haben natürlich beide ebenfalls im Programm. Und damit Sie die Ausstrahlungstermine im linearen Fernsehen nicht verpassen: Die finden Sie hier.

Was lohnt sich sonst noch?

Diese Filme finden Sie bei Amazon Prime:

"Carol"

Carol (Cate Blanchett) sehnt sich nach einem anderen Leben

Carol (Cate Blanchett) sehnt sich nach einem anderen Leben

Foto: ddp images/ Capital Pictures

Cate Blanchett und Rooney Mara spielen in Todd Haynes' unvergesslichem Drama ein lesbisches Paar in den Fünfzigerjahren. "Carol" ist eines dieser Filmwerke, das mit seiner stilistischen Brillanz und packenden Geschichte aus der Masse herausragt und schon jetzt ein Klassiker ist. "Man möchte während der 118 Minuten Laufzeit kaum blinzeln, läuft man doch Gefahr, eines dieser Bilder zu verpassen", schrieben wir zum Kinostart.


"Lady Bird"

Lady Bird (Saoirse Ronan, l.) sehnt sich nach Anerkennung

Lady Bird (Saoirse Ronan, l.) sehnt sich nach Anerkennung

Foto: Universal Pictures

Noch ein tolles Porträt einer Frau, diesmal das von einer, die noch "im Werden" ist, wie wir in unserer Kritik festhielten: "Gerade in seiner Unspektakulärheit ist 'Lady Bird' spektakulär". Es geht um eine Schülerin, die überall aneckt, Regie führte die Oscar-nominierte Greta Gerwig. (ab 23.12.)


"Hereditary"

Annie (Toni Colette) sehnt sich nach einem Feuerlöscher

Annie (Toni Colette) sehnt sich nach einem Feuerlöscher

Foto: Splendid

Das Horrorfilm-Genre zeigt sich seit Jahren so offen für erzählerische Innovation wie kein anderes. Junge Filmemacher nutzen es für sehr persönliche Reflektionen über Rassismus ("Get Out") oder kommen von der intimen Betrachtung einer Liebesbeziehung auf universale Themen ("A Ghost Story"). Manchmal machen sie auch einfach nur höllisch Angst - so wie "Hereditary", der den Ruf hat, der unheimlichste Film aller Zeiten zu sein. Ein harmloses Zungenklacken wird hier zum nervenzehrenden Horror-Tusch, schrieb unsere Kritikerin zum Kinostart. (ab 31.12.)


"Der Schuh des Manitu"

Abahachi (l.) und Ranger sehnen sich nach dem nächsten großen Gag

Abahachi (l.) und Ranger sehnen sich nach dem nächsten großen Gag

Foto: Constantin_Film/ picture-alliance / dpa

Tja, alles nicht mehr so wie früher. "Bully" Herbig macht keine lustigen Filme mehr, sondern staatstragende. Für seine Komödien lagen ihm die Massen zu Füßen: 11,7 Millionen Zuschauer gingen 2001 für den "Schuh des Manitu" ins Kino. An der Handlung kann es nun beim besten Willen nicht gelegen haben, es müssen wohl die Sprüche gewesen sein, die Menschen zum Lachen brachten. Sowas in der dieser Güteklasse: "Jetzt geht jeder nochmal aufs Klo und dann reiten wir los." Ist das heute noch lustig? Jetzt ist Zeit für einen Test.


"2001 - Odyssee im Weltraum"

Astronaut Dave (Keir Duella) sehnt sich nach Kommunikation mit HAL

Astronaut Dave (Keir Duella) sehnt sich nach Kommunikation mit HAL

Foto: ddp images

Gut möglich, dass dies einer der am meisten zitierten und als unerreichbares Vorbild hochgehaltenen und dabei am wenigsten gesehenen Klassiker aller Zeiten ist. Vielleicht auch deshalb, weil Geraune wie "psychedelisch", "künstlerisch wertvoll" oder "das Ende versteht man nicht" Angst auslöst. Dabei macht es "2001" dem Zuschauer so einfach wie nur möglich: Hier muss nichts verstanden, sondern mit offenen Sinnen durchlebt werden. Das geht sogar mit einer Gänsekeule im Magen.


"Die Queen"

Die Queen (Helen Mirren) sehnt sich nach Ruhe

Die Queen (Helen Mirren) sehnt sich nach Ruhe

Foto: ddp images

War da was? Stellenweise trumpfen Streaming-Serien so breitbeinig auf, dass man ihre Vorläufer fast vergisst. Also - ja, da war was vor "The Crown". Unter einem ähnlich knappen Titel, aber ungleich kurz gefasster und lakonischer blickte der Regisseur Stephen Frears schon 2006 auf das britische Königshaus. Wie sehr unser Bild von Elizabeth II. und den Windsors inzwischen von der Netflix-Serie geprägt ist, zeigt sich an einer Szene aus dem Film: Ein unsicherer Tony Blair stellt sich da der Queen (hier von Helen Mirren gespielt) als neuer Premier vor. Sie sagt: "Sie sind mein zehnter Premierminister. Der erste war Churchill." Und wir nicken zustimmend vor dem Fernsehgerät. Gefühlt waren wir schließlich dabei.


Diese Filme finden Sie bei Netflix:

"Hidden Figures"

Mary, Katherine und Dorothy (v.l.) sehnen sich danach, abheben zu können

Mary, Katherine und Dorothy (v.l.) sehnen sich danach, abheben zu können

Foto: 20th Century Fox

Um wenigstens einige wenige Frauen in der Geschichte der amerikanischen Raumfahrt unterzubringen, musste die Apple-Serie "To All Mankind" sie kürzlich kurzerhand umschreiben und eine alternative Realität erfinden. Dabei wird man fündig, wenn man nur genau genug hinschaut - wie die Macher von "Hidden Figures". Zeitkolorit gemischt mit "Unterhaltung und Feelgood-Atmosphäre" sah unser Kritiker beim Kinostart.


"Ready Player One"

Nolan (Ben Mendelsohn) sehnt sich nach Kontrolle

Nolan (Ben Mendelsohn) sehnt sich nach Kontrolle

Foto: Capital Pictures/ FB/ ddp images

Zurück in die Zukunft: Mit einem Film über die schlimmen Zustände in der Welt von 2045 landet Steven Spielberg direkt in seinem liebsten Jahrzehnt, den Achtzigerjahren. Kein Wunder, schließlich war er da der erfolgreichste Hollywoodregisseur überhaupt. Manchmal verirrt Spielberg sich in "Ready Player One" im Verweise-Dschungel, und der gesellschaftskritische Ansatz der Romanvorlage geht verloren, aber: "Langweilig wird einem ganz sicher nicht - perfektes Popcorn-Kino eben", so schrieb unser Kritiker.


"Midnight Run"

Jack (Robert de Niro) sehnt sich nach Reichtum

Jack (Robert de Niro) sehnt sich nach Reichtum

Foto: ddp images

Kürzlich ließ der Regisseur Martin Scorsese seinen Star Robert De Niro digital für sein Mafia-Drama "The Irishman" verjüngen. In diesen Szenen sah er dann aus wie in "Midnight Run", jenem Thriller-Spaß aus dem Jahr 1988, dem der deutsche Verleih den erklärenden Titelzusatz "Fünf Tage bis Mitternacht" verpasste. Dabei ist diese Buddy-Komödie um einen kriminellen Buchhalter und einen Kopfgeldjäger so glasklar, selbsterklärend und rasend unterhaltsam wie nur die besten Genrefilme aus Hollywood. Und De Niro sieht lebendig und gesund aus - nicht so gruselig eingefroren wie in "The Irishman".


"Manhattan Murder Mystery"

Larry (Woody Allen) sehnt sich nach einem guten Blatt

Larry (Woody Allen) sehnt sich nach einem guten Blatt

Foto: ddp images/ interTOPICS/ Snap Photo

Ach, Woody Allen! Er macht es einem aber auch schwer. Man muss sich die Frage stellen, wie man mit dem Künstler und seinem Werk überhaupt umgehen soll. Und dann ist da noch die Tatsache, dass er einfach keine guten Filme mehr macht. Der letzte, "Blue Jasmine", liegt sechs Jahre zurück. Vielleicht ist es an der Zeit, sich in Erinnerung zu rufen, was dieser Künstler dem Publikum schenken konnte. Zum Beispiel in Form der Krimikomödie "Manhattan Murder Mystery", die noch immer frisch wirkt, die formal Wagnisse eingeht und dabei vor Leichtigkeit fast schwebt.


"Gegen jede Chance"

Terry (Jeff Bridges) sehnt sich nach Liebe

Terry (Jeff Bridges) sehnt sich nach Liebe

Foto: ddp images

Aus Jeff Bridges hätte ein ganz großer Hollywoodstar werden können: In den Achtzigerjahren war er mit Filmen wie "Tucker", "Die fabelhaften Baker Boys" und eben "Gegen jede Chance" drauf und dran. Dass er dann doch lieber ein kleiner Star blieb und dem Publikum den zauseligen Dude aus "The Big Lebowski" schenkte, ist aber die viel schönere Geschichte. In "Gegen jede Chance", einem romantischen Thriller für die Geschichtsbücher, kann man noch einmal nachfühlen, welcher Magnetismus von Bridges ausging.