Frank Elstner stellt sich die Fragen seines Lebens Sind Sie bescheiden? "Dafür bin ich zu viele Porsches gefahren"

Ein deutscher Show-Gigant nimmt Abschied. Weil man sich die wichtigsten Fragen im Leben selbst stellt, haben wir seine Moderationen durchforstet: Elstner befragt Elstner.
Ein Interview von Takis Würger
Frank Elstner 2019: "Wenn man 78 ist, stellt man sich öfter mal die Frage: Was habe ich falsch gemacht?"

Frank Elstner 2019: "Wenn man 78 ist, stellt man sich öfter mal die Frage: Was habe ich falsch gemacht?"

Foto: ZDF/ picture alliance/ dpa

Journalisten schreiben seit 30 Jahren Abgesänge auf Frank Elstner. Es fing an, als er "Wetten, dass…?" an Thomas Gottschalk vererbte. Dann floppten ein paar von Elstners Sendungen. Dann bekam er graue Haare, dann wurde er 70, dann bekam er Parkinson. Dann den Bambi für sein Lebenswerk. Immer stand irgendwo: Das war's.

 Falls Sie unter 30 Jahre alt sind oder Ihr Leben in einer Höhle verbracht haben:

Frank Elstner heißt eigentlich Timm Franz Maria Elstner. In Linz geboren. Vater war Schauspieler, Mutter Tänzerin. Die Familie arm. Elstner besuchte das Erzbischöfliche Knaben und Gymnasialkonvikt in Rastatt. Er fiel durch das Abitur. Wurde Moderator bei Radio Luxemburg. Nannte sich Frank, weil ein anderer Moderator Tom hieß und Elstner fand, dass Timm und Tom klang wie Fix und Foxi. Elstner kam mit Ende 20 zum Fernsehen, als Co-Moderator der Sendung "Spiel ohne Grenzen".

Ein paar Jahre später lag er nachts im Bett und träumte von einer neuen Fernsehsendung, er wachte auf, setzte sich an den Schreibtisch, entkorkte einen Rotwein und schrieb das Konzept für "Wetten, dass...?". Er moderierte die Sendung 39-mal. Er moderierte "Die Montagsmaler", "Jeopardy" und "Verstehen Sie Spaß?". Er moderierte den Jahresrückblick "Menschen", und befragte für das ZDF 138 Nobelpreisträger, er schwamm mit Haien und drehte Filme über Orang-Utans.

Elstner 2012 beim Deutschen Fernsehpreis

Elstner 2012 beim Deutschen Fernsehpreis

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Er ist Vegetarier (außer an Weihnachten), joggt viermal in der Woche, hat im Laufe seines Lebens zwölf Porsches gefahren und mit vier Frauen fünf Kinder gezeugt.

Im vergangenen Jahr hat Elstner einen Kanal auf YouTube gegründet und dort unter dem Sendungsnamen "Wetten, das war’s?" wichtige Deutsche aus dem Showgeschäft interviewt. Nun setzt Netflix dieses Format fort. Elstner trifft auf Daniel Brühl, Lena Meyer-Landrut, Klaas Heufer-Umlauf, Charlotte Roche und Joko Winterscheidt.

Es ist eine ruhige, höfliche Sendung. Die Stars wirken, als gäben sie Elstner gern Antworten. Eine Show mit einem sonderbaren Sog. Vielleicht, weil man meint, jedem Gast den Respekt vor dem Mann anzumerken, der die Fragen stellt. Das wirkt so heil.

Was fragt man Elstner? Vielleicht stellt jeder seine wichtigsten Fragen des Lebens immer selbst - auch wenn er sie an andere richtet.

Ich habe deshalb Elstners Netflix-Show durchgeschaut und seine Fragen abgeschrieben. Alle Fragen in diesem Interview, bis auf eine, sind seine. Er macht das mit und sitzt am Morgen des Interviews am Schreibtisch seines Büros in Baden-Baden. Auf dem Boden liegt eine Biografie Konrad Adenauers, im Regal steht Hermann Hesses "Über das Glück". Frank Elstner sieht so gut gecremt aus wie Frank Elstner immer ausgesehen hat. Er trägt aus ungeklärten Gründen ein kurzärmliges Hawaiihemd.

SPIEGEL: Herr Elstner, sind Sie eine Art Zirkuspferd?

Elstner: Ja, total.

SPIEGEL: Wenn man sich Ihre Karriere anschaut, würden Sie es noch mal machen?

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