Nach Talkshow-Aus Frank Plasberg stänkert gegen Günther Jauch

Frank Plasberg sieht das Aus von Günther Jauchs Talk in dessen Person begründet. Ein Moderator könne nicht "der gefühlte Bundespräsident" sein und zugleich ein kantiger Journalist, sagte er dem SPIEGEL.

Journalist Frank Plasberg: "Deutschlands zweitwichtigster Talker"
WDR/ Klaus Görgen

Journalist Frank Plasberg: "Deutschlands zweitwichtigster Talker"


Anfang Juni hatte Günther Jauch bekannt gegeben, seine Sendung zum Ende des Jahres aufzugeben - sein Talk-Kollege Frank Plasberg fand nun im Gespräch mit dem SPIEGEL klare Worte zu diesem Abgang: "Ich beneide Günther Jauch. Er ist so alt wie ich und hat einen Jungens-Charme, mit dem kann er machen, was er will. Diese Reflexe, dieser Dackelblick, dem kann keiner böse sein", sagte Plasberg im Interview. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

"Aber das alles lässt sich eben nicht vereinen mit der Aufgabe eines konsequenten Fragers, der nicht die Sympathien auf sich zieht, der eher wie ein Oberlehrer oder arrogant daherkommt." Und weiter: "Du kannst nicht der gefühlte Bundespräsident sein und ein kantiger erster Journalist."

Seine Sendung "Hart aber fair" will Plasberg in einigen Jahren an einen anderen Moderator abgeben: "'Hart aber fair' ist die einzige politische Talkshow, die nicht nach ihrem Moderator benannt ist, und das ist auch Programm. Ich glaube, dass diese Sendung und die Marke stärker sind als das Gesicht - mein Gesicht -, und ich finde, dass das deutsche Fernsehen eine pointierte und engagierte Sendung braucht, und ob ich die moderiere oder nicht, ist die zweite Frage. Man muss ja nicht gleich morgen ein Casting starten. Aber in ein paar Jahren könnte mal ein anderer ran."

Über seine eigene aktuelle Situation sagte Plasberg: "Jetzt bin ich eben endgültig Deutschlands zweitwichtigster Talker. Pardon, Frau Illner, vielleicht auch der drittwichtigste."

Anfang Juni hatte Günther Jauch angekündigt, seinen Talk Ende 2015 aufzugeben. Nachfolgerin auf dem begehrten Sendeplatz am Sonntagabend wird Anne Will.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.

insgesamt 107 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Tom Anderson 27.06.2015
1.
Dass Plasberg sich in Position bringt ist mehr als durchsichtig und passt zum Asympathen. Kantig sein um der Kante willen ist auch eine schöne deutsche Tugend...
joppop 27.06.2015
2. Mit
Mit so einen kollegen braucht mann keine feinde mehr.
fesdu2804 27.06.2015
3. Schlechter Verlierer
Herr Plasberg generiert sich erneut als schlechter und neidischer Verlierer. Bereits als Jauch und nicht er damals den Sonntag Abend bekam, hat er sich ähnlich despektierlich geäußert. Jetzt ist Anne Will und (zum Glück) wieder nicht er an der Reihe. Gut so. Wird langsam Zeit, dass er vom Bildschirm verschwindet.
ge1234 27.06.2015
4. Nun ja,...
... denkbar wäre auch Deutschland unwichtigster Talker!
beobachter2009 27.06.2015
5. Plasberg
ich lach mich kaputt. "Ich kündige schon mal meinen Abgang in den nächsten Jahren an", nein Herr Plasberg, gehen Sie jetzt, damit der Platz frei wird für guten Sendungen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.