Politikmagazin "Panorama"-Mitbegründer Gert von Paczensky ist tot

Mit der Gründung des Politikmagazins "Panorama" leistete er mediale Aufbauarbeit: Gert von Paczensky galt als Vorreiter der kritischen Fernsehberichterstattung in Westdeutschland. Nun ist er im Alter von 88 Jahren gestorben.

Gert von Paczensky (2004): Den Mächtigen auf die Füße treten
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Gert von Paczensky (2004): Den Mächtigen auf die Füße treten


Hamburg - "Nun wollen wir uns noch ein bisschen mit der Bundesregierung anlegen", sagte Gert von Paczensky in einer der ersten Sendungen des Politikmagazins "Panorama". Ab 1960 baute es der Journalist zusammen mit Rüdiger Proske beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) auf.

"Was heute selbstverständlich ist, fanden damals noch viele Menschen unerhört: Mit 'Panorama' trat ein Fernsehmagazin den Mächtigen auf die Füße. Einer der Köpfe des damals neuen journalistischen Selbstverständnisses war Gert von Paczensky. Er zählt zu den herausragenden Begründern des kritischen Fernsehjournalismus in Deutschland", sagte NDR Intendant Lutz Marmor.

Gert von Paczensky war unter anderem verantwortlich für die Berichterstattung über Franz Josef Strauß im Zusammenhang mit der "Fibag-Affäre" und der SPIEGEL-Affäre.

Im Jahr 1963, als Gert von Paczenskys Vertrag bei "Panorama" nicht verlängert wurde, wechselte er zum "Stern". In den Siebzigerjahren war er Chefredakteur bei Radio Bremen und zeitweise auch Co-Moderator der Fernseh-Talkshow "3 nach 9".

Gert von Paczensky ist am Freitag, wenige Tage vor seinem 89. Geburtstag, gestorben.

kha/dpa

insgesamt 5 Beiträge
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fairer_demokrat 01.08.2014
1. Einer wie er fehlt heute.
Dabei wäre es dringender denn je. Statt dessen werden wir mit vermeintlicher 'political Correctness' verar....t.
spontanistin 01.08.2014
2. Schade...
.... und gleichzeitig bezeichnend,dass niemand das Erbe dieser kritischen Journalisten angetreten hat. Wir leben halt im Zeitalter der kritiklosen "Political Correctness" und des unbedingten Konsenses als fehlverstandener Demokratie. Meinungsvielfalt und Kritikfähigkeit bei respektvollem Diskurs gehen leider immer mehr verloren - und sterben aus!
rilepho 01.08.2014
3. Hochachtung vor diesem Menschen....
.... es ist wohltuend, einen solchen mutigen Journalisten erlebt zu haben. Ihm gilt mein großer Respekt. Auch heute erheben dankenswerter Weise investigative Journalisten - Andreas Müller von der Stuttgarter Zeitung - ihre Stimme und ertragen die unqualifiziertesten Angriffe von Leuten, Parteien und Organisationen, die solche Mut-Journalisten einfach nicht ertragen können. Gert von Paczensky fehlt!
auweia 01.08.2014
4. Ausserdem
Von Paczensky war auch ein Feinschmecker und Gastrokritiker
nichzufassen 02.08.2014
5.
Dass sich Leute wie dieser Geburtstagsständchensinger van Kampen und die meisten anderen dieser Speichellecker oder bei den Privaten etwa dieser Klöppel, der passend zu den Wahlen alle 4 Jahre `Der Kanzlerin´ in den Allerwertesten klöppelt, überhaupt `Journalisten´ nennen dürfen, ist erstaunlich. Paczensky, Friedrich etc waren anderes Kaliber.
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