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Gestorben Betty White, 99

aus DER SPIEGEL 2/2022
Foto: Gus Ruelas / REUTERS

»Ich habe so ein Glück, dass ich bei guter Gesundheit bin«, sagte sie dem US-Magazin »People«, das sie Ende Dezember wegen ihres anstehenden 100. Geburtstags aufs Cover nahm. Wie sie sich ihr langes Leben erkläre? »Ich versuche, nichts Grünes zu essen.« Die Antwort war typisch, White nahm sich selbst immer als Erste auf die Schippe.

Alter, so bewies sie bis zuletzt, ist kein Grund für Resignation, Langeweile oder Prüderie. Whites Welterfolg, die US-Sitcom »Golden Girls« über vier Seniorinnen in Miami, in der sie die liebenswerte Nervensäge Rose Nylund spielte, endete zwar vor fast 30 Jahren. Doch irgendwo läuft die »geschätzteste TV-Show aller Zeiten« (BBC) bis heute immer noch, als Wieder­holung, als Videoclip, als Meme. Dabei war sie viel mehr als das letzte der »Golden Girls«, deren Co-Stars sie lange überlebt hatte. Mit sieben Jahrzehnten im Showbusiness war White nicht nur die am längsten aktive TV-Entertainerin der Welt – sondern auch eine der ersten selbstbestimmten Frauen hinter der Kamera, zu einer Zeit, da Frauen dort nicht viel zu sagen hatten.

Geboren bei Chicago als Tochter einer Hausfrau und eines Handlungs­reisenden, erlebte White die Weltwirtschaftskrise als Kind mit. Sie wollte eigentlich Wildhüterin werden, weil sie Tiere liebte. Den Spaß am Schau­spielern entdeckte sie an ihrer berühmten Schule, der Beverly Hills High School. 1939 tanzte sie in einem Abschlussballkleid durch die erste TV-Show an der US-Westküste, da war sie gerade 17.

1954 produzierte sie ihre eigene »Betty White Show« als eine der ersten Frauen mit Entscheidungsbefugnis im TV-Geschäft. Ihr großer Durchbruch kam 1973 mit der »Mary Tyler Moore Show«, sie spielte eine sexhungrige Fernsehköchin. Die »Golden Girls« liefen von 1985 bis 1992. Die Serie gewann über die Jahre elf Emmys, davon je einen für die vier Stars.

Betty White starb am 31. Dezember in Los Angeles.

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