Neue Diversitätsstudie Anteil der Frauen auf Regieposten wächst

Eine neue Studie zeigt, dass immer mehr Frauen Regie führen. Aber von Parität ist man noch immer weit entfernt. Ein Gleichstand von Frauen und Männern könnte beim ZDF 2024 erreicht werden, bei der ARD 2027.
Mehr Frauen führen laut einer aktuellen Studie Regie (Archivbild)

Mehr Frauen führen laut einer aktuellen Studie Regie (Archivbild)

Foto: bjones27 / Getty Images

Man kann sich zum ersten Mal freuen: Bei deutschen Kino- und Fernsehfilmen führen zunehmend Frauen Regie. Das geht aus einem Bericht zur Regievergabepraxis im Fernsehen und Kino hervor, der am Freitag an der Universität Rostock vorgestellt wurde.

Von Parität sei man jedoch immer noch weit entfernt, urteilten die Verantwortlichen. So lag der Anteil der weiblichen Regie bei ARD und ZDF 2020 bei etwa 29 Prozent – 2010 waren es noch 11 Prozent. Ein Gleichstand von Frauen und Männern ist demnach bei dieser Entwicklung beim ZDF in zwei Jahren möglich, bei der ARD 2027. Im Kino könnte es 2026/2027 soweit sein.

Streaminganbieter hinken hinterher

Untersucht wurden neben dem Kino fiktionale Filme der deutschen Fernsehprogramme, die 2019 und 2020 zwischen 18 und 24 Uhr erstmals ausgestrahlt wurden. Neu in der Untersuchung waren dabei die Angebote der Streaminganbieter. Diese hinken laut Studienangaben bei der Frauenquote etwas hinterher: 2019 lag diese bei etwa 14 Prozent, 2020 bei rund 25 Prozent.

In der siebten Ausgabe des Diversitätsberichts heißt es weiter, es zeige sich, dass Regisseurinnen nun auch vermehrt nach 20 Uhr inszenierten sowie bei Sendungen, die länger als 60 Minuten seien. Sichtbar ist der Zuwachs auch beim »Tatort« und dem »Polizeiruf 110«: Dort stieg der Regieanteil der Frauen 2020 auf rund 38 Prozent – im Jahr davor waren es 20 Prozent.

evh/dpa