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Fernsehpreis: Im Zeichen der Serie

Foto: X Filme/ Degeto/ Beta Film/ Sky

Fernsehjahr 2017 "Babylon Berlin", "Hindafing" und "4 Blocks" für Grimme-Preis nominiert

Es ist der wichtigste Preis für deutsche Fernsehproduktionen: Die Grimme-Nominierungen stehen diesmal im Zeichen aufwendiger Serien. Auch zwei "Tatort"-Experimente stehen auf der Vorschlagsliste.

Es war das Fernsehjahr, in dem die deutsche Serie ihre Anschlussfähigkeit zum internationalen TV-Markt unter Beweis stellte. Die Nominierungen zum Grimme-Preis legen darüber Rechnung ab: In der Sektion Fiktion sind so viele Serien wie noch nie vertreten ( Lesen Sie hier einen ausführlichen Rückblick auf Serien Serienjahr 2017 ).

Das Zwanzigerjahre-Panorama "Babylon Berlin", eine aufwendige Koproduktion des Bezahlsenders Sky und des öffentlich-rechtlichen Anbieters ARD, hat ebenso Aussicht auf einen Hauptpreis wie der Gangsterthriller "4 Blocks" (TNT Serie), die Gesellschaftsgroteske "Hindafing" (BR) und der psychologische Generationenkrimi "Das Verschwinden" (BR/NDR). Der Horrorthriller "Dark", die erste deutsche Serie für den Streaming-Anbieter Netflix, ist immerhin für einen Spezialpreis nominiert.

Auch zwei "Tatorte" sind im Bereich Fiktion nominiert: die Kieler Episode "Borowski und das Fest des Nordens" (NDR) und die Stuttgarter Episode "Stau" (SWR). Das ist insofern bemerkenswert, da diese beiden Folgen in die Kategorie "experimentelle 'Tatorte'" fallen, um die es ARD-intern Streit gegeben hat. Die Nominierungen dürfen nun als Ansporn gesehen werden, das Format des Krimis auch in Zukunft offener für neue erzählerische Impulse und gesellschaftliche Themen zu halten.

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Fernsehpreis: Im Zeichen der Serie

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In der Kategorie Info & Kultur ist unter anderem die Dokumentation "Bimbes - die schwarzen Kassen des Helmut Kohl (SWR)" nominiert, die auf gemeinsamen Recherchen des SPIEGEL und der Filmautoren Stephan Lamby und Egmont R. Koch fußt. Außerdem können sich unter anderem die Verantwortlichen der Flüchtlingsreportage "Alles gut. Ankommen in Deutschland" (NDR/SWR) und der Dokumentation "Geschichte im Ersten: Wie starb Benno Ohnesorg?" (RBB/HR) Hoffnungen auf einen Preis machen.

In der Kategorie "Journalistische Leistung" ist neben anderen Claas Meyer-Heuer von SPIEGEL TV für seine exklusiven Recherchen im Rahmen der Reportage "Afrikanische Flüchtlinge 2017" für das "Spiegel TV Magazin" (RTL) nominiert.

Im Bereich Unterhaltung ist unter anderem das Olli-Dittrich-Format "Trixie Wonderland" (WDR) Anwärter für eine der TV-Trophäen. Außerdem auf der Liste: die Maren-Kroymann-Ego-Comedy "Kroymann" (RB), die Kochshow "Kitchen Impossible" (Vox) und die inzwischen abgewickelte Talkshow "Schulz & Böhmermann" (ZDFneo).

Insgesamt sind 70 Produktionen und Einzelleistungen für den 54. Grimme-Preis nominiert. Sie wurden aus insgesamt mehr als 900 Vorschlägen und Einreichungen ausgewählt. Ab dem 27. Januar tagen die Jurys in Marl, die insgesamt bis zu 16 Auszeichnungen vergeben können. Diese werden am 13. April 2018 im Theater der Stadt Marl verliehen. Es ist der wichtigste unabhängige Fernsehpreis.

Drei Gewinner sind bereits bekannt. Der Bert-Donnepp-Preis für medienjournalistisches Engagement geht dieses Jahr an das Medienkritikportal "Übermedien" sowie an den Journalisten Georg Seeßlen. Eine besondere Ehrung im Rahmen des Bert-Donnepp-Preises erhält Dunja Hayali für ihr Engagement gegen Hasskommentare im Netz.

SPIEGEL TV Magazin: "Afrikanische Flüchtlinge 2017"

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cbu