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Grimme-Preis-Nominierung: Gutes Fernsehen aus deutschen Landen

Foto: ZDF/ Orange Eyes

Grimme-Preis-Nominierungen Mit dem Grüffelo nach Oslo

Ehrenpreis für Gottschalk, Nominierung fürs Eurovision-Casting: Bei der Vorauswahl für den Grimme-Preis kommt die große Mehrheit der Sendungen erwartungsgemäß von den Öffentlich-Rechtlichen - aber die besten Unterhaltungsserien liefert Sat.1.

Hamburg/Marl - Die BBC-ZDF-Koproduktion "Der Grüffelo", die erst am Montag für einen Oscar nominiert wurde, gehört zu den Kandidaten. Und natürlich - Lena sei Dank - hat es auch die Eurovision-Song-Contest-Produktion "Unser Star für Oslo" von ProSieben unter die TV-Produktionen geschafft, die sich Hoffnungen auf einen der begehrten Grimme-Preise machen dürfen.

Exakt 61 Fernsehproduktionen und Fernsehschaffende haben die Nominierungskommissionen aus 599 Vorschlägen ausgewählt. Acht Nominierungen kommen aus dem Lager der privaten Sender. Sie sind ausschließlich in der Kategorie Unterhaltung für die 47. Grimme-Preis-Vergabe vertreten.

Das Gros der nominierten Produktionen stellen erwartungsgemäß die Öffentlich-Rechtlichen - im Falle des "Wettbewerb Fiktion" unter anderem die ZDF-Interview-Doku-Fiction "Dutschke" und die Verfilmung von Sven Regeners Roman " Neue Vahr Süd" (ARD/WDR/BR). Die "Dutschke"-Macher Stefan Krohmer und Daniel Nocke treten dabei gegen sich selbst an: Sie sind auch mit dem Spielfilm "Die fremde Familie" im Rennen.

Wenig überraschend sind die Nominierungen in der Kategorie "Unterhaltung": Hier finden sich viele alte Bekannte. "Krömer - Die internationale Show" (ARD/rbb) ist schon mehrfach nominiert worden, ebenso wie die Formate "Switch Reloaded" (ProSieben) oder "Dennis & Jesko", die 2009 einen Grimme-Preis bekamen.

Erfreulich qualitätsvoll sind die Nominierungen in der Kategorie "Serien & Mehrteiler - Fiktion": Dort treten "Weissensee" (ARD), "Im Angesicht des Verbrechens" (ARD) und "Klimawechsel" (ZDF) gegeneinander an. In der Rubrik "Unterhaltung" zeigen Sat.1-Reihen "Danni Lowinski" und "Der letzte Bulle" zeigen, dass sich deutsche Serien zwar oft, aber eben nicht immer hinter britischen oder US-amerikanischen Mehrteilern verstecken müssen.

Das Fazit der Nominierungskommission Unterhaltung fasst Grimme-Direktor Uwe Kammann in der Formel zusammen, dass zwar längst nicht alle Vorschläge ein preisverdächtiges Niveau gehabt hätten, es jedoch bei insgesamt großer Vielfalt auch viele erfreuliche Entdeckungen gegeben habe. Kammann bezeichnete das Fernsehjahr 2010 in seiner Gesamteinschätzung als "positiv" mit "Erfindungsreichtum in der Spitze".

Nachdem nun die Nominierungen feststehen, werden vom 5. bis 10. Februar drei Jurys in den Wettbewerbskategorien "Fiktion", "Information & Kultur" sowie "Unterhaltung" über die insgesamt zwölf Grimme-Preise entscheiden. Das Grimme-Institut gibt die Auszeichnungen am 16. März 2011 bekannt. Die Preisverleihung findet am 1. April im Theater der Stadt Marl statt.

Der erste Preisträger im Rahmen des diesjährigen Grimme-Preises steht fest: Thomas Gottschalk wird die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands (DVV) zugesprochen. Dies gab das Grimme-Institut am 26. Januar in Marl bekannt. Ausgezeichnet werde mit diesem Preis Gottschalks "ebenso lust- wie phantasievolle Verkörperung der Entertainer-Rolle". Er habe das Genre der Fernsehunterhaltung "in bewundernswerter Konstanz, mit höchstem Können und mit unverwechselbarem Stil ganz maßgeblich geprägt".

twi/dpa
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