Grimme-Preis "How to sell drugs online (fast)" und "Skylines" sind nominiert

Der Serienboom schlägt sich weiter nieder: Netflix ist zum ersten Mal in gleich zwei Grimme-Kategorien vertreten. Auch Joko und Klaas dürfen auf eine Auszeichnung hoffen - und ein Dating-Format von RTL.
Szene aus "How to sell Drugs (online fast)": Hauptfigur Moritz (Maximilian Mundt)

Szene aus "How to sell Drugs (online fast)": Hauptfigur Moritz (Maximilian Mundt)

Foto: Bernd Spauke/ Netflix

"Wir sind die Welle", "How to sell Drugs online (fast)" und "Skylines": Netflix ist bei den Nominierungen des Grimme-Preises mit gleich drei Serien vertreten, erstmals sogar in zwei Kategorien. Die Adaption von Morton Rhues Drama über eine Jugendbewegung, "Wir sind die Welle" (Rat Pack Filmproduktion, Sony Pictures), und die Nerd-Comedy "How to sell Drugs online (fast)" (bildundtonfabrik) sind in der Kategorie "Kinder & Jugend" nominiert. Die HipHop-Serie "Skylines" (Komplizenfilm), die nach einer Staffel abgesetzt wurde, darf auf einen Preis "für den überzeugenden Umgang mit Musik" hoffen. Das gab das Grimme-Institut bekannt.

"2019 war ein Jahr, das uns als Gesellschaft gefordert hat. Themen des Jahres wie Klimaschutz, 30 Jahre Mauerfall oder Seenotrettung spiegeln sich in den Einreichungen“, sagte die Grimme-Direktorin Frauke Gerlach. Man habe kategorienübergreifend Produktionen gesehen, die eine Antwort auf die Frage suchten, wie man zusammenleben wolle.

Wie schon im vergangenen Jahr zeichnet sich bei den Nominierungen der Serien-Hype ab: Neben den Netflix-Produktionen sind für die renommierte TV-Trophäe die Sky-Serie "Der Pass" (Wiedemann & Berg Television/epo-film), ein Remake des TV-Erfolgs "Die Brücke" mit Julia Jentsch, und die RTL-Produktion „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ von David Schalko nominiert. Hoffen dürfen auch die Serien „Eden“ (Atlantique Productions/Port au Prince für SWR/ARTE/ARTE France/ ARD Degeto), „Andere Eltern“ (eitelsonnenschein für TNT) und „Die neue Zeit“ (zero one film/Constantin Television/Nadcon Film für ZDF/ARTE).

"Prince Charming" ist nominiert

Für eine kleine Überraschung sorgte die Nominierung einer Dating-Show: „Prince Charming“ (Seapoint Productions für RTL/TVNOW). In der Show beim RTL-Ableger TV Now bemühen sich homosexuelle Männer um einen Single. Für einen Preis sind zudem Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf nominiert - aber nicht für ihre Show "Joko & Klaas gegen ProSieben", bei der sie in verschiedenen Wettkämpfen gegen ihren Sender antreten. Sondern für „Joko & Klaas LIVE – 15 Minuten“ (Florida TV für ProSieben), also für die Sendezeit, die die beiden Moderatoren zu ihrer freien Verfügung haben, wenn sie die Duelle gegen ProSieben gewinnen.

Die Viertelstunde nutzten die beiden Entertainer u.a. für ein Statement gegen Rechtspopulismus, ein anderes Mal ließen sie Menschen über Seenotrettung für Flüchtlinge im Mittelmeer, über Rechtsextremismus und Obdachlosigkeit sprechen. Auf einen Preis hoffen dürfen auch Musiker Olli Schulz (für seinen Besuch in einem Seniorenheim in „Die Geschichte eines Abends … mit Olli Schulz“ (NDR)) und Komiker Kurt Krömer (für „Chez Krömer“ (ProBono Tv für rbb)).

73 Produktionen sind insgesamt für Preise nominiert - ab dem 25. Januar werden Jurys ermitteln, wer eine Auszeichnung erhält. Die Ergebnisse werden am 27. März im Theater der Stadt Marl bekannt gegeben. Im vergangenen Jahr zählten die Serien "Bad Banks" und "Beat" sowie Jan Böhmermann zu den Gewinnern.

evh