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22. Mai 2014, 12:47 Uhr

Gurlitt-Anwalt

Angeblich nur acht Bilder unter Raubkunst-Verdacht

Im Streit um NS-Raubkunst im Erbe des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt hat sich dessen Betreuer Christoph Edel geäußert - er sieht nur bei wenigen Werken einen "verfolgungsbedingten Entzug".

Düsseldorf/Hamburg - In der Sammlung von Cornelius Gurlitt stehen seinem vormaligen Betreuer, dem Rechtsanwalt Christoph Edel, zufolge nach derzeitigen Erkenntnissen nur wenige Bilder unter Raubkunst-Verdacht. "Nach derzeitigem Stand muss lediglich bei acht Werken ein NS-verfolgungsbedingter Entzug angenommen werden", sagte Edel in der Trauerrede für den verstorbenen Kunstsammler am Montag in Düsseldorf, die jetzt von Gurlitts ehemaligem Sprecher Stephan Holzinger veröffentlicht wurde. "Ob weitere Werke dazukommen, muss die laufende Forschung ergeben", heißt es darin.

Gurlitt war am 6. Mai gestorben. "Die Kunstsammlung war ihm zunehmend zu einer schweren Last geworden", sagte Edel. An deren Rückkehr habe er kaum noch Interesse gehabt.

Zuletzt hatte Gurlitts Großcousin Ekkehart Gurlitt in der "Bunten" das Kunstmuseum Bern kritisiert, an das die Sammlung laut Testament gehen soll. "Dem Berner Museum geht es in erster Linie um den finanziellen Aspekt, nicht um eine Verantwortung im Hinblick auf Nazi-Raubkunst", sagte der Fotograf der Zeitschrift. Ekkehart Gurlitt will die Sammlung ohnehin am liebsten in Bayern wissen. Er hoffe, sagte Gurlitt in der "Bunten", dass deutsches Kulturgut in Deutschland bleibe, "aber doch nicht nach Bern kommt, in die popelige Provinz".

tha/dpa

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