Harald Schmidt "Das Fernsehen ist für mich ein Medium der Vergangenheit"

Mit seinen Late-Night-Shows wurde Harald Schmidt einst bekannt, heute langweile ihn das Fernsehen aber. Das sagt er nun in einem Interview - und erklärt, warum seine Videokolumne bei SPIEGEL ONLINE "das perfekte Format" ist.

Harald Schmidt
Bernd Weißbrod/ DPA

Harald Schmidt


Fünf Jahre nach dem Ende seiner Late-Night-Show schließt Harald Schmidt seine Rückkehr als Moderator ins Fernsehen komplett aus. "Es langweilt mich, und das Fernsehen ist für mich ein Medium der Vergangenheit", sagte der 61-Jährige im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Ich habe überhaupt nicht mehr das Bewusstsein, irgendetwas übers Fernsehen transportieren zu müssen. Heute ist ja jeder sein eigener Sender", sagte Schmidt. Mit dem Handy sei man weltweit rund um die Uhr auf Sendung.

Schmidt ist ausgebildeter Schauspieler. Derzeit bereitet er sich in Stuttgart auf eine Sprechrolle in der Richard-Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos" vor, die Premiere ist für den 2. Juni angesetzt.

Schmidt ist zudem regelmäßig bei SPIEGEL ONLINE zu sehen, er kommentiert in seiner Videokolumne aktuelles Geschehen. "Das ist eigentlich für mich das perfekte Format, weil ich sozusagen keinerlei Abstimmung mit irgendjemand habe", sagte er nun in dem Interview. "Keine Redaktionssitzung. Kein Chef. Kein Redakteur, der morgens um 11 Uhr noch nicht weiß, was die Schlagzeilen sind. Mein Ein-Mann-Sender."

aar/dpa

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Seite 1
frummler 30.05.2019
1. Seit Jahren nur noch ein Rentner Medium !
Ich bin 51 und schaue seit Jahren kein Fernsehen mehr! Wozu denn auch? Bis da mal was kommt was einen wirklich interessiert hat man es Internet längst gesehen! Und zwar vor Ewigkeiten ungeschnitten und Werbefrei!
danielc. 30.05.2019
2.
Die Mediatheken der öffentlichen sind genial. Besonders angenehm finde ich, dass vieles auch auf anderen Kanälen im Netz läuft. Das seichte trallalla der privaten erreicht mich dabei nicht. Gute Spielfilme oder -Serien bekommt man dann, wenn man Zeit hat über das Netz. Das Fernsehen als Übertragungsform hat sicher seine Zeit hinter sich. gute Dokus, wie bei Arte oder den Infokanälen möchte ich jedoch nicht missen.
nokaner 30.05.2019
3. Geht mir auch so...
Ich verstehe auch nicht warum Sender sich noch um Frequenzen im Kabelfernsehen bewerben, dafür bezahlen, das Signal verschlusseln, sich Menschen dafür teure Receiver kaufen. Die Inhalte der Sender sind so schlecht. Kein Vergleich zu Streaming. Eventuell noch Reportagen oder Nachrichten der ÖR. Aber doch bitte keine "Die größten Fernsehmomente" bei RTL die letzten Samstag zweimal hintereinander gezeigt wurden und je 4 Stunden dauerten. Das lineare Fernsehen ist tot.
Das schwarze Schaf 30.05.2019
4. @1
Ich bin 52 Jahre alt und schaue mir immer noch Fernsehen an und finde es überhaupt nicht veraltet. Wenn man natürlich nur solche Hype-Serien wie "Game of Thrones" guckt wird im normalen Fernsehen nicht fündig. Aber als jemand der an Kultur, Politik und Wissenschaft, sowie an sehr gut gemachten Serien (speziell von der BBC) Spaß hat finde ich das normale Fernsehen, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat immer noch sehr gut und Vorfällen, in Bezug auf politische und wissenschaftliche Themen sehr seriös. Bei all den Fake-news und iVerschwörungstheorien im Internet scheidet dieses als primäre Informationsquelle aus.
emil7685 30.05.2019
5.
Zitat von Das schwarze SchafIch bin 52 Jahre alt und schaue mir immer noch Fernsehen an und finde es überhaupt nicht veraltet. Wenn man natürlich nur solche Hype-Serien wie "Game of Thrones" guckt wird im normalen Fernsehen nicht fündig. Aber als jemand der an Kultur, Politik und Wissenschaft, sowie an sehr gut gemachten Serien (speziell von der BBC) Spaß hat finde ich das normale Fernsehen, egal ob öffentlich-rechtlich oder privat immer noch sehr gut und Vorfällen, in Bezug auf politische und wissenschaftliche Themen sehr seriös. Bei all den Fake-news und iVerschwörungstheorien im Internet scheidet dieses als primäre Informationsquelle aus.
Hmm. Ich bin 1970 geboren und habe seit ungefähr zwanzig Jahren (also etwa seit Etablierung des Internet) absolut keine Ambitionen mehr, fernzusehen. Es interessiert mich schlicht und ergreifend absolut überhaupt nicht, was dort lãuft. Zudem passt es in keinster Weise zu meinem Lebenswandel, mich zu festen Zeiten auf mein Sofa zu setzen und mich von der Glotze berieseln zu lassen. Deutsches Fernsehen nimmt mich schlicht nicht mit. Mit dem US-Fernsehen und dem quietschebunten Fernsehen in Lateinamerika kann ich mich einigermaßen anfreunden. Wenn ich in den USA bin läuft tatsächlich ab und an nebenbei der Fernseher. Ich habe im Übrigen keine einzige dieser "hype-Serien" gesehen.
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