Harald Schmidt über verstorbenen Kompagnon "Feuerstein war ein Genie - das hat er mir selbst gesagt"

Mit Herbert Feuerstein und "Schmidteinander" begann auch die Karriere von Harald Schmidt richtig in Fahrt zu kommen. Der Moderator widmete ihm nun einige Abschiedsworte.
Moderatoren Harald Schmidt (l.) und Herbert Feuerstein (1990): "Jetzt ist es anders gekommen"

Moderatoren Harald Schmidt (l.) und Herbert Feuerstein (1990): "Jetzt ist es anders gekommen"

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Horst Galuschka / imago images

Der Moderator und Entertainer Harald Schmidt hat mit launigen Worten Abschied von seinem verstorbenen "Schmidteinander"-Kompagnon Herbert Feuerstein genommen. "Feuerstein war ein Genie - das hat er mir selbst gesagt, und ich habe es ihm bestätigt", sagte Schmidt dem Westdeutschen Rundfunk (WDR). "Während 'Schmidteinander' hat er mir befohlen, zuerst zu sterben - jetzt ist es anders gekommen."

Feuerstein hatte das durch seine brillanten Comedyelemente erfolgreiche "Schmidteinander" konzipiert, er bediente sich dafür mit einigen Elementen bei erfolgreichen Late-Night-Shows aus den USA. Für Schmidt bedeutete die Sendung den Aufstieg zum über Jahre populärsten Late-Night-Moderator in Deutschland. Das persönliche Verhältnis von Schmidt und Feuerstein war hingegen eher unterkühlt.

Schmidt sagte dem WDR, bei ihrem letzten Treffen an der Sicherheitskontrolle am Flughafen Berlin-Tegel habe er Feuerstein gesagt, dass er ihm im Grunde seine Karriere verdanke. "Er hat es mir bestätigt - Feuerstein ist unsterblich, zumindest solange mir noch wildfremde Leute auf Rolltreppen das Putzgeräusch der Zwergbrillenratte vorspielen", sagte der 63-Jährige Schmidt dem WDR weiter. "Zum Abschied danke und leise servus auf der Nasenflöte - tschüs, Feuerstein."

Auch WDR-Intendant Tom Buhrow äußerte sich: "Heute sind wir traurig." Und weiter: "Wir bedanken uns bei Herbert Feuerstein nicht nur für 'Schmidteinander', eine Kultshow, die  Fernsehgeschichte geschrieben hat und vieles verändert hat. Sondern auch für seinen klugen Humor, seine herrliche Albernheit, den intelligent durchdachten Anarchismus und viele, viele höchst unterhaltsame Fernseh- und Hörfunkstunden. So oft hat er uns zum Lachen gebracht."

Feuerstein wurde zunächst als Autor der Michael-Braun-Talkshow im WDR  aktiv, danach folgte "Wild am Sonntag". Als Rategast in der Spielshow "Psssst..!" wurde er dann einem großen Publikum bekannt. Die Sendung wurde von Harald Schmidt moderiert. Danach konzipierte er "Schmidteinander" und gewann dort als Co-Moderator neben Schmidt an großer Komik, indem er vor allem Albernheiten und Langeweile zur Schau stellte.

jon/dpa