Wegen rassistischen Inhalts HBO Max nimmt "Vom Winde verweht" aus dem Angebot

"Little Britain", "Vom Winde verweht", "Cops" - Streamingdienste und TV-Sender überprüfen ihre Angebote auf rassistische Tendenzen. Einige Serien und Filme werden nun nicht mehr gezeigt.
Clark Gable umarmt in "Vom Winde verweht" Vivien Leigh - der Film ist nun nicht mehr bei HBO Max zu sehen

Clark Gable umarmt in "Vom Winde verweht" Vivien Leigh - der Film ist nun nicht mehr bei HBO Max zu sehen

Foto: dpa

Weil der Film aus dem Jahr 1939 ethnische und rassistische Vorurteile transportiere, hat der Streamingdienst HBO Max  den Filmklassiker "Vom Winde verweht" aus seinem Angebot entfernt. Damit reagierte die Streamingplattform auf einen Leitartikel in der "L.A. Times", in dem Drehbuchautor John Ridley ("12 Years a Slave") gefordert hatte, den Film wegen rassistischer Stereotypen aus dem Programm zu nehmen.

Es ist nicht die einzige Maßnahme: Inmitten der anhaltenden Anti-Rassismus-Proteste überprüfen nun immer mehr Sender und Streamingdienste ihr Angebot auf rassistische Tendenzen. Neben HBO Max, dem neuem Streamingableger des Bezahlsenders HBO, haben sich auch Netflix und Paramount Network dazu entschlossen, bestimmte Produktionen nicht mehr zu zeigen.

"Diese rassistischen Darstellungen waren damals falsch und sind es auch heute noch"

Bei "Vom Winde verweht", einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, rief die Darstellung von zufriedenen Sklaven und heldenhaften Sklavenhaltern immer wieder Kritik hervor. "Diese rassistischen Darstellungen waren damals falsch und sind es auch heute noch, und wir waren der Meinung, dass es unverantwortlich wäre, diesen Titel ohne eine Erklärung und eine Anprangerung dieser Darstellungen im Programm zu behalten", erklärte ein Sprecher von HBO Max.

Zu einem ähnlichen Ergebnis müssen Netflix und die BBC in Bezug auf die Comedy-Serie "Little Britain" gekommen sein: Beide haben die mehrfach ausgezeichnete britische Sketchserie mit Matt Lucas und David Walliams, die von 2003 bis 2006 lief, aus ihrem Angebot gestrichen. Denn darin werde beispielsweise immer wieder die rassistische Praxis des Blackfacing gezeigt. Zuvor hatten sich Lucas und Walliams selbst von der Serie distanziert. "Ich würde das heute nicht mehr so machen", sagte Lucas bereits vor drei Jahren.

Aus für "Cops"

Indes hat sich der US-Kabelfernsehsender Paramount Network entschlossen, die Serie "Cops" abzusetzen. Die Realityshow startete ursprünglich 1989 auf Fox und geriet in den vergangenen Jahren immer wieder wegen der Darstellung von Strafverfolgungsbehörden und fragwürdigen Polizeipraktiken in die Schlagzeilen. Wegen der Proteste gegen Polizeigewalt hatte der Sender die Show bereits aus dem Programm genommen. Nun soll auch die letzte bereits abgedrehte Staffel nicht mehr gezeigt werden.

Für "Vom Winde verweht" allerdings soll es noch zu einer Rückkehr auf den Bildschirm kommen: Der Film soll zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Streamingplattform zurückkehren - zusammen mit einer Diskussion über den historischen Kontext, hieß es. Es würden jedoch keine Veränderungen an dem Film vorgenommen, denn dies käme der Behauptung gleich, "diese Vorurteile hätten nie existiert".

evh/AFP
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