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29. März 2012, 11:33 Uhr

Quotentief

Ausschuss-Chef des HR fordert Aus für Gottschalk

Der erste ARD-Gremienvertreter hat sich öffentlich für eine Absetzung von "Gottschalk Live" ausgesprochen. Die Sendung sei ein teurer Fehler, sagte der Fernsehausschuss-Vorsitzende des Hessischen Rundfunks - nun solle der Senderverbund die Notbremse ziehen.

Wiesbaden/Hamburg - Gerade ist ein sachter Aufwärtstrend bei der Zuschauergunst für "Gottschalk Live" erkennbar, doch Rolf Müller hat die Hoffnung auf anhaltend bessere Quoten offenbar aufgegeben: Der Vorsitzende des Fernsehausschusses des Hessischen Rundfunks (HR) hat sich für die Absetzung der vorabendlichen Show von Thomas Gotschalk ausgesprochen. Müller forderte die ARD auf, von der Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen.

Damit hat sich der erste hochrangige Gremienvertreter eines ARD-Senders offen für ein Ende der schwächelnden Sendung starkgemacht. Auch das geänderte Konzept und das neue Design-Studio hätten nicht dazu geführt, dass "Gottschalk Live" in die Nähe der geforderten zehn Prozent Marktanteil gelange. Bislang hatte es zwar Gerüchte darum gegeben, dass hohe ARD-Entscheider wie Programmdirektor Volker Herres intern die Absetzung der Sendung vorgeschlagen hätten, öffentlich hatten diese jedoch Gottschalk stets den Rücken gestärkt.

HR-Gremienmann Müller griff die Verantwortlichen der ARD an, die Gottschalk zum Senderverbund geholt hatten und nun an ihm festhielten. Sie wollten sich offensichtlich nicht eingestehen, dass dieses Experiment ein teurer Fehler gewesen sei. Die ARD müsse stattdessen "erkennen und zugeben, wenn eine Idee von den Zuschauern nicht angenommen wird und offenbar die Strahlkraft eines unbestreitbar guten und erfolgreichen Unterhalters verloren gegangen ist".

In der Tat blieb der Marktanteil der Sendung auch in den vergangenen Tagen klar unter der Zielmarke von zehn Prozent - immerhin erreichte Gottschalk aber am Montag und Dienstag zweimal hintereinander mehr als fünf Prozent der Zuschauer. Dies war ihm zuvor noch nicht gelungen. Als wichtigste Neuerung hatte die Redaktion ein Studiopublikum eingeführt, das für mehr Atmosphäre sorgen soll.

fdi/dapd

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