Quotentief Ausschuss-Chef des HR fordert Aus für Gottschalk

Der erste ARD-Gremienvertreter hat sich öffentlich für eine Absetzung von "Gottschalk Live" ausgesprochen. Die Sendung sei ein teurer Fehler, sagte der Fernsehausschuss-Vorsitzende des Hessischen Rundfunks - nun solle der Senderverbund die Notbremse ziehen.

ARD-Vorabendmann Thomas Gottschalk: Im Quotenloch
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ARD-Vorabendmann Thomas Gottschalk: Im Quotenloch


Wiesbaden/Hamburg - Gerade ist ein sachter Aufwärtstrend bei der Zuschauergunst für "Gottschalk Live" erkennbar, doch Rolf Müller hat die Hoffnung auf anhaltend bessere Quoten offenbar aufgegeben: Der Vorsitzende des Fernsehausschusses des Hessischen Rundfunks (HR) hat sich für die Absetzung der vorabendlichen Show von Thomas Gotschalk ausgesprochen. Müller forderte die ARD auf, von der Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen.

Damit hat sich der erste hochrangige Gremienvertreter eines ARD-Senders offen für ein Ende der schwächelnden Sendung starkgemacht. Auch das geänderte Konzept und das neue Design-Studio hätten nicht dazu geführt, dass "Gottschalk Live" in die Nähe der geforderten zehn Prozent Marktanteil gelange. Bislang hatte es zwar Gerüchte darum gegeben, dass hohe ARD-Entscheider wie Programmdirektor Volker Herres intern die Absetzung der Sendung vorgeschlagen hätten, öffentlich hatten diese jedoch Gottschalk stets den Rücken gestärkt.

HR-Gremienmann Müller griff die Verantwortlichen der ARD an, die Gottschalk zum Senderverbund geholt hatten und nun an ihm festhielten. Sie wollten sich offensichtlich nicht eingestehen, dass dieses Experiment ein teurer Fehler gewesen sei. Die ARD müsse stattdessen "erkennen und zugeben, wenn eine Idee von den Zuschauern nicht angenommen wird und offenbar die Strahlkraft eines unbestreitbar guten und erfolgreichen Unterhalters verloren gegangen ist".

In der Tat blieb der Marktanteil der Sendung auch in den vergangenen Tagen klar unter der Zielmarke von zehn Prozent - immerhin erreichte Gottschalk aber am Montag und Dienstag zweimal hintereinander mehr als fünf Prozent der Zuschauer. Dies war ihm zuvor noch nicht gelungen. Als wichtigste Neuerung hatte die Redaktion ein Studiopublikum eingeführt, das für mehr Atmosphäre sorgen soll.

fdi/dapd

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Stelzi 29.03.2012
1. Durch causa Schmidt etwa Mut getankt?
Man kann ja fast nicht umhin zu vermuten, dass dieser "Gremienmann" durch die abrupte Demission von Schmidt bei sat1 plötzlich ein bisschen Mut zusammengekratzt hat, um den nächsten Show-Granden abzuservieren. Die zeitliche Nähe ist schon frappierend. Apropos teuer. Wie sehen eigentlich die Bezüge dieser öffentlich-rechtlichen Gremienmänner und -frauen aus? Wird auch nicht preiswert sein, sich einen solchen Zirkus zu halten, der auch abseits von Gottschalk nicht für Qualität im Übermass sorgt.
olicrom 29.03.2012
2. Beim nächsten Mal mal jemand fragen, der Ahnung vom Fernsehen hat...
Zitat von sysopDPADer erste ARD-Gremienvertreter hat sich öffentlich für eine Absetzung von "Gottschalk Live" ausgesprochen. Die Sendung sei ein teurer Fehler, sagte der Fernsehausschuss-Vorsitzende des Hessischen Rundfunks - nun solle der Senderverbund die Notbremse ziehen. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,824499,00.html
.... und dazu zählen in der Regel nicht die Intendanten (Juristen, BWLer, Buchhalter). Die (in diesem Fall) Intendantinnen-Vorstellung, einen einzelnen prominenten Kopf egal an welchen Sendeplatz egal mit welchem Konzept zu setzen und dann strömen die Zuschauer von alleine stammt aus dem letzten Jahrhundert. Ich habe jedenfalls noch nie eine derart konzeptionslose und chaotische Format-Premiere gesehen wie Gottschalks erste Sendung. Wer das zu verantworten hatte, hat lebenslanges Berufsverbot verdient. Obwohl Zeit und Geld in Massen zur Verfügung standen. Ein Hohn auf alle Fernsehschaffenden, die für ein hundertstel der Gottschalk-Honorare ein Vielfaches an Leistung bringen und dafür immer mieser behandelt werden. Die, dies verbockt haben, werden natürlich wie immer weiter machen. Und auch auf den anderen Skandal-Baustellen in ihren Chaos-Sendern (Degeto, Kika etc.) schön weiter auf Kosten der Gebührenzahler vor sich hin mauscheln lassen.
messmeup 29.03.2012
3. Gebührenzahler
... ich begreife ehrlich gesagt nicht den Ärger der Gebührenzahler. Ich als überzeugter Nichtzahler kann mich nur köstlich darüber amüsieren, wie der gemeine Gebührenzahler angesichts des Programmes, der Gehälter der Aufsichtsräte, der Mauscheleien innerhalb der Sendeanstalten usw. verarscht wird. Und das zu recht. Wer dieses System durch seine Zahlungen unterstützt, hat nichts besseres verdient. Würden mehr Bürger sich der GEZ wiedersetzen, hätten die öffentlich-rechtlichen Sender schon längst etwas ändern müssen. So aber wird das System immer perfider, engmaschiger und ab nächstem Jahr muss wohl auch ich zahlen. Eines wird sich aber auch ab nächstem Jahr nicht ändern: das schlechte Programm und die fortgesetzte Bürgerverarschung.
pandrodor 29.03.2012
4. Hinterbänkler wollen in die Zeitung
Ansich mag ich Gottschalk nicht, aber man bekommt ja schon richtig Sympathie für ihn, wenn man so lesen muss, was für Leute da aus ihren Löchern kommen und ihren Senf dazu geben. Einmal seinen Namen in der Zeitung lesen, darum geht es. Ich kann auch nicht verstehen wieso sich überhaupt noch Entertainer das ÖR antun. Überall sitzen staatlich und von Bürgern subventionierte Nichtskönner und Parteisoldaten, die nach Lust und Laune den ganzen Tag nichts machen außer dummen Mist in die Öffentlichkeit tragen. Kein privates Unternehmen könnte sich solche Dilletanten leisten. Zumal es auch die schlechteste Werbung für das Klima bei einem Arbeitgeber ist, wenn nichts intern gehalten werden kann und jeder sofort zu den Medien läuft und da rum lamentiert und später alles besser wissen.
Gerdd 29.03.2012
5. Gegenvorschlag:
Zitat von sysopDPADer erste ARD-Gremienvertreter hat sich öffentlich für eine Absetzung von "Gottschalk Live" ausgesprochen. Die Sendung sei ein teurer Fehler, sagte der Fernsehausschuss-Vorsitzende des Hessischen Rundfunks - nun solle der Senderverbund die Notbremse ziehen. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,824499,00.html
Lassen wir doch den Gottschalk und den Jauch die Sendeplätze tauschen. Ich wette, dann wird Gottschalk richtig gut und Jauch versauert zwischen den Werbeblöcken ...
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