Langjähriger »Kennzeichen D«-Reporter TV-Journalist Joachim Jauer gestorben

Er berichtete für das ZDF aus der DDR, moderierte das Magazin »Kennzeichen D«: Joachim Jauer verstand sich als Dolmetscher und Brückenbauer zwischen Ost und West. Nun ist der Journalist gestorben, er wurde 82 Jahre alt.
Joachim Jauer (1940-2022): 2002 verabschiedete er sich als Studioleiter Berlin

Joachim Jauer (1940-2022): 2002 verabschiedete er sich als Studioleiter Berlin

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Sven Lambert / IMAGO

Der frühere ZDF-Korrespondent Joachim Jauer ist tot. Jauer starb am Freitag im Alter von 82 Jahren, wie das ZDF am Montag in Mainz mitteilte. Der geborene Berliner war in seiner ZDF-Karriere langjähriger Korrespondent in der DDR, Redakteur und Moderator des Magazins »Kennzeichen D« und Leiter des Landesstudios Berlin.

ZDF-Chefredakteur Peter Frey würdigte Jauer als »Brückenbauer zwischen Ost und West«. »Joachim Jauer war lange Jahre für die ZDF-Zuschauerinnen und -Zuschauer der Mann, der ihnen den Osten erklärte«, heißt es von Frey. Drei Jahrzehnte lang habe er authentisch, kenntnisreich und aus eigener Anschauung unter anderem aus der DDR berichtet.

Jauer (rechts) 1991 mit seinem »Kennzeichen D«-Kollegen Gustav Trampe

Jauer (rechts) 1991 mit seinem »Kennzeichen D«-Kollegen Gustav Trampe

Foto: picture-alliance

Joachim Jauer, geboren am 26. Juli 1940 in Berlin, kam 1965 zum ZDF. Von 1978 bis 1982 leitete er das Büro des Senders in der DDR und lebte in dieser Zeit auch in Ost-Berlin. Anschließend übernahm er die Redaktion des Magazins »Kennzeichen D«, für das er zuvor schon als Reporter gearbeitet hatte.

Die Jahre, die zur Wende in der DDR hinführten, erlebte Jauer als Leiter des ZDF-Studios in Wien und Korrespondent für Osteuropa. Am 2. Mai 1989 berichtete er als einziger westdeutscher Fernsehkorrespondent über den Abbau der Grenzanlagen durch ungarische Grenztruppen. Jauer formulierte an diesem Tag: »Heute endet hier an dieser Stelle die vierzigjährige Teilung Europas in Ost und West. Dies wird unabsehbare Folgen haben – für Europa, für die Deutschen in der Bundesrepublik und insbesondere in der DDR.«

Jauer (links) in den Siebzigern mit den »Kennzeichen D«-Kollegen Hans Werner Schwarze und Harald Jung

Jauer (links) in den Siebzigern mit den »Kennzeichen D«-Kollegen Hans Werner Schwarze und Harald Jung

Foto: Arthur Grimm / United Archives / IMAGO

1990 zog es ihn zurück nach Berlin zu »Kennzeichen D«. Das »D« im Titel der seit 1971 ausgestrahlten Sendung habe er »vor allem als D wie Dolmetscher verstanden«, sagte Jauer der »Mitteldeutschen Zeitung« einmal – er meinte das Übersetzen zwischen Ost und West.

1999 übernahm Joachim Jauer die Leitung des Berliner ZDF-Landesstudios bis zu seinem Ausscheiden im Juni 2002. Als das ZDF 2006 in einer brisanten Dokumentation über Stasi-Verwicklungen im Sender berichtete, war es an Jauer, für die zeitgeschichtliche Einordnung zu sorgen.

feb/AFP
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