Zur Ausgabe
Artikel 59 / 73
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
John Finlay

John Finlay

Foto: Netflix

John Finlay aus dem Netflix-Hit "Tiger King" "Die haben mich als zugedröhnten Hinterwäldler dargestellt"

Raubtiere, ein polygamer Zoodirektor namens Joe Exotic und ein Mordkomplott bilden den Rahmen der Erfolgsdoku "Tiger King". Was geschah hinter den Kulissen? Exotics Ex-Partner John Finlay erzählt seine Version.
Ein Interview von Daniel C. Schmidt, Washington
aus DER SPIEGEL 20/2020

Der Erfolg der Netflix-Serie "Großkatzen und ihre Raubtiere" fiel genau in eine Zeit, in der die Welt in Quarantäne ging und all diejenigen mit Netflix-Zugang sich noch einmal vergewissern konnten, dass, egal wie verrückt es da draußen aussieht, es in den USA immer noch eine Spur verrückter zugeht. Das, was dort in dem Raubkatzenzoo in Oklahoma in sieben Folgen passiert, ist einerseits große amerikanische Unterhaltung, Schuld und Sühne als Südstaaten-Tragödienstadl. Und andererseits moralische Ausbeutung – der Tiere und Menschen. Eine Art white trash porn, eine Welt der Spieler, Gauner, Drogenopfer, Über-die-Runden-Kommer.

Der unglaubliche Plot, grob verkürzt: Ein Filmteam begleitet den Betreiber eines Zoos für exotische Tiere in Oklahoma, Joe Exotic. Er lebt auf seiner Farm mit mehreren Angestellten und seinen Ehemännern. Als er kurz vor dem Bankrott steht, lässt er sich mit einem windigen, kriminellen Geschäftsmann ein. Seine Erzfeindin, Carole Baskin, verklagt Leute wie Exotic, mit dem Versprechen, die Raubkatzen zu retten. Irgendwann steigert er sich so in seinen Hass auf Baskin, dass er versucht, sie ermorden zu lassen. Der Plan geht nicht auf. Jetzt sitzt Joe Exotic im Gefängnis, verurteilt zu 22 Jahren wegen des versuchten Auftragsmordes und Vergehen gegen Tierschutzgesetze.

John Finlay und Joe Exotic waren jahrelang ein Paar. In der Dokuserie ist er fast ausschließlich mit freiem Oberkörper zu sehen. Die fehlenden Zähne hat er inzwischen richten lassen. In Folge eins stellt Exotic, der grell leuchtende Zoobesitzer und selbst ernannte Tiger King, den jugendlichen Finlay als "man of few words" vor, als Mann weniger Worte. Die Macher der Show nennen ihn "Joe's husband". Eines von beiden, stellt sich später im Interview am Telefon heraus, ist nicht ganz richtig.

SPIEGEL: Mister Finlay, wann sind Sie Joe Exotic zum ersten Mal begegnet?

Finlay: Am 11. Juni 2003. Das war mein erster Arbeitstag in seinem Zoo.

SPIEGEL: Wie war Ihr Eindruck von ihm?

Jetzt weiterlesen mit SPIEGEL+

Jetzt weiterlesen. Mit dem passenden SPIEGEL-Abo.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe zu Themen, die unsere Gesellschaft bewegen – von Reportern aus aller Welt. Jetzt testen.

  • Alle Artikel auf SPIEGEL.de frei zugänglich.

  • DER SPIEGEL als E-Paper und in der App.

  • Einen Monat für 1,- € testen.

Einen Monat für 1,- €
Jetzt für 1,- € testen

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement? Hier anmelden

Weiterlesen mit SPIEGEL+

Mehr Perspektiven, mehr verstehen.

Freier Zugang zu allen Artikeln, Videos, Audioinhalten und Podcasts

  • Alle Artikel auf SPIEGEL.de frei zugänglich

  • DER SPIEGEL als E-Paper und in der App

  • DER SPIEGEL zum Anhören und der werktägliche Podcast SPIEGEL Daily

  • Nur € 19,99 pro Monat, jederzeit kündbar

Sie haben bereits ein Digital-Abonnement?

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit 19,99€. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.

Zur Ausgabe
Artikel 59 / 73
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel